Archiv der Kategorie: Ewald

Technische Daten

Allgemeine Angaben

Fahrzeughersteller und Typ Mercedes Benz LA1113 B
Name des Halters Sandie Schaab & Karsten Reikowski
Land der Zulassung Deutschland/Hessen
Webseite www.ewaldontour.net
Erstzulassung 22.06.1983 (THW Homberg)
Autarkie 5 Wochen (in Mauretanien getestet)

Motor

Motortyp OM 352 A, Reihensechszylinder Direkteinspritzer
Hubraum 5638 ccm
Zylinderzahl 6
Motorleistung in PS 168 bei 2800 1/min
Drehmoment 490Nm bei 1600 1/min.

Fahrgestell

Radstand 4200mm
Fahrerhaus Doppelkabine
Anzahl der zugel. Sitze 7
Sitzanlage vorne Grammer Luftfeder-Schwingsitze beheizt und belüftet
Reifengröße 385/65 R 22,5 152K
Felgen Mefro einteilig 11,75×22,5
Reifenart GT 876 / schlauchlos
Tankkapazität 135l + 90l
Dieselfilter Ja
Seilwinde Rotzler Hydraulikwinde, Zug: 5t nach vorne, 10t nach hinten

Aufbau

Aufbauhersteller Ormocar (www.ormocar.de)
Kabinenmaße (innen) 4592 mm x 2342 mm
Kabinenmaße (außen) 4700 mm x 2450 mm
Material der Kabine GFK Sandwich
Art und Stärke der Dämmung 54 mm
Anzahl der Schlafplätze 2+1
Fenster Seitz S4 (Umbau auf KCT geplant)
Zwischenrahmen 4-Punkt Federlagerung, Originalzwischenrahmen

Möbelbau

Material des Möbelbaus Pappelsperrholz beschichtet (Schreinerei Lutz Dort)

Wasserversorgung

Frischwasser 2*180l PVC Tanks, getrennt schaltbar, beheizbar
Grauwasser 150l Grauwassertank unterflur
Pumpe Marco Druckwasserpumpe, analog druckgeregelt
Filteranalage Einlaßfilter vor den Tanks, Katadyn (Ceradyn) Filter

Küche

Kocher Mobiler 1-Flammen Kocher für drinnen und draußen
Faltbarer Backofen von Coleman
Gasinstallation keine
Spüle SMEV Edelstahlspüle
Kühlschrank Isotherm DR65L, Auszugskühlschrank innen
Kühlbox Engel Kühlbox 45L außen (in Garage)

Sanitärbereich

Toilette Dometic CTW 4110 Kassettentoilette (Keramik)
Dusche Getrennte Dusche mit Corian Duschwanne und Schiebetür
Waschbecken Edelstahl
Außendusche Ja

Stromkonzept

Spannung im Chassis 24V DC
Spannung im Aufbau 24/12V DC / 230V AC
Ladewandler 24-24V Votronic B2B
230V im Aufbau? Ja
Wechselrichter Votronic 1800 W mit Netzvorrangschaltung

Batteriekapazität im Aufbau

Batteriekapazität im Aufbau 108Ah bei 24Volt, 90% DoD, 2,7kWh
Batterietyp BMZ Lithium Powerbloc ESS1.0
Batterieladegerät für Aufbau Votronic
Batterieüberwachung Votronic

Stromgewinnung

Solarkapazität 480Watt / 24V DC, BP-Module
Solarregler Votronic MPP
Brennstoffzelle Nein
Generator nicht nötig

Heizung

Hersteller und Typ Eberspächer Hydronic M10, Wasserheizung mit Motorvorwärmung
Warmwasserboiler Elgena Boiler über Motorabwärme, Wasserheizung oder 24V beheizbar
Heizsystem Wasser-Fußbodenheizung mit zusätzlichen Wärmetauschern in Bad und Wohnraum

Gasanlage

Erläuterung Gasanlage Keine Gasanlage
Platz für 2x5kg Gasflaschen (für Außenküche)

Anbauten

Dachgepäckträger Aluträger Marke Eigenbau für Ersatzrad
Stauboxen 2 Stauboxen für Außenküche und 2. Toiletten-Kassette
Außenkochstelle Muurikka oder Grill
Markise 250cm Howling Moon
Sandbleche 4 Stk.
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Restauration

Entstehungsgeschichte

Ewald Version 2

11.01.2010 Bilder im Schnee etc. (5)
Ewald vorher
....und nachher
….und nachher

Pünktlich zu Sandies 40. Geburtstag, im Oktober 2009, haben wir von der Vebeg den Zuschlag für einen Mercedes Benz LA 1113 B erhalten. Ein super lautes und unglaublich rostiges Geburtstagsgeschenk – GEIL!
Nach der abenteuerlichen Abholung in Homberg/Efze wird schon bei der ersten Inspektion klar: Hier ist eine allumfassende Restauration notwendig.

Circa 12 Monate haben wir quasi jede freie Minute bei Ewald (so sollte er schon, in Gedenken an Karstens Opa, bald heißen) verbracht. Nach und nach haben wir Ewald komplett „gestrippt“, die THW-Aufbauten entfernt, Scheibenrahmen, Innenkotflügel, Türen und Doka-Aufbau geschweißt, die Kotflügel gewechselt, das komplette Fahrgestell entrostet, konserviert und wieder lackiert, wahnsinnig viele kleine Roststellen werden bearbeitet und unheimlich viele Hohlräume mit „Maik Sanders“ konserviert ….

Natürlich können wir das nicht alles alleine bewerkstelligen. Andy und Walter haben uns bei fast allen Arbeiten sehr unterstützt!

Wir beschließen den vorhandenen Zwischenrahmen auch weiterhin zu nutzen und arbeiten diesen auch noch mal eben auf. Die Vorbereitung des Durchstieges (Fahrerhaus zur Wohnkabine) erweist sich als planungsintensive, detailreiche und vor Allem zeitraubende Angelegenheit. Zwischenzeitlich bricht sich Sandie bei „Schwermetallarbeiten“ den Finger – aber ein wenig Schwund ist immer.

Im Juni und Juli 2010 stehen mehrere „Höhepunkte“ an: Ewald bekommt endlich Einzelbereifung (coooooool), der aufgearbeitete Zwischenrahmen wird wieder mit ihm „verheiratet“ und Ewald bekommt neue Rückleuchten. Im Juni besuchen wir auch die Abenteuer Allrad um Ideen für unseren Ausbau zu bekommen und lernen glücklicherweise Heinz mit seinem wunder-wunderschönen Kurzhauber kennen … unsere Inspiration und Motivation für die kommenden Arbeiten.

Und nach einer gefühlten Unendlichkeit und weiteren Lackiervorbereitungen hat Ewald im Dezember 2010 endlich seinen neuen Lack bekommen. Lustig war dann der Zusammenbau, viel „Friemelarbeit“ und weitere Isolierarbeiten. Zum Glück hatten wir zu der Zeit noch einen 911er nebenan stehen, so konnten wir immer mal schauen, wo was hingehört.

Im Februar 2011 sehen wir zum ersten mal bei Ormocar unsere Rohbaukabine – SPANNEND, bisher hatten wir nur unsere eigenen Zeichnungen und Pläne. Im April, nach weiteren Fahrerhaus Isolierarbeiten, ist es dann soweit und Ewald wird nach einer längeren Verlobungszeit mit der Rohbaukabine „verheiratet“. Wieder zuhause beginnen wir mit dem technischen Innenausbau. Karsten baut den Inverter, den Solarregler, den Automatiklader etc. ein und fängt mit der elektrischen Verkabelung an. Sandie versteht leider von der Elektrik nicht viel, ist aber wie immer ein top Handlanger. Wir installieren auch einen Landstromanschluss (da wissen wir noch nicht, dass wir den eigentlich fast nie brauchen werden) und fahren dann im Juni zum ersten mal mit Ewald und Leerkabine in den Urlaub. Campingausrüstung ist aus früheren Dachzelturlauben mit unserem Defender genügend da … und wir genießen es sehr, ein „festes“ Dach über dem Kopf zu haben. Auch wenn wir von Freunden ob unserer spartanischen Behausung ab und zu aufs Korn genommen werden.

Im Herbst 2011 geht es mit einem befreundeten Schreiner (Lutz) weiter mit unserem Innenausbau. Trotz detaillierter Planung müssen wir uns Schrank für Schrank „vortasten“ und gerade ist nicht immer gerade. Es ist schön zu sehen, wie sich jetzt der Innenraum dreidimensional entwickelt. Parallel bereiten wir die Kalt- und Warmwasserversorgung vor, binden unseren Boiler in das Kühlsystem von Ewald ein, bauen unsere „schwebende“ Treppe an und installieren unsere 2 Wassertanks. Apropos Treppe, eigentlich eine Kleinigkeit, aber alleine die Halterung zu planen und anfertigen zu lassen war eine Sache von mehreren Wochen … und so war es mit vielen Details.

Im März 2012 müssen wir richtig Gas geben, denn schon im Juli wollen wir unsere erste größere Tour nach Skandinavien unternehmen und bis dahin wollen wir einigermaßen fertig sein – wobei fertig werden wir wohl nie werden. Karsten baut uns ein sehr schönes Control-Panel, wir verlegen die Fußbodenheizung und bereiten den Boden vor. Dann stellen wir vorerst unsere Wasserversorgung mit dem Einbau der Pumpe fertig – eine Dichtheitsprüfung können wir aber leider noch nicht vornehmen.

Im April lassen wir uns (damit es auch schön wird) die Polster anfertigen, Ewald wird jetzt wirklich wohnlich. Wir montieren eine Rückfahrkamera (unter anderem auch weil wir hinten kein Fenster haben) und finden endlich, nach monatelanger Suche, die für uns „richtigen“ Klappenbeschläge. Dann bereiten wir unser Bett schon mal mit unseren „Frollies“ vor, montieren das Tischgestell, bauen Spüle und Kühlschrank ein und installieren eine Außendusche (die Innendusche wird noch 2 Jahre warten müssen).

Im Mai 2012 bauen wir noch an 1000 anderen Dingen und bereiten den Unterfahrschutz vor, denn nun heißt es den TÜV (Vollabnahme) in Angriff zu nehmen … im Juni haben wir dann, nach einigem Hin und Her, und kleineren und GROßEN TÜV-Arbeiten die Vollabnahme geschafft. Dank Ellen und Perry konnten wir dann Ewald auch schon gleich zulassen. Yippie! Weil wir darüber so glücklich waren und mal ein paar Tage „bastelfrei“ brauchten, sind wir (diesmal mit ausgebautem Ewald) nach Bad Kissingen zur „Abenteuer Allrad“ gefahren und haben ihn unseren Freunden „vorgestellt“.

2 Tage vor unserer Reise schaffen wir es (zum Glück) noch unsere Photovoltaikanlage zu installieren, somit sind wir autark und können unsere Reise genießen. Nachdem Ewald im Urlaub wirklich zauberhaft gelaufen ist, beschließen wir, ihm im September noch neue Federpakete zu gönnen. Im Frühling 2013 (nach allgemeinen Wartungsarbeiten) versehen wir Ewald noch mit einem mehr oder weniger selbst gebautem Dachgepäckträger, der uns gleichzeitig als Reserveradhalter dient (richtig: bisher waren wir immer ohne Ersatzrad unterwegs).

Im Mai 2013 bekommt Ewald noch einen Zweit-Dieseltank spendiert und er wird weiter mit Aufklebern „individualisiert“. 2013 wird zum größten Teil zum Reparatur- und Überarbeitungsjahr. Wir haben nur wenige italienische Bauteile … doch die sind irgendwie schon sehr schnell kaputt gegangen … so mussten wir schon nach einem Jahr die Wasserpumpe reparieren und die Handbrause unserer Außendusche austauschen. Leider hat auch nach 30 Jahren der Hydrauliktank unserer Seilwinde angefangen zu lecken. Also raus damit, entrosten, schweißen, lackieren und wieder einbauen (Dauer: ca. 3 Samstage).

Im Winter 2013/2014 hat mich Karsten mit „das schaffen wir schon“, davon überzeugt, dass wir selbst die Vorderachse überholen können. Sprich wir haben, mehr oder weniger, alles an der Vorderachse demontiert. In das Innerste konnten wir zum Teil nur mit Spezialwerkzeugen vordringen und erst nachdem wir die Antriebswelle freigelegt und ausgebaut haben, konnten wir zu unserer eigentlichen Aufgabe kommen: Austausch der Simmerringe. Was soll ich sagen, es ist uns geglückt und wieder mal waren wir sehr stolz, dass wir bisher (fast) alles selbst gemacht haben.

Im Frühling 2014 war dann wieder mal ein großer Moment, wir haben unsere Innendusche fertiggestellt. Was für ein Luxus! … Und im Herbst 2014 haben wir, um unseren Wohlfühlfaktor noch weiter zu erhöhen, eine neue Standheizung eingebaut. Und sie funktioniert sogar. Im Moment bauen wir noch einen Kran und optimieren noch ein wenig die Heckgarage. Die „todo-Liste“ ist noch immer lang: Einbau „schneller Achsen, Einbau von Schwingsitzen, Montage der Fanfare, Abdichten der Kurbelwelle, Regal in unsere Garage einbauen …

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2017 und Ewald wird immer weiter gepflegt und optimiert. Er begleitet uns nun schon über 8 Jahre bzw. 60.000 km und gewährt uns immer ein sehr gemütliches „Obdach“ und hat somit die Pflege und Optimierungen sicherlich mehr als verdient. Neben vielen kleinen Arbeiten wurde er letztes Jahr  mit einer Lithium-Ionen Batterie und KCT-Fenstern bestückt. Vor ein paar Wochen hatten wir das Glück, dass Tina mit ihrer fantastischen Kamera ein paar Panorama Bilder von Ewald gemacht hat. Somit haben wir endlich mal richtig schöne Innenaufnahmen. Vielen Dank noch mal Tina 🙂

Ewald innen – Perspektive vom Tisch

Ewald innen – Bad

Ewald innen – Perspektive vom Bett/Schlafzimmer

Es war und ist nicht immer leicht. So mussten wir immer wieder feststellen, dass Ewald ein ausgewählten Geschmack hat und ihm fast nichts „von der Stange“ passt. An diesen Herausforderungen sind wir gemeinsam gewachsen. Grundsätzlich gilt: “The show must go on”.

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Namensgebung

Ewald bekam seinen Namen in Erinnerung an meinen (Karstens) Opa Ewald (1909-1976), der in Sachen LKW und im speziellen Mercedes Kurzhauber mein großes Vorbild ist. Von ihm habe ich wahrscheinlich auch das Benzin/Diesel im Blut geerbt.

 Auf dem Bild ist mein Opa Ewald rechts mit seinem Neffen und seinem Mercedes 710 beim „Milchfahren“ zu sehen.

Opa Ewald hat uns somit postum dazu inspiriert einen Mercedes Kurzhauber zu kaufen und zum Reisegefährten auszuwählen. Die Namensgebung war sozusagen schon vor dem Kauf entschieden 😉

 

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