Archiv der Kategorie: Marokko, Januar bis April 2015

Von Collioure bis Pleasant Ville (= Krofdorf Gleiberg)

Nachdem wir dann in Collioure noch unseren Bericht online gestellt haben und das Wetter einfach sensationell schön war, sind wir noch bis zum alten Fort „Sankt Elme“ gewandert. Sollten wir das in unserem letzten Bericht noch nicht erwähnt haben … Collioure ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir werden bestimmt noch öfter dorthin fahren und die tolle Landschaft und das zauberhafte pittoreske Örtchen inmitten schöner Weinberge genießen.

Am 9.4. sind wir dann weiter Nord-Östlich gefahren und haben uns vorab erst mal wieder vom Mittelmeer verabschiedet. Die nächste Nacht haben wir in Sommières, zwischen Montpellier und Nimes, verbracht. Auch schön dort, wie in vielen französischen Kleinstädten fühlt man sich auch dort, mit den alten Gemäuern, Straßencafés und dem völligen Fehlen von Hektik, in der Zeit zurückversetzt.

Am nächsten Tag sind wir durch die Rhône-Alpes auf wieder mal sehr kleinen Straßen bis an die Ardeche. Dort haben wir kurz hinter Aubenas in Ucel einen schönen Übernachtungsplatz gefunden. Wie wir erfahren haben, geht hier die Touri-Saison wohl erst am 1. Mai los und dann soll es sehr übervölkert sein. Wir hatten halt mal wieder Glück und konnten auch hier die Stille genießen.

Wir fahren mittlerweile wieder jeden Tag (natürlich wie immer abwechselnd) aber halten das Ganze trotzdem sehr stressfrei. So kommen wir selten vor 12 Uhr los und dann fahren wir nie länger als 2 oder 3 Stunden. Da schaffen wir dann, aufgrund von Ewalds wahnsinnigen Reisegeschwindigkeiten, immer so um die 200 Kilometer. So können wir wirklich unsere Reise stressfrei und ruhig ausklingen lassen. Bei den bisherigen Urlauben war es immer blöd zum Schluss doch immer hetzen zu müssen, dann ist irgendwie oft der Erholungseffekt gleich wieder weg. Aber das ist ja jetzt zum Glück anders.

Eine Nacht verbringen wir in Pont d´Ain und am 12.04. sind wir dann in Dole. Bis dahin hatten wir eine wunderschöne Route auf einer Route Nationale durch das Jura Gebirge. In Dole haben wir auch noch etwas Kultur auf unserem Stadtlauf genießen dürfen. So haben wir beispielsweise gelernt, dass Louis Pasteur daher stammt. Dole wird auch französisches Venedig genannt – bei dem vielen Wasser hat uns das auch nicht gewundert. Also Dole ist auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Kurz vor unserer Abfahrt vom Campingplatz haben wir noch eine sehr interessante Schwedin kennen gelernt. Sie ist definitv im Renteralter (schätzen ist schwer) und mit ihrem Hund seit 7 Monaten mit Peugeot-Cabrio und Mini-Wohnwagen unterwegs. Jetzt möchte sie sich erst noch ein Wohnmobil zulegen und dann will sie wahrscheinlich nächsten Winter auch nach Marokko. Sehr cool!

Am 13.04. haben wir in Sauchaux noch das Peugeot Museum besucht und sind dann weiter über die deutsch-französische Grenze bis nach Riegel bei Emmendingen. Weiter ging es dann am nächsten Tag in Kasi´s alte „Zweitheimat“ Mannheim. Hier sind wir zu einem Reifenhändler und wollten Ewald mal eine „bolzenzentrierte“ Auswuchtung an allen 4 Rädern gönnen, um unser Unwuchtproblem abzustellen. In der Werkstatt mussten wir den zwei sehr netten, aber lustlosen Jungs ständig über die Schulter gucken und vehement darauf hinweisen, was der Unterschied zwischen Mitten- und Bolzenzentrierung bedeutet. Nach langem hin und her hat es aber mit dem Auswuchten geklappt. Leider sind beim Öffnen der Radmuttern am letzten Rad 2 von 8 Radbolzen abgerissen … Schluck … die Bolzen waren schon, wahrscheinlich vom „Geronkel“ auf den Pisten in Marokko, angerissen. Wir waren aber echt froh, dass wir die Reparatur nicht irgendwo in Marokko durchführen lassen mussten. Der Reifenhändler konnte die Reparatur leider nicht durchführen, aber dank eines guten Tips einer der Jungs (scheinbar passiert das öfter) konnten wir um die Ecke zu DB-Schenker fahren. Die mussten aber erst noch die neuen Bolzen bestellen und so sind wir erst mal mit nur sechs Radbolzen in die Pfalz losgetuckert, um am nächsten Tag zurück zu kommen. Wir sind dann noch mal zu unseren Freunden, Gitte und Peter, nach Erpolzheim. Die zwei haben uns herrlich mit gutem Wein und frischem Spargel verwöhnt. Danke noch mal!

Die Reparatur hat glücklicherweise auch prima geklappt und so konnte uns Ewald prima nach Hause bringen. Die Begrüßung unserer Freunde war sehr herzergreifend und auch direkt sehr feucht fröhlich. Vielen Dank Ihr Lieben…

Jetzt sind wir wieder zuhause … unser Haus erscheint uns noch viel zu groß. Genau so groß wie der Wäscheberg (gefühlte 3 Kubikmeter), aber wir lieben ja die Herausforderung. Auch den Berg werden wir bewältigen. Jetzt versuchen wir uns wieder an das „normale“ Leben zu gewöhnen und freuen uns auch schon wieder auf die nächste Reise …. Marokko, wir kommen wieder!

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Von Moulay Bousselham bis Collioure

Am letzten Tag im März haben wir dann noch mal dem Ewald was Gutes gegönnt und ihn ordentlich „abgeschmiert“. Das hatte er sich auch verdient … er läuft wirklich die ganze Zeit fantastisch und wir können uns voll auf ihn verlassen. Am letzten Abend hat uns ein einheimischer Fischer seinen Fang des Tages verkauft. Zwei kleine Seeteufel und eine Hand voll Krabben. Bei den Preisverhandlungen hat man schon gemerkt, dass der Gute wohl etwas zu tief ins Glas geschaut hat. Nach dem wir uns bei 50 Dirham (5 Euro) geeinigt hatten, sollte er uns die Seeteufel noch filetieren. Dabei zeigte sich, dass er so Hacke war und beim Ausnehmen der noch lebenden Fische vornüber kippte und mit der Stirn auf dem Boden landete. Na ja, das filetieren hat Kasi dann selbst übernommen, als der Fischer leicht torkelnd das Weite gesucht hatte. Ein bisschen hat auch der vorher zuschauende Schäfer mitgeholfen. Er und seine Schafherde sind eigentlich für das Rasenmähen auf dem Platz zuständig. Er konnte zwar nur Arabisch, aber mit Händen und Füssen hat er uns gezeigt, wie ein Seeteufel richtig auseinander genommen wird. Auch schon wieder lustig! Nachdem wir uns dann am Abend den Seeteufel gegrillt hatten, sind wir am nächsten Tag gaaaaaanz langsam und gemütlich Richtung Tanger gefahren. Kurz vor der Abfahrt in Moulay Bousselham haben wir noch Brigit und Jürgen mit ihrem MAN (aus Gedern) kennen gelernt. Jetzt sind auch wir mal in der Lage, anderen Tipps und Reiseroutenvorschläge zu geben, war irgendwie vor 11 Wochen noch anders ….

Zunächst sind wir noch nach Tanger reingefahren, denn unsere Idee war, Ewald vor der Heimfahrt noch mal ordentlich waschen zu lassen. Nach langem Suchen, haben wir auch eine Waschhalle gefunden. Dort wurde Ewald komplett mit Unterboden und sehr gründlich gereinigt – jetzt strahlt er wieder. Wir sind uns aber sicher, dass wir noch mindestens zwei Zentner Sahara Sand mit uns rumschleppen. Der wird uns bestimmt noch sehr lange begleiten.

An der Küste sind wir dann zum Hafen und hatten dabei die ganze Zeit schon den „alten Kontinent“ im Auge. Es sieht dort wirklich so aus, als könnte man rüber schwimmen. Aber weil Ewald nicht so gut schwimmen kann und wir unser Fährticket nicht verfallen lassen wollten, sind wir dann doch lieber Fähre gefahren. Im Hafen hat alles reibungslos geklappt, Ewald ist gescannt worden und unsere Fähre hatte nur ca. 2 Stunden Verspätung. Kein Problem. In Algeciras angekommen, mittlerweile war es Mitternacht, sind wir zur Übernachtung auf unseren altbekannten Stellplatz in der Nähe von Carlos gefahren.

Am nächsten Morgen wollten wir dann erst mal wieder so richtig (vor Allem Käse und Wein) einkaufen. Blöd nur, dass in Spanien sogar der Gründonnerstag ein Feiertag ist und somit die Läden zu waren. Egal, grundsätzlich hatten wir noch genügend zu essen, nur halt keinen Wein und Käse mehr.

In Spanien mussten wir uns erst mal wieder an die Zivilisation, d.h. an die vielen Reglementierungen und Ordnungen gewöhnen. Wir sind also, mit dem „fremdartigen“ Gefühl, über Cadiz, Sevilla und Cordoba bis nach Villa Franca de Cordoba gefahren. Wir sind durch endlose Olivenhaine, an viel Photovoltaik- und sehr vielen Windkraftanlagen vorbei. Wir konnten leider gar keine „wilden Landschaften“ mehr sehen, alles ist hier in der einen oder andere Weise kultiviert. Wenn wir ehrlich sind, haben wir uns jetzt immer noch nicht so richtig dran gewöhnt.

Am 3. April sind wir dann das erste Mal wieder von Kirchenglocken (und nicht vom Muezzin) geweckt worden. Hier im Landesinneren von Spanien ist es jetzt schon sehr heiß und wir können glücklicherweise immer noch unsere Mahlzeiten draußen einnehmen. Da die Gegend rund um Cordoba uns relativ öde erscheint, fahren wir relativ früh weiter und landen nach ca. 120 Kilometern in der Sierra Modena. Da gefällt es uns so gut, dass wir unseren nächsten Übernachtungsplatz in dem winzigen Örtchen Santa Elena suchen. Der Campground liegt zwischen schönen Olivenhainen in einem kleinen Kiefernwäldchen und ist wirklich herrlich. Hier fällt uns zum ersten Mal so richtig auf, dass die Spanier einen komplett anderen Rhythmus als wir haben. Sie essen sehr spät zum Mittag (so um 16 Uhr) und zum Abend so gegen 22 Uhr. Dann (wenn wir schon quasi ins Bett gehen) werden sie erst richtig wach und palavern meist bis spät in der Nacht. Wir glauben auch, festgestellt zu haben, dass der Spanier durchschnittlich etwa 3-4 mal so viel Worte täglich verbraucht, wie der durchschnittliche Deutsche. Auch schon wieder lustig. Schön ist auch, dass Ewald wieder sehr viel Aufmerksamkeit bekommt. In Marokko ist er als alter Laster nicht wirklich aufgefallen – aber jetzt wird er wieder ständig fotografiert und bestaunt.

Am 4.4. sind wir weiter nord-westlich Richtung Valencia gefahren und da es Samstag war, konnten wir eeeeeeeeeeeeeeeeeeeendlich wieder einkaufen…jetzt haben wir wieder ALLLLLLLLEEEEEESSS. Cool. Auch an diesem Tag haben wir wieder einen sagenhaften Platz zum Übernachten gefunden: Und zwar am „Venta de Contreras“. Das ist ein sehr überdimensionierter Staudamm zwischen sehr tiefen Tälern mit einer insgesamt sehr schönen Landschaft. Auf dem Campingplatz stand Ewald im Mittelpunkt … so etwas Großes war da noch nie gewesen. Es war so eng, dass wir am nächsten Tag rückwärts komplett wieder raus mussten, weil es keine Möglichkeit zum Wenden gab. War aber trotz großer Zuschauerzahlen auch kein Problem. Die Nacht war wieder mal recht laut – aber so langsam gewöhnen wir uns ein wenig dran.

Am nächsten Tag sind wir an Valencia und auch Peniscola vorbei, bis zu dem kleinen Ferienort „St. Carles de la Rapida“. Dort standen wir direkt am Meer – auch schon wieder nett. Grundsätzlich fällt uns aber auf, dass es in Spanien sehr viel Leerstand gibt. Man sieht auch viele verlassene Baustellen, Bauruinen und viele verfallene Gebäude. Schade eigentlich aber es kommt einem vor als hätten sie zu schnell zu viel gebaut und damit leider auch ganz schön die Küste verbaut. Es gibt aber natürlich auch noch sehr schöne Orte …

Am 6. April sind wir dann in einen solchen besonders schönen „Ort“ gefahren. BARCELONA – sehr geil und absolut empfehlenswert. Wir hatten mitten in der Stadt, direkt am Olympiagelände, einen grandiosen Stellplatz. Von hier aus waren wir in der Lage alles fußläufig zu erkunden. Wir sind einfach kreuz und quer gelaufen, hatten fantastisches Wetter und haben den Großstadt-Flair genossen. Abends haben wir uns dann noch mit einem Freund auf ein paar Cocktails getroffen. Jim wohnt erst seit letztem September in Barcelona und wir hatten einen sehr schönen Abend.

Am nächsten Vormittag haben wir dann noch mal joggend die Stadt erkundet und haben uns noch das olympische Gelände, das Nationalmuseum (von außen), den Place Espanol, den Hafen, den Strand, den Mirador de Colon und die „La Rambla“ angeschaut. Also, Barcelona ist auf jeden Fall eine Städtetour wert.

Am 7. sind wir dann wieder nach Frankreich gefahren … wir stehen nun wieder in Collioure an unserem bekannten Platz. Man könnte meinen „wie langweilig“ aber es gefällt uns einfach super gut hier, das Wetter ist schön und wir lassen es uns einfach richtig gut gehen …

Achso, und hier noch unser Fazit für Marokko:

Marokko ist für uns ein fantastisches Reiseland. Wir haben uns immer und jederzeit willkommen, sicher und behütet gefühlt. Marokko bietet die unterschiedlichsten Landschaften, Lebensweisen und Kulturen und es gibt sicherlich noch sehr viel zu entdecken. Wir haben das Gefühl erst ein Bruchteil kennen gelernt zu haben und wir wollen auf jeden Fall noch ganz viel entdecken. So hatten wir noch keine Möglichkeit die zwei Schluchten (Daades und Todra) zu besuchen, Städte wie Fes und Meknes, das Riff-Gebirge und noch ganz vieles mehr wollen wir die nächsten Male erkunden. Es wird aber auch uns bestimmt wieder zu bekannten Gegenden und Orten verschlagen. So waren für uns auf jeden Fall absolute Höhepunkte die Ergs. Im Sand hatten wir (und auch Ewald) sehr viel Spass. Auch der Antiatlas hat es uns echt angetan. Es gab so viele tolle Momente und Begegnungen … daran werden wir auf jeden Fall lange denken. Wir können ausschließlich positiv über Marokko reden, natürlich sind manche Händler vielleicht in den Städten etwas aufdringlich aber das ist nicht der Rede wert. Wichtig ist, und das scheint uns gelungen zu sein, sich auf die Menschen und ihr Land einzulassen. Gerade auch in den sehr abgelegenen Orten und Gegenden sind wir immer sehr freundlich empfangen worden und imponiert hat uns auch der Stolz insbesondere der Berber. Respekt und Bewunderung empfinden wir, wenn wir an Marokko denken und selten waren wir in einem fremden Land so willkommen, daher freuen wir uns schon jetzt wieder zurück zu kommen.

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Von Plage Blanche bis Moulay Bousselham

Hier in Moulay Bousselham hat sich nun der Kreis (der sehr eckige und ausgefranste und manchmal ronkelige) wieder geschlossen. Hier haben wir in Marokko unsere ersten zwei Nächte verbracht und nun sind wir wieder hier gelandet. Es ist fast wie heimkommen – lustig – und jetzt können wir wirklich behaupten vollständig akklimatisiert zu sein. Aber jetzt noch mal zurück zur Plage Blanche, da hatten wir noch mal so einige Abenteuer zu bestehen.

Nachdem wir uns von den anderen Vieren an den Dünen verabschiedet haben und unseren letzten Bericht online gestellt haben, dachten wir, dass es vielleicht doch nicht soooooo schlecht wäre, auch noch bis zur N1 zu fahren und uns dort einen Platz für die Nacht zu suchen. Wir wollten gerne am nächsten Tag nach Guelmim und dort in den Marjane (Supermarkt) einkaufen gehen. Also gesagt – getan, wir sind also so langsam an den Dünen entlang „Richtung Ausgang“. Lange Zeit haben wir schon gebraucht, um überhaupt eine Piste zu finden und es war wirklich extrem ronkelig. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag so etwa bei wahnsinnigen 5 km/h. Das erste Oued (Flussdurchfahrt) war noch ganz OK. Zwar sehr sehr steil aber gut machbar (im ersten Gang in der Untersetzung – Kriechgang). Nachdem wir dann ganze 30 Kilometer absolviert haben und es langsam dunkel wurde, sind wir in der Nähe des 2. Oued für die Nacht stehen geblieben, wir haben es dann doch nicht bis zur Route Nationale geschafft. Wir hatten übrigens die ganze Fahrt niemanden gesehen, die Gegend ist einfach unglaublich einsam.

GPS: 28° 44` 31„ N und 10° 48` 1„ W

Am nächsten Morgen (24.03.2015) sind wir dann nach einem Müslifrühstück (Brot war uns ausgegangen) weiter. Wir hatten eigentlich gedacht das Schlimmste hinter uns zu haben. Wir hatten aber noch sehr steile, tiefe, enge und dreidimensionale Wadi-Durchfahrten (ausgewaschene Bäche) zu meistern. Obwohl wir mit Steinen und viel Erde unterbaut haben, ist uns eine leichte „Ondulation“ der Unterflurkisten nicht erspart geblieben. Erst haben wir die rechte Aufhängung onduliert und bei der nächsten Durchfahrt, haben wir der Symmetrie wegen, die linke Aufhängung „angepasst“. Hier die ganze Sache noch mal in bewegten Bildern (das „Stop“ wurde nicht gehört, weil die Fenster zu waren). Sonst ist aber nichts passiert … Sand fahren ist halt doch besser, der gibt mehr nach.

Wir haben es dann tatsächlich geschafft 15 Kilometer in 2 Stunden zu fahren und die N1 zu erreichen. Die Straße war zuerst wieder ein echter Kulturschock für uns. Wir hatten nun wieder mehrere Tage keinen „zivilen“ Kontakt gehabt und nun die echt dicht und schnell befahrene Straße. Omg. Die N1 ist die am meisten befahrene Straße, da sie die einzige Verbindung in die West-Sahara darstellt … und alle haben es hier ganz schön eilig.

Wir sind dann mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von über 70 km/h erst nach Guelmim (zum Einkaufen) und dann weiter nach Tiznit. Diesmal haben wir in Tiznit in der Stadt auf einem „Municipal Camping“ gestanden. OK, muss man mal erlebt haben, aber dann auch nie wieder. Ungepflegt, dreckig und erstaunlich unfreundliches Personal (so was hatten wir in ganz Marokko noch nicht erlebt). Tiznit haben wir uns dann schon wieder nicht angeschaut, weil das Wetter immer noch irgendwie doof war.

Also sind wir dann am 25.03. auf der N1 weiter Richtung Norden gefahren. Als wir durch Agadir gefahren sind, haben wir oben am Berg eine Kasbah wieder erkannt, die wir vor 26 Jahren oder so besichtigt haben. Nördlich von Agadir sind wir direkt an der Küste durch einige Surfer Orte gefahren. Hier ist jetzt wirklich nicht mehr „Afrika“, wir hatten eher das Gefühl irgendwo in Spanien oder in Portugal unterwegs zu sein. Dieses Gefühl wird sich nun auch fast nicht mehr ändern.

Wir sind dann circa 80 Kilometer vor Essaourira auf eine sehr kleine Straße Richtung Imssouane abgebogen. Dort waren wir dann 2 Nächte auf dem Campground „Cathedral“, sehr zu empfehlen mit guten Facilities und herrlichem Ausblick. Das Wetter hatte sich sehr gebessert. So sehr, dass wir uns beide nochmal (und das nach 8 Wochen Marokko) einen Sonnenbrand zugezogen haben. Da war aber eigentlich nur der Wind schuld, denn durch den starken Wind haben wir die starke Sonneneinstrahlung nicht so gemerkt. Wir hatten sehr schöne erholsame Tage in Imssouane. Wir haben hier zum ersten Mal richtig unseren Coleman Backofen in Betrieb genommen und uns Pizza gemacht, es hat erstaunlich gut funktioniert.

Dann sind wir weiter nach Essaourira, um uns hier mit Freunden zu treffen. Auf der Weiterfahrt konnten wir noch sehr lustige Ziegen beobachten, die auf den Arganienbüschen und –bäumen stehen und dort weiden. Das sieht wirklich sehr lustig aus. Landschaftlich war die kleine Straße aber auch dann später die N1 wieder fantastisch. Man fährt immer in den Ausläufern des Hohen Atlas in unmittelbarer Nähe der Steilküste. Wirklich sehr schön.

Auf dem Weg haben wir noch von einem Straßenhändler einige Arganölprodukte gekauft…wir hoffen, daß die Qualität in Ordnung ist. Geschmeckt und gerochen hat es auf jeden Fall gut. Schauen wir mal.

In Essaourira haben wir uns auf einem Parkplatz zwischen Straße und Dünen gestellt und zwar direkt neben Andy. Andy hatten wir mit seinem Düdo und den 2 Mädels in Zagora vor ein paar Wochen getroffen. Jetzt war er wieder allein unterwegs, die 2 Mädels suchen jetzt wahrscheinlich den Weg nach Indien. Auf diesem Parkplatz war neben viel „Weißware“ auch der ein oder andere sehr alternative Laster. Es gab auf jeden Fall viel zu sehen.

Nach einigem hin und her haben uns dann auch Ute und Thomas mit ihrem Steyr gefunden. Abends sind wir zusammen in die wirklich sehr schöne Medina. Diese andalusisch geprägte Altstadt zählt sogar zum Unesco – Weltkulturerbe. Zum Abendessen haben wir uns lecker Dorade gegönnt und einen schönen Abend verbracht. Nachts war es leider für uns ziemlich laut (wir sind nach der Ruhe der letzten Wochen einfach keine lauten Geräusche mehr gewöhnt) und somit war die Nacht nicht ganz so erholsam.

Am nächsten Morgen konnten wir schön in der Sonne frühstücken und dann sind wir mit Ute (Tom wollte am Steyr schrauben) wieder in die Medina zum „Shoppen“. Jetzt konnten wir die Medina, mit ihren alten weißen, mehrstöckigen Häusern, eingekeilt zwischen den hohen Stadtmauern noch mal ausführlich bewundern. Essaourira ist eine ultramoderne flippige und bunte Stadt. Wir haben sogar marokkanische Pärchen händchenhaltend und Männer mit angeleinten Hunden gesehen. Normal sind diese Sachen undenkbar hier in Marokko. Uns hat es sehr gut hier gefallen (auch wenn wir wieder mal das Gefühl hätten, gar nicht mehr in Marokko zu sein) aber es ist leider fast ein wenig zu touristisch. Wir haben noch nirgendwo so viele Touris (teilweise auch sehr sehr peinliche) wie hier gesehen. Scheinbar ist die Medina ein beliebter Tagesausflug für Pauschalurlauber aus Agadir. Egal, Essaourira ist ein MUSS.

Nach 2 Tagen haben wir uns dann wieder von Ute und Thomas verabschiedet. Die zwei werden mit ihrem Steyr erst mal wahrscheinlich nach Marrakech und wir sind weiter Richtung Norden. Bis nach El Jadida sind wir dann und dort wieder auf einen Campground mitten in der Stadt. War OK, nur die sanitären Anlagen sollte man besser nicht aufsuchen. Am späten Nachmittag sind wir am Strand bis zur Altstadt und zum Hafen gelaufen. Wir haben gemerkt, dass es Sonntag (und gutes Wetter) war, denn der Strand und die Medina waren sehr überlaufen. Der Stadtstrand scheint bei den Marokkanern sehr beliebt zu sein. Überall wird Fußball gespielt, mit wunderschönen Araber-Pferden über den Sand galoppiert oder einfach nur im Sand gesessen, um dann später in einer der tausend Garküchen etwas essen zu gehen. El Jadida hat auch ein schöne Medina und einen interessanten Hafen …. Ist aber scheinbar bei europäischen Touris nicht „angesagt“. Vielleicht ist es auch einfach zu weit weg von den Metropolen. Wir fanden es auf jeden Fall einen Besuch wert.

Am 30. sind wir dann über Rabat bis nach Moulay Bousselham. Rabat war zum Durchfahren nicht der aller größte Spaß. Wobei bei Ewald im Fahrerhaus hier eine zweigeteilte Meinung herrschte. Kasi fand es sehr interessant und Sandie fand es stressig. Kurz vor Rabat wurde Ewald vom vermutlich königlichen Konvoi umzingelt. Um uns herum fuhren kreuz und quer, von links nach rechts bestimmt 10-15 gepanzerte Fahrzeuge und Motorräder, sehr schnell und sehr „unauffällig“… Der König hat uns aber nicht zu gewinkt…

Jetzt stehen wir wieder auf unserem bekannten Campground und genießen das Wetter. Wir haben gehört, das es in Deutschland wettertechnisch nicht gaaaaaanz so prickelnd ist … Aber bis wir da sind dauert ja noch. Wir möchten nur ungern wieder lange Klamotten anziehen. Wir melden uns dann wieder das nächste mal vom europäischen Kontinent. Und so viel können wir jetzt schon sagen: das „Marokko-Fieber“ hat uns gepackt und in nicht allzu langer Zeit werden wir wieder hier sein.

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Von Tafraoute bis Plage Blanche

Nachdem wir uns in Tafraoute dann auch noch mit ausreichend Schuhen eingedeckt haben (Tafraoute ist für seine Schuhmacher bekannt) und wir noch eine zweite Nacht auf dem schönen Platz verbracht haben, sind wir weiter Richtung Ait Mansour mit einem kurzen Abstecher zu den Painted Rocks gefahren. Da fanden wir es zum länger Stehenbleiben nicht ganz so zauberhaft … zum Ankucken ist es aber schon schön da ….

Also sind wir weiter über den Pass Adrar Mqorn in 2.344 Meter Höhe „gekraxelt“, um in das verwunschene Ait Mansour Tal zu gelangen. In diesem sehr engen Tal zwischen den hohen Bergen liegt eine wunderschöne Oase. Wir haben selten eine so saftige und fruchtbare Oase mit Palmen, Olivenbäumen, Oleanderbüschen, Kakteen etc. gesehen. Die winzigen Orte, die sich in diesem Tal befinden, scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen. Hier haben wir auch übernachtet:
GPS: N29° 32′ 52“ W8° 52′ 37“

Der Nachteil an einem solchen Tal ist, dass es spät hell und früh dunkel wird und nachts hat der Wind ganz schön gepfiffen. Wir würden aber immer wieder hinfahren.
Als wir am nächsten Tag Richtung Tiznit aufgebrochen sind haben wir bei Tasrite eine vermeintlich sensationelle Abkürzung (20 Kilometer weniger) gefunden. Anfänglich war die Piste noch echt OK. Es wurde aber immer schmäler und ausgewaschener. Hier haben wir ganz schön die Regenfälle aus letztem Winter zu spüren bekommen … Lustig wird es dann, wenn der Berg ein wenig „abgegangen“ ist, die Piste am Hang kaum noch zu erkennen ist und sich unser Ewald ganz schmal machen muss, um am Geröll vorbei zu kommen. Aber wir haben alles gemeistert, wenn auch mit ein paar Adrenalinschüben, und wir haben für die 13 Kilometer lange Abkürzung nur circa 1,5 Stunden gebraucht. Auch schon wieder lustig.

In Tiznit sind wir dann, zum ersten mal seit über 6 Wochen, wieder in einem kleinen Supermarkt einkaufen gewesen. Supermärkte gibt es hier wohl, wegen der vielen Überwinterer. Tiznit ist zwar ganz OK, die Gegend haben wir aber insgesamt – nach dem wunderschönen Anti-Atlas als langweilig empfunden, und so können wir uns gar nicht vorstellen, warum dort so viele Überwinterer Monate lange stehen bleiben. Aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden …
Kurz hinter Tiznit haben wir auf einem luxuriösen und sehr leeren Campground übernachtet. Das „Tazerite“ ist aber nicht zuletzt auch wegen der sehr geilen sanitären Anlagen zu empfehlen. In der Nacht auf den 19.03. hat es dann wie verrückt angefangen zu regnen. Am nächsten Morgen war es zwar trocken aber es ist seit dem Neumond deutlich frischer geworden … Durchschnittlich haben wir tagsüber „nur“ noch 20 grad.
Auf unserem weiteren Weg Richtung Westen und Küste haben wir dann immer mehr Überschwemmungsschäden gesehen. Brücken gibt es quasi gar nicht mehr, die meisten flussdurchfahrten führen aber durch jetzt mehr oder weniger ausgetrocknete Flüsse. Bei Mirleft haben wir dann nach fast 6 Wochen endlich wieder mal den sehr stürmischen Atlantik erblickt. Die Küstenstraße bis Sidi Ifni ist sehr kurvenreich und bietet fantastische Ausblicke. In Sidi Ifni mussten wir dann feststellen, dass von ehemals 5 Campingplätzen nur noch 2 existieren. Die anderen wurden im letzen November von den Fluten weggerissen. Krass!!! Der Strand ist dort immer noch sehr mitgenommen und auch leider stark vermüllt. So viel Müll haben wir in den einsamen Gegenden im Landesinneren zum Glück nie zu sehen bekommen. Die Altstadt mit ihren Souks und vielen Cafés ist aber sehr schön.

Am 20.03. wollten wir dann wieder mal ein wenig mehr in die „Einsamkeit“ und sind grob Richtung Plage Blanche gefahren. Noch in Sidi Ifni haben wir 2 deutsche LKW (MAN und Mercedes 1017) gesehen und uns gedacht, dass wir die bestimmt noch mal sehen werden. Unser Ziel für den Tag lautete: Fort Bou Jerif. Zunächst war die Piste wieder sehr gut … Die letzten 10 Kilometer an Ougrane vorbei waren aber wiede seeeeeeeeehhhhhhr abenteuerlich. Es hatte ja immer wieder mal geregnet und jetzt waren die Lehmpisten teilweise sehr glitschig. Wir waren sogar mal froh, wenn viele Steine auf dem Weg lagen. Es war dann zwar extrem ronkelig, aber nicht so glitschig. Wir hatten dann noch auf unserem Navi gesehen, dass kurz vor unserem Ziel ein Oued (Fluss) ist …. Da war uns schon ein wenig bange. Wie aus dem Nichts, erschienen plötzlich die 2 LKW. Der MAN aus Friedberg und der 1017 aus Schwäbisch Hall.

Bei den 4 Reisenden, Gertraud, Werner, Jörg und Uller (siehe Begegnungen) handelt es sich um super erfahrene Pisten- und Wüstenfahrer und wir waren wieder mal froh einfach hinterher fahren zu können. So haben wir auch noch die steilen lehmigen Abhänge zum Fluss gemeistert und Ewald ist nur ein paar mal „der Arsch“ weggerutscht. Ist aber schon ein echt aufregendes Gefühl wenn so 8,5 Tonnen ins Rutschen kommen. Nach reichlicher Adrenalinausschüttung haben wir dann das Camp „Fort Bou Jerif“ erreicht. Ein französisches Pärchen hat hier wirklich ein kleines Paradies weit ab von der Zivilisation erschaffen. Der Platz ist wirklich zu empfehlen, auch die sanitären Anlagen sind ausgezeichnet. Abends sind wir dann mit den anderen vier lecker im hiesigen französischen Restaurant (mit rotweinausschank!!!!) Dromedar- und Gemüse-Tajine essen gegangen. Ein toller Abend nach einem abenteuerlichen Tag.
GPS: N29° 4′ 56“ W10° 19′ 51“

Wir haben direkt beschlossen 2 Tage dort zu bleiben. Die Gegend und das Fort sind wirklich sehr schön. Am nächsten Tag haben wir dann noch das halb zerfallene alte französische Fort von 1935 besichtigt und sind entlang des Oueds wandern gegangen. Wir haben ganz viele Schildkröten und Frösche gesehen und glücklicherweise überhaupt keine Stechmücken. Wirklich eine schöne Wanderung. Zurück im Fort haben wir dann noch ein paar Jungs aus Deutschland mit ihren Cross-Motorrädern getroffen. Die Art zu Reisen, wäre uns dann doch ein wenig zu heftig … Aber auch schon wieder lustig.

Am nächsten Tag, am 22.03., haben wir uns dann von den Vieren wieder verabschiedet. Sie wollten zwar auch an den Plage Blanche, wir waren aber davon überzeugt, dass sie viel schneller und weiter als wir fahren werden. Wir haben dann das Fort über eine andere Piste Richtung Osten verlassen, die war übrigens viel besser -und ein wenig langweiliger- als die andere, um dann zunächst wieder auf einer Teerstrasse Richtung Süden zu fahren. Nach ca. 30 Kilometer war die Straße dann erst mal fertig und es ging mal wieder auf Piste weiter. Wieder mussten wir eine Oued queren, der war aber recht zahm. Lustigerweise haben wir die ganze Zeit die Reifenspuren der zwei anderen LKW gesehen und dann beschlossen, sie in den Dünen zu überraschen. Nach weiteren 20 Kilometer Piste sind wir, den Spuren folgend, in die Dünen abgebogen. Natürlich mussten wir erst mal Luft ablassen… Sonst wären wir im Sand nicht sehr weit gekommen. Dann waren leider die Spuren vollkommen verweht … Und wir waren uns doch dann ein wenig unsicher, wo wir wohl in den Dünen landen werden. Also haben wir Jörg angerufen und uns die Koordinaten geben lassen (sie standen vielleicht in 1,5 Kilometer Entfernung – Luftlinie) und somit haben wir sie doch nicht überrascht. War auf jeden Fall schön endlich wieder mal im Sand zu fahren. Wir haben uns dann bei dem zauberhaften Standplatz direkt an den Dünen zu den anderen gesellt und einen sehr schönen und weinseligen Abend (die vier sind nicht so lange unterwegs und haben somit noch Vorräte aus Frankreich) in Jörgs 1017 verbracht.

GPS: N28° 54′ 26“ W10° 42′ 26“

Das Meer befindet sich hinter den Dünen und wir können es immer hören. Leider haben wir dann aber in der Nacht auch sehr viel regen gehört. Unglaublich … Wir sind in der Sahara und trotzdem regnet es … Und zwar ordentlich.
Heute morgen sind wir aber dann von der Sonne und einer großen Ziegen-Schafherde geweckt worden. Es ist zwar nicht super warm aber die Sonne scheint. Wir können draußen frühstücken, die Sonne genießen und wieder mal einen Bericht erstellen. Gertraud, Werner, Jörg und Uller fahren weiter Richtung Tan-Tan. Wir werden voraussichtlich erst morgen weiter fahren und uns dann wieder Richtung Norden orientieren.
In ein paar Tagen werden wir uns wahrscheinlich noch mit Ute und Tom (unterwegs mit ihrem Steyr) in der Nähe von Essaouira treffen und uns dann wieder Richtung Europa begeben.
Wir melden uns aber sicher noch mit dem nächsten Bericht aus Marokko. Bis dann.

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Von Zagora bis Tafraoute

Wir sind dann letztendlich tatsächlich ganze 5 Nächte in Zagora geblieben. So lange haben wir noch nie an einem Platz mit Ewald gestanden. Es ist aber wirklich nie langweilig geworden. Wir haben viel Sport gemacht, waren auch beim Shopping erfolgreich und hatten sehr zauberhafte Begegnungen (auch der dritten Art).

So haben wir Andy mit seinen zwei Mädels, Happy und Henrieke, kennenlernen dürfen (siehe Begegnungen). Andy, der Hippie, reist mit seinem alten Mercedes 508 Bus durch die Lande und hat vor 2 Wochen die zwei Mädels, die per Anhalter unterwegs sind, aufgegabelt. Die zwei, übrigens eine Holländerin und eine sehr unamerikanische Amerikanerin, sind eigentlich nach Indien unterwegs. Sind aber jetzt, nach eigener Aussage, irgendwie in Marokko gelandet. Sehr cool … und ein wenig anders. Sie reisen nur mit Rucksäcken und ohne Zelt. Sie hoffen, einfach immer von netten Personen mitgenommen zu werden, vielleicht ein Übernachtungsplatz zu finden und etwas zu essen zu bekommen. Es scheint ihnen bisher noch nichts wirklich Blödes zugestoßen zu sein – und wir hoffen, dass das auch so bleibt.

An einem Abend haben wir alle zusammen gekocht, Wein getrunken und wurden dann von Happy und Henrieke ein wenig in „Akro-Yoga“ (von Akrobatik und nicht wie wir erst dachten Agro) eingeführt. Dabei haben fast alle Fliegen gelernt – was für eine Erfahrung … Also, nicht was Ihr schon wieder denkt! Ihr seht es ja selbst auf den Bildern. Wir haben uns schon vorgenommen, das mit Sicherheit noch weiter zu lernen. Mal sehen, ob wir einen Workshop oder ähnliches dafür finden, wenn wir wieder zurück sind.

Wir waren auch wieder auf dem großen Markt einkaufen, der immer Mittwochs und Sonntags in Zagora stattfindet. Dort wird aaaaaaaaaaaaaaaaaaallllllllllllllllllllllllllllllllllllllllles angeboten (nur kein lecker Käse oder Alkohol). Man kann Haushaltswaren, Stoffe, Kleider, Schuhe, lebende/tote Hühner, Ziegen, Fisch, Gewürze, Schafe lebend oder in Einzelteilen, Obst, Gemüse, Autozubehörteile, Eselzubehörteile, Nomaden-Kunstgegenstände, Eier, Brot und noch viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeel mehr an gefühlten mehreren Hundert Ständen kaufen. Unglaublich … man sollte aber auf keinen Fall sehr empfindlich sein. Wir merken schon, dass wir ziemlich „akklimatisiert“ sind und uns die Gerüche, der Müll und anderes gar nicht mehr viel ausmacht. Auf jeden Fall sollte man nach der Fischhalle so schnell wie möglich wieder einen Gewürzstand aufsuchen! Der Markteinkauf bzw. Besuch ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die kein Marokkoreisender verpassen sollte.

Auch in der Ladenstraße von Zagora waren wir noch sehr erfolgreich und haben in einem kleinen Kleidergeschäft zugeschlagen. Wir gehen immer am Liebsten in die Läden, wo kein Schlepper uns „hinschleppen“ will, denn dort sind meist die nettesten Verkäufer.

Nach ein paar lustigen und auch „spacigen“ Tagen und Abenden ist dann endlich (am Freitag, den 13.03.) die Steckachse von Schmuddels Hano aus Deutschland angekommen. Leider ist aber wohl nach der letzten „Reparatur“ in Erfoud ein Lagersitz am Differential abgebrochen – echt blöd. Schmuddel hat dann nach einigem Hin und Her beschlossen gaaaaaanz langsam Richtung Norden (mit Vorderradantrieb) zu fahren. Ellen und Perry, deren Visum auch bald abläuft, begleiten ihn auf dem Weg zur Fähre.

So war dann die Zeit des großen tränenreichen Abschieds gekommen. Wir hatten echt eine super erlebnisreiche aber auch erholsame Zeit mit Ellen und Perry. Wir haben alle vier festgestellt, dass wir auf jeden Fall – auch weil wir den gleichen Rhythmus haben – sehr reisekompatibel sind und auch jederzeit eine Weltreise zusammen machen könnten. Wir haben uns also verabschiedet, in dem Wissen, dass wir uns alle im Mai schon wieder sehen. Wir freuen uns auch schon wieder darauf …

Wir zwei sind dann mit unserem Ewald, der einfach fabelhaft läuft (nicht zuletzt auch, weil Kasi ihm wieder mal die Nippel abgeschmiert hat), weiter in den Westen gefahren. Es war zunächst wieder ein echt komisches Gefühl nach so vielen Wochen allein unterwegs zu sein – aber wir können es noch. Auf der N12 sind wir bis Foum Zguid, um dort noch ein paar Lebensmittel einzukaufen, zu tanken und noch frisch gepressten O-Saft (herrlich) zu trinken. Da es noch nicht sehr spät war, sind wir noch weiter Richtung Tata am Jbel Bani (Jbel heißt übrigens Gebirge) vorbei. Hier gibt es Berge, die sind unten bewachsen (Gräser und Moose), dann kommt eine Sandschicht und oben in der Gipfelgegend sind dann Felsen und Steine – außergewöhnlich. Kurz vor Tissint haben wir bei den „Cascades Bani“ einen zauberhaften Stellplatz für die Nacht gefunden.

GPS: 29° 51` 4„ N und 7° 15` 16„ W

Der Platz ist nicht sehr leicht zugänglich und man muss schon ganz schon aufpassen, dass Reifen nicht von den teilweise sehr spitzen und scharfkantigen Steinen aufgeschlitzt werden. Aber es ist schon sehr paradiesisch dort. Der Fluss führt tatsächlich Salzwasser und hat dort kleine Kaskaden gebildet. Es schwimmen sehr viele Fische darin und wir konnten mal schön unsere Füße einweichen. Nach dem sehr vielen Staub und Dreck in Zagora war das mal eine Wohltat. Da es mittlerweile immer wärmer wird, hatten wir dort auch den ersten wirklich sehr milden Abend und Nacht. Wir konnten den ganzen Abend mit kurzen Sachen draußen sitzen.

Nach einer sehr lauen Nacht haben wir uns und Ewald versorgt (Brot, Eier, Kaffee, Öl und Kühlwasser geprüft) und sind auf der N12 bis nach Tata. Tata scheint eine sehr saubere und aufgeräumte Stadt zu sein – viel konnten wir aber nicht sehen, da wir zur Mittagszeit da waren und da schlafen die Ortschaften förmlich. Hinter Tata ging es dann auf der R109 in den Anti-Atlas. Also, der Anti-Atlas ist wirklich eins der schönsten Gebirge, so abwechslungsreich mit roten, grünen und schwarzen Felsen mit bizarren Formen. Die Gegend ist teilweise sehr einsam, jedoch in den grünen, saftigen Tälern reihen sich die Dörfer aneinander. Für uns sehen die Berge aus, als hätte ein Bäcker versucht sehr viel Blätterteig und Prinzregententorten zu machen. Dabei musste es auch sehr viele verschiedene Teige rühren aber auch Klöße formen und herausgekommen ist dann der Antiatlas. Wie immer schwer zu beschreiben – muss man gesehen haben – gerade auch weil man sich hier der Entstehung der Erde sehr nahe fühlt.

Kurz vor Igherm musste Ewald einen sehr hohen, schmalen und steilen Pass erklimmen. Wir sind immer wieder froh, dass hier einfach maximal wenig Verkehr ist. Manchmal sehen wir höchstens 5 Fahrzeuge am Tag – das wäre in Europa auch mal ganz schön. Auf jeden Fall, ist die Gefahr jemanden ausweichen zu müssen, sehr klein. Und selbst wenn wir anderen begegnen – kein Problem – alle (bis auf ein paar Touris) sind hier sehr vorsichtig und defensiv unterwegs. Oben auf dem Pass angekommen hatten wir eine fantastische Aussicht auf den Anti-Atlas.

Hinter Igherm sind wir dann auf eine noch kleinere, teilweise pistenartige, Straße (R106) weiter Richtung Tafraoute. Bis auf sehr viele Ziegen- und Schafherden, ab und zu Frettchen oder Wiesel und eine Schlange sind fast keine Lebewesen mehr zu sehen. Für den Abend haben wir, mitten in einem Mandelbaumhain, einen schönen Schlafplatz gefunden.

GPS: 30° 5` 0„ N und 8° 30` 46„ W

Ab und zu sind sehr freundliche Berber vorbei gekommen. Alle haben uns gegrüßt und wir haben uns wieder sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Nach einer wieder mal ruhigen Nacht sind wir dann am 15.03. bis nach Tafraoute gefahren. Hier werden wir zwei Nächte verbringen. Wir stehen ganz schön am Ortsrand in einem Palmenhain und um uns herum sind einige Rentner-Überwinterer, viele aus Frankreich, ein paar aus Holland, England und Spanien. Wir sind die einzigen Deutschen, was uns sehr verwundert. Der Platz ist so groß, dass doch jeder für sich steht und wir von den anderen nichts mitbekommen.

Heute haben wir eine zauberhafte Wanderung durch ein ausgetrocknetes Flussbett auf einen nahe gelegenen Granitfelsen unternommen. Hier sieht es teilweise so aus, als hätte Herkules Fußball gespielt. Überall liegen riesige runde Felsbrocken wie Fußbälle in der Landschaft herum. Damit lassen sich natürlich auch wieder schöne Fotos machen. Während der Wanderung haben wir wieder die unbeschreibliche Ruhe genossen. Das einzige was man hört, sind die vielen Bienen, die unermüdlich die unendlich vielen bunten Blüten bestäuben. Am Himmel haben wir seit langem mal wieder ein vorbeifliegendes Flugzeug gesehen. Uns ist dabei aufgefallen, dass der Himmel hier in der Gegend kaum frequentiert ist und somit immer makellos blau erscheint. Ab und zu sieht man mal ein Wölkchen aber nur ganz selten. Und das schon seit über 5 Wochen. Ist das nicht genial?

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