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Wir sind unterwegs – tagsüber haben wir Sonne satt und über 20 Grad – wir geniessen täglich den klebrig süssen marokkanischen Minztee – wir geniessen die Landschaften des Rif-Gebirges und des Mittleren Atlas – doch bis hierhin war es mitunter ein recht holpriger Weg…

We are on our way – during the day the temperature is above 20 degrees celsius – we enjoy our daily sweet mint tea and the lovely sceneries of the Rif and the Atlas Mountains – but until here it was a quite rough way.

Ewald zickt (e) noch immer ein wenig herum, das heißt er bekommt in bestimmten Situationen scheinbar keinen Diesel und geht dann immer wieder mal aus. Diese bestimmten Situationen sind meist an sehr ungünstigen Standorten, wie direkt vor der Verladerampe der Fähre oder aber direkt in einer der steilsten Serpentine. Bereits in Chefchauen hat Kasi daher, da wir immer noch von Spätfolgen der Dieselpest ausgehen, noch mal den Tankumschalter ausgebaut und gereinigt, die Leitungen durchgepustet und auch die Dieselpumpe getauscht. Da lief Ewald auch erst mal wieder gut – aber dazu später noch mehr …

Ewald is making some trouble, sometimes he seems to get no diesel and he just stops. Unfortunately this happens in the most stupid locations. For example right in front of the ferry ramp or in on of the steepest curve you can find. Already in Chefchauen, Karsten starts some repairing and cleaning work. We think, it still could be the late effects of the Diesel-Pest. Karsten even changed the Diesel-pump and we think everything will be OK … later more …

Jetzt möchten wir doch noch mal kurz einen kleinen Überblick über unsere bisherige Strecke und Stationen machen. Mitte November sind wir gestartet und waren zunächst in Dietzenbach. Dort hat Ewald bei Ramin (Corint-Reifen) noch neue Räder bekommen. Die neuen Räder sind definitiv etwas rauer beim Abrollverhalten aber sie schlucken viel besser Unebenheiten und sehen einfach um Längen besser aus als die Alten – oder? 

First we want to give you a little resume about our way down south. We started in middle of november and first we went to Dietzenbach close to Frankfurt. Here Ewald was treated with new wheels. The new wheels are a little rougher and they certainly look much better than the old ones, don’t they?

Nach dem Radwechsel sind wir dann noch in die Pfalz gefahren, um einen schönen Abend mit unserer lieben Freundin Gitte zu verbringen.

After changing the wheels we drove to the „Pfalz-region“ and spend the evening with our friend Gitte.

Von der Pfalz aus sind wir 340 km (!) bis nach Geltendorf zu unseren Freunden Renate und Hans gefahren. Dort haben wir fabelhafte 3 Tage verbracht. Wir sind viel gelaufen, waren am Weßling See, in München und durften Hans mit seiner Band „The new grey wistle test“ im Konzert im Münchener Schlachthof beiwohnen. 

From there we went crazy long 340 kilometers to Geltendorf to visit our friends Renate and Hans. We stayed 3 fabulous days. We walked al lot, we visited the Weßling Lake, went to Munich and were at the concert of Hans band „The new grey wistle test“.

Nachdem dann der erste Schnee gefallen ist, war es für uns dringend Zeit Richtung Süden zu verschwinden. Wir sind über Garmisch, den Zirler Berg (16 % Gefälle) und den Brenner bis nach Neumarkt in Südtirol. Nach einer ruhigen Nacht sind wir weiter bis Cavalina und von dort aus über Siena nach Paganico. Die Toskana ist wirklich sehr sehr schön und schon nach kurzer Zeit, wissen wir, dass wir auf jeden Fall noch mal hierher zurückkehren werden. Ganz besonders hat uns Siena mit seinen verwinkelten Gässchen, dem Plaza del Compo und dem fantastischen Ausblick vom Torre del Mangia gefallen.

After the first snow has fallen it really was time for us to head south. We passed Garmisch, drove over the very very steep pass „Zirler Berg“ and the Brenner pass until Neumarkt in Itali. After that we stopped over in Cavalina, visited the beautiful tuscany city Siena and kept on going south. We really enjoyed Tuscany and we are sure, we have to come back some day and see more of it.

Wir verlassen die Toskana und erreichen (mit einigen erzwungenen Stopps) die Hafenstadt Civitavecchia in der Nähe von Rom. Hier ist es mittlerweile so warm, dass wir im T-Shirt spazieren gehen können. Nach einer Nacht in der Nähe der Marina fahren wir zum Hafen, dort treffen wir zufälligerweise Edith und Uli mit ihrem Sternchen. Die zwei sind auf dem Weg nach Tunesien. Ein wenig später treffen wir Heinz, mit dem wir uns einen Abend in Griechenland eine Bucht geteilt hatten, und seinem ausgebauten Nissan Patrol. Er ist auch auf dem Weg nach Marokko und wir werden die ersten Tage zusammen verbringen.

After a couple more forced stops we finally reached Civitavecchia 70km close to Rom. It is getting warmer and warmer and we are able to take a walk in T-Shirts. After a night in the marina we drove to the harbor. Here by surprise we meet Edith and Uli, they are on there way to Tunisia. And than we met Heinz, we shared a bay in Greece for one night. He is also on the way to Morroco. The next days we will spend together.

Ewald macht uns vor der Fähre echt Probleme und wir befürchten schon gar nicht drauf zu kommen – ABER es geht alles gut … nicht zuletzt helfen uns gleich vier bulgarische LKW-Fahrer und natürlich auch Heinz. Die 56 Stunden auf der Fähre waren erstaunlicherweise ganz gut auszuhalten und relativ kurzweilig.

Ewald really made some problems right in front of the ferry, we thought we may not make it – BUT it somehow, also with help of some Bulgarian truck-drivers and Heinz`s help, worked out. The next 56 hours on the ferry weren’t so bad and not boring.

Auf der Fähre, haben wir dann noch Martin vom Edersee kennen gelernt und nach unserer Ankunft in Tanger sind wir dann zu Viert ganz früh am Morgen noch in der Dämmerung bis nach Chefchaouen gefahren. Hier sind wir dann erst mal in Marokko „angekommen“ – fast eine Woche lang. Wir waren jeden Tag in der wundervollen blauen Medina, haben schon mal einen kleinen Wasch- und Rödeltag eingelegt und waren im Riff-Gebirge wandern. Gerade die erste Wanderung auf den Jebel Kelaa, bei herrlichem Wetter war eine tolle Erfahrung. Wir entdecken nun auch Marokko als Wanderland. 

On the ferry we met Martin from the Edersee (close to our hometown) and after arriving very early in Tanger us four drove together to Chefchaouen. Here we really „arrived“ in Morocco – almost one week long. Every day we visited the wonderful blue Medina, we did some laundry and repairing and we hiked into the Rif Mountains. Especially our first hike to the Jebel Kelaa was a great experience. We now also explore Morocco as a hiking country.

Nachdem Kasi auch in Chefchaouen wieder an Ewald geschraubt hat, läuft Ewald auf unserem weiteren Weg Richtung Süden sehr gut. Unser nächster Halt ist am Stausee El Wahda, dem größten Stausee Marokkos. Marokko erscheint uns wieder herrlich ursprünglich und unverbraucht. Es gibt im Moment hier im Norden Wasser im Überfluss, wir haben noch nie die Flüsse, Bäche und Seen so gefüllt gesehen, und irgendwie haben wir immer wieder das Gefühl, dass es Frühling ist, da doch sehr viele Blumen blühen. Es ist aber auch Erntezeit und überall werden in reiner Handarbeit mit Stöcken die Oliven von den Bäumen geschlagen und die Äcker mit Esel und Einschar-Pflug bearbeitet. 

On our way to the south Ewald first is running well. Our next stop is on the biggest reservoir of Morocco the El Wahda. Morocco seems to us again very originally. At the moment there is a lot of water everywhere, we haven’t seen the rivers and lakes so filled before. Sometimes we have the feeling, it is springtime because everywhere you see flowers blooming. But you also see the Moroccan people harvesting the olives by hand and plowing the fields with donkeys and cows.

Vom Stausee El Wahda aus wollen wir weiter an Fes vorbei an den sehr kleinen Stausee Allah el Fassa. Auf dem Weg dorthin, passiert es wieder … in einer Steilkurve geht Ewald aus. Wir wissen uns bald nicht mehr zu helfen. Mit Ach und Krach erreichen wir den tief gelegenen Stausee (mir ist schon vor der Auffahrt am nächsten Tag ein wenig Bange) und nach einer leckeren orientalischen Linsensuppe geht es uns wieder besser. Kaum ist es dunkel, klopft es an der Tür … der Wachmann des Stausees (?) macht sich um uns Sorgen und möchte, dass wir an der Staumauer übernachten. Er versteht zunächst unser Problem nicht, wir lassen uns also überreden, bleiben jedoch mitten in der steilen Auffahrt stehen. Und jetzt will Ewald gar nicht mehr. Wir beschließen also, mit Genehmigung des Stausee Chefs, dort in maximaler Schräglage zu übernachten. Nach einer Stunde klopft es wieder, die Herren lassen sich nicht abwimmeln und sie rufen die Gendarmerie Royale. Die kommen mit einem Mechaniker und nach einigem Hin und Her macht er sich über Ewald her. Wir haben erst ein wenig Angst, dass er noch mehr kaputt als ganz macht … ABER … der Gute findet nach einigem Geschraube und einigen Schlucken Diesel tatsächlich das Problem – die Rücklaufleitung ist porös. Das poröse Stück wird entfernt und Ewald läuft! Wir fahren noch hinter den Polizisten her und übernachten auf dem Hof der Polizeistation. Was für eine Aufregung, aber eine Aufregung, die sich offensichtlich gelohnt hat.

From the El Wahda we pass Fes. After Fes Ewald is starting to make problems again – of course in a very steep curve. We really do not know any more what to do. The last 20 kilometers to the next little reservoir are a pain in the b… . After our lentil soup for dinner, we feel much better again. Than in the darkness somebody knocks on our door. It seems to be a security guy and he wants us to sleep at the dam. That would be safer. We tried to tell him, that we have a technical problem and my not make it. But it is very important for him, that we change places. So we tried AND we didn´t make it. We stoped at the steepest place and after we talked to the boss of the dam, it was OK to stay right there. After another hour some guys knocked again, they are not happy with our sleeping place. So they called the police and after half an hour two policemen came with a mechanic. First we were afraid he would destroy more than repairing Ewald because it is quite dark already. But after some work and drinking quite a bit of Ewald´s diesel he found the Problem. The return-diesel-pipe ist porous. He cuts away the porous piece and Ewald is ruining again! We follow the policemen to there station and spend the night there. What an excitement – BUT the excitement was worth it.

Auch wenn Ewald jetzt wirklich wieder prima läuft, haben wir ein wenig unseren Plan geändert. Wir werden jetzt doch nicht in den ganz einsamen Osten fahren, sondern über Azrou und Midelt im Hohen Atlas in den Süden zu den Wüsten fahren. Das Wetter ist sehr stabil und Schnee ist auch im Atlas noch nicht zu befürchten.

Although Ewald is running well again, we changed our plan a bit. We will not go to the lonely East, we will drive through Azrou and Midelt over the High Atlas to the south with its deserts. The weather is very stabil and there shouldn´t be snow on our way down.

Im Moment stehen wir noch auf einem kleinen Platz, umgeben von kahlen Kirschbäumen kurz vor Azrou. Gestern waren wir bis auf fast 2.000 m, vorbei an der „Cidre Gouraud“ (der angeblich größten aber auch abgestorbenen Zeder Marokkos), durch die herrlichen Zedern-Wälder bis auf eine einsame Hochebene. Bei der Cidre Gouraud haben wir dann noch einen Tee getrunken und durften (angefütterte) Berberaffen beobachten.

Right now we are on a little place, surrounded by leafless cherry trees short before Azrou. Yesterday we walked to a almost 2000 meter high plateau. We saw the „Cidre Gouraud“, which should be the biggest cedar tree in Morocco, but it´s a kind of dead. We saw some berber monkeys and beautiful huge cedar trees. A wonderful hike.

Die nächsten Tage werden wir dann, hoffentlich schneefrei, die Pässe des Hohen Atlas passieren und uns langsam weiter südlich bewegen. Auf dem Weg werden wir auch weiterhin Marokko wandernd erkunden. Eine neue Erfahrung, von der wir weiterhin berichten werden. Bis dahin hoffen wir, dass Ewald seine kleinen Zickereien überwunden hat. Wir sind optimistisch. Inschallah.

The next days we will hopefully pass the passes of the High Atlas without snow. We will continue to hike here in Morocco. A new experience for us. We hope Ewald will have no more problems. Wir are optimistic. Inshallah.