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Die Überschrift hätte aber auch lauten können: Endlich warm. Das erste Anzeichen für die Wärme in Griechenland war, dass im Hafen von Patras Ewald ohne mit der Muurikka vorzuwärmen ganz fantastisch angesprungen ist. Überhaupt ist alles von jetzt an für uns drei Warmduscher wieder leichter und auch die Technik (die sich so ein wenig zickig gezeigt hatte) meldet sich wieder nach und nach zu 100 % zur Stelle. Prima.

Finally it´s warm. The first sign for the warmth in Greece was that we were able to start Ewald without heating his engine up on the ferryboat in Patras. Everything is getting better for us three also our technical stuff is recovering. Great.

Anfang März landen wir also in Patras an, fahren direkt etwa 60 Kilometer südwestlich und stellen uns in die Dünen. Beziehungsweise – wir wollen uns direkt in die Dünen stellen – aber erst eine Stunde auf Peleponnes unterwegs und schon sanden wir (genauer gesagt Sandie, die Einsandspezialistin) uns ein und wir müssen erst mal ein wenig graben. Schon lustig – und bei dem fantastischem Stellplatz auch gar nicht tragisch. Wir sind von der Natur und der Einsamkeit schon jetzt begeistert … und es wird noch besser …

At the beginning of March we arrive in Patras and from there we drive about 60 kilometers south-west. Our plan is to spend the first night on Peleponnes with Ewald in the dunes. Since 1 hour we are in Greece and we (concretely Sandie) manage to get stuck in the sand. Funny … and since the place is really fantastic not too bad. We already now love the nature and the loneliness.

Am nächsten Tag ist Kasi dann ohne „einzusanden“ aus den Dünen rausgefahren und wir sind weiter südlich in die Bucht von Navarino zwischen Pylos und der Ochsenbauchbucht. Das Wetter ist super, wir gehen wandern, fahren Rad und bleiben dabei fast im Sumpf stecken. Wir haben nämlich versucht auf Feldwegen die laut unserem Reiseführer „bedeutsamsten Feuchtgebiete des Balkans“ zu durchqueren. Es ist uns auch gelungen aber zum Teil nur schiebend, später wurden wir noch von drei Hunden verfolgt, da waren wir aber zum Glück wieder auf festeren Wegen und konnten/mussten ordentlich Gas geben. Gewandert sind wir zu der Burgruine „Paleo Kásto“, erbaut im Jahre 1278 von den Franken. In der Antike hat an der Stelle eine Akropolis gestanden. Die Natur ist förmlich am Explodieren. Überall blüht es und wir haben viele Schildkröten, Frösche, Flamingos, Kormorane, Milane und eine Eule gesehen.

The next day Karsten managed to drive out of the dunes without getting stuck. We kept on going south to the Bay of Navarino near to Pylos. The weather is perfect for our hikes and cycling. We went to the ruin Paleo Kásto, built in 1278 by the Franconia. This used to be a place of an Akropolis in the antiquity. The nature is litterly exploding. Everywhere it blooms und we saw turtle frogs, flamingos, cormorants, kites and an owl.

Nach ein paar Tagen haben wir den über die Berge den ersten „Finger“ von Peleponnes gequert und sind an die Westküste des zweiten „Fingers“ an den Sauriereierstrand in die Nähe von Aeropolis. Die Straßen sind schmal, steil und manchmal nur Schotterwege – das Fahren ist jedoch sehr entspannt, weil einfach fast kein Verkehr herrscht. Nur ganz selten begegnen wir anderen Autos und das ist auch gut so.

After a couple of days we passed the first „finger“ over the mountains of Peleponnes to the west coast of the second “finger”. We went to the dinosaurs beach close to Aeropolis. The roads are very narrow, steep and sometimes just gravel roads – but since almost no cars drive around it is very relaxed driving here.

Am Sauriereierstrand, der wird wohl so genannt, weil die dicken Kieselsteine wie Sauriereier aussehen (?), besuchen wir die Höhle von Dirou. Sehr spannend – Höhlen gibt es hier, wie wir noch erfahren werden, sehr viele.

We visited the cave of Dirou – very interesting and we will discover much more caves.

Am nächsten Tag fahren wir 30 Kilometer wieder quer über die Berge nach Gythio. Für die 30 km brauchen wir über eine Stunde, wir lassen uns aber auch sehr viel Zeit … In Gythio finden wir auf der vorgelagerten Insel, erreichbar über einen sehr schmalen Damm, einen fantastischen Stellplatz. Wie bisher überall ist freies Stehen überhaupt kein Problem. In Gythio, einer kleinen bezaubernden Hafenstadt am Fuße der Berge, kaufen wir das Fährticket nach Kreta und genießen die Gastfreundschaft der Griechen. Besonders zu empfehlen ist die auf dem Bild zu sehendende Taverne in der Ecke des Marktplatzes. Dort hatten wir einen sehr schönen Abend bei unglaublich netten Menschen.

The next day we travel 30 kilometers to Gythio. It takes more than an hour, but we just take our time… In Gythio we find a place for Ewald on a little Island accessible via a narrow dam. Gythio is a cute little harbor town. Here we can get a ticket for the ferry to Crete. If anyone ever visits Gythio, you have to go to the litte tavern on the picture. It is located in the corner of the marketplace – we had a fantastic evening there.

Auf der Fähre lernen wir die zwei Reisenden Sabine und Max kennen. Sie sind normalerweise mit einem ausgebauten Kastenwagen unterwegs, Kreta wollen sie jedoch mit dem Fahrrad erkunden. Cool! Die Überfahrt verläuft recht ruhig und als wir gegen Mitternacht ankommen, stellen wir uns einfach direkt am Hafen zum Schlafen hin. Kein Problem.

On the ferry we get to know the two travelers Sabine and Max. Normally they travel with a little self-build camper but Crete they want to discover with their bikes. Cool.

Wir verabreden uns nach einer ruhigen Nacht mit Sabine und Max für den nächsten Tag zusammen zu wandern. Nachdem wir dann in Kissamos noch unsere Vorräte aufgefüllt haben, fahren wir 15 km weit ins Hinterland in den winzigen Ort Katsomatados. Der Ort besteht aus einer Handvoll Häusern und einer Taverne. Direkt am Ortseingang finden wir einen kleinen Platz, an dem wir mit Ewald stehen können (er passt nämlich nicht in die Ortschaft). Wir vier werden unglaublich von den Tavernenbesitzern, Christina und Vassilis, verwöhnt und schon nach wenigen Stunden haben wir das Gefühl adoptiert worden zu sein. Am zweiten Abend bereits essen wir alle gemeinsam – fantastische Erlebnisse mit herzerfrischenden Menschen. Natürlich gehen wir auch gemeinsam Wandern und lassen uns dabei von der Natur und den Aussichten auf der 2-Schluchten-Tour (Topoliano und Mouri Schlucht) verwöhnen. Kreta ist, das können wir jetzt schon sagen, eine super Wanderinsel – einen guten Orientierungssinn vorausgesetzt, denn nicht immer ist alles gut markiert.

We make the appointment to meet again with Sabine and Max in Katsomatados. In Kissamos we buy some food and then we drive 15 kilometers south into the mountains. Katsomatados with its about 8 houses is so small, Ewald doesn´t fit in, but that is no problem since we just park in front of the only tavern. The hosts of the tavern, Christina and Vissalis, spoil us totally. Already on the second evening we four belong to the family and we all eat and drink together. Wonderfull people and heartwarming experiences. Of course we also hike. We walk through two gorges (Topoliano and Mouri) and enjoy the nature and the breathtaking  sights.

Nach den schönen Tagen in Kasomatados verabschieden wir uns von Sabine und Max, wir sehen uns aber bestimmt wieder, und setzen unsere Fahrt in den Süden Kretas weiter fort. Die Stecke bis Gialos ist fast 30 km (!) weit. Auch hier finden wir auf einer vorgelagerten Insel in der Nähe von Paleochora einen ruhigen Platz. Hier am Strand ist sogar eine öffentliche Dusche mit Trinkwasser. Somit beschließen wir hier unseren dringend nötigen Waschtag einzulegen. Mit den Rädern erkunden wir noch die Gegend, fahren nach Paleochora und ein Stück den E4 (europäischer Wanderweg) entlang.

After very nice days in Katsomatados we say goodbye to Sabine and Max, we will sure meet again, and keep on going south. After 30 kilometers we reach Gialos near Paleochora. We find a great spot on the beach to stay. And there even is a shower with drinking water. Perfect, we decide to make a “laundry-day”.

Nachdem wir Ewalds Wassertanks noch aus „unserer“ Stranddusche befüllt haben heißt das nächste Ziel Sougia, ebenfalls im Süden Kretas und ein Ausgangspunkt für einige schöne Wanderungen. Auf dem Weg dorthin legen wir in Azogires noch einen Zwischenstopp ein und wandern dort zu der Höhle der 99 Väter und zu einer ottomanischen Burgruine. Ist alles wahnsinnig geschichtsträchtig hier … und dann haben wir auch noch einige Gänsegeier gesehen. Die werden uns jetzt öfter auf unseren Wanderungen begleiten – das ist hoffentlich kein Zeichen …

After filling up our tanks with water from „our“ shower on the beach, our next goal is Sougia. On the way there, we stopover in Azogires and we hike to the cave of the 99 fathers and to an ottoman ruin. We see a bunch of griffons. We will see them from now on a lot – we hope that is not a sign.

Dann Souiga – und was sollen wir sagen, wieder finden wir direkt am Strand einen wunderschönen Platz für Ewald. Souiga selbst schläft noch ein wenig, von den vermutlich 8 Tavernen hat nur eine auf, der Bäcker kommt nur zweimal die Woche, der Obst- und Gemüsehändler nur einmal die Woche – also alles wie wir es lieben. Ruhig! Und trotzdem die Möglichkeit Einzukehren. Gestern haben wir eine fünfstündige Wanderung unter anderem zur Polifimos-Höhle, in dieser der Sage nach Odysseus vom Zyklopen Polifimos gefangen gehalten wurde. Eine wunderschöne Höhle, in die sich auch die Ziegenherden nachts zurückziehen, wie man sehen und riechen konnte. Abends waren wir dann in der Taverne und haben das einfache Essen sehr genossen.

Finally we are in Sougia – and what sha+ll we say, again we find THE perfect place for Ewald directly on the beach. Sougia itself still is a bit sleepy, of the maybe 8 taverns only one is open, the baker comes twice a week, the fruits and vegetable dealer comes ones a week – everything the way we love it. Quiet! Yesterday we hiked for 5 hours to Polifimos cave, where Odysseus was kept caught by the cyclope Polifimos. A wonderful cave also used by the goats during the night, as we could see and smell. Afterwards we went to the tavern and had a simple and great dinner.

Schon jetzt sind wir verliebt – verliebt in Griechenland. Die Gastfreundlichkeit ist unbeschreiblich, die Einsamkeit kommt uns sehr entgegen und wir lieben die Natur mit den fantastischen Wandermöglichkeiten.

We are in love – in love with Greece. The hospitality is incredible, the loneliness is just right for us and we love the nature with its great hiking-possibilities.