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Wir haben es uns weiterhin im Erg Chebbi gut gehen lassen. Wir sind viel in den Dünen gelaufen und auch viel mit unseren Rädern gefahren. Radfahren ist hier in Marokko überhaupt kein Problem – das gehört auch hier zu den ganz normalen und alltäglichen Transportmitteln – so wie auch der Esel. Haben wir eigentlich schon mal erzählt, dass wir immer wieder die gleichen Leute/Reisenden in Marokko treffen? Gerade hier merken wir immer wieder, wie klein doch die Welt ist. So haben wir wieder Gertraud und Werner mit Ihrem MAN Bimobil getroffen. Das erste mal haben wir uns vor vier Jahren auf der Piste von Sidi Ifni nach Fort Bou Jerif getroffen. Sehr lustig und eine große Freude…

We had several more good days in the Erg Chebbi. We walked and ran a lot in the dunes and went a couple times with our bicycles to Merzouga. Bicycling is no problem at all here in Morocco, the bicycle is a very normal thing to take, just like the donkey. Did we tell you already, that we meet the same people over and over again? The world is really small. In the Erg Chebby we met Getraut and Werner again. The first time we met, is about four years ago, then we met on a piste between Sidi Ifni and Fort Bou Jerif. Isn´t that funny?

Auch diesmal habe ich (Sandie) wiedermal beim Besteigen besonders steiler Dünen Höhenangst. Unfassbar und völlig irrational, weil der Sand weich ist und ja quasi nix passieren kann… ODER etwa doch??? Ich stelle mich aber der Angst und hoch komme ich immer, runter – das kann ganz besonders Karsten bestätigen – ist der schlimme Part. Aber wie heißt es so schön: Runter kommen sie alle. 😆 

Also this time I’m (Sandie) sometimes afraid on the steep dunes. That is not really rational, the sand is soft and nothing can really happen. But I try hard to beat my fear. Going up is mostly not such a big problem BUT going down – Karsten can tell you stories about it – is really tough. But as Karsten always says: We will always get down. 😆

Wir umrunden dann noch den Erg Chebbi mit 2 Übernachtungen zwischendurch. Immer wieder fahren wir durch Fech-Fech (weicher Tiefsand) und Ewald kämpft sich mit seinen neuen Reifen fantastisch und mit Leichtigkeit durch. Macht wieder super viel Spass im Sand zu surfen.

We circumnavigate the Erg Chebbi and spend two nights in the dunes. We drive quite a bit through Fech-Fech (soft deep sand) and Ewald fights is way through very easily. The new tires help a lot. It is a lot of fun to surf through the sand.

Zwischendurch sind wir noch in die, mitten in den Dünen gelegene, Oase Oubira zum Tee trinken gelaufen, dort fühlt man sich tatsächlich ein wenig wie in 1001 Nacht. 

In between we marched to a little oasis called Oubira in the middle of the dunes to drink some tea there. We felt a little bit like in 1001 night.

Auf unserer Weiterfahrt Richtung Nord-Westen haben wir dann mal wieder eine Nacht vor einer Polizeistation verbracht. Wir standen zunächst frei, wurden dann jedoch (sehr höflich) aufgefordert zur Polizei zu fahren. Leider sind aufgrund aktueller Ereignisse die Polizisten sehr vorsichtig und wollen die Touristen beschützen. Mal schauen wie zukünftig das Freistehen wird.

On our way heading north-west we had to stay another night at a police station. We first were somewhere in the countryside, but people and the police told us to go to the police station. They are always very friendly but they are also worried something could happen, even though we never feel unsafe …

Auf unserem Weg nach Goulmima besuchen wir noch einen Khettara bzw. Foggara. Dies sind zum größten Teil ehemalige Wasser Kanalsysteme. Früher gab es mal 570 Kanäle mit einer Gesamtlänge von 2.900 km. Heute sind wohl noch 250 in Betrieb. Die sehr aufwändige Instandhaltung erfolgte früher durch Sklaven, die oft aus dem Sudan kamen. Das sieht man hier auch heute noch deutlich an vielen Nachkommen schwarzafrikanischer Bevölkerung. Wir konnten in eine stillgelegte Foggara absteigen und uns den mannshohen (oder fraushohen) Kanal über mehrere hundert Meter anschauen. Das war sehr interessant.

On our way to Goulmima we visited a Khettara/Foggara. These are, or used to be, underground water channels. There used to be more than 570 channels with a total length of 2900 kilometers. Today there are still 250 working. The very intensive maintenance was earlier made by slaves from Sudan. You still can see a lot of black African people around here. We were in a shut down Khettara, which was very interesting.

Ja und dann, dann sind wir in Goulmima gelandet. Einer wirklich touristisch völlig unverdorbenen Stadt mit den vermutlich freundlichsten Bewohnern, die uns je auf unseren Reisen begegnet sind. Alle lächeln oder lachen, jeder freut sich über Fremde, keiner möchte etwas verkaufen, morgens bekommen wir frisches Brot direkt ans Auto gebracht … wir fühlen uns total wohl. Und dann ist da noch die fantastische Oase. Riesig, fruchtbar und wunderschön. Wir verbringen hier sehr angenehme (Weihnachts-)Tage, besuchen eine Olivenöl-Produktion, besuchen das Ksar (Altstadt) von Goulmima (Weltkulturerbe) und noch einige Ksars in der Umgegend, die uns sogar noch besser als das in Goulmima gefallen. 

Yes and then, then we landed in Goulmima. The city is not touristic at all we met the propably nicest people, we have ever met on our travels. They all smile or lough, everyone seems to be happy top see us and no-one begs for something … we feel totally great. And then there is the fantastic oasis. Huge, fruitful and wonderful. We spend very pleasant (christmas) days, visit a olive oil production, visit the ksar (oldtown) of Goulmima (world heritage) and some other ksars in the surrounding area, which we even like more.

Von Goulmima geht es weiter über die super einsame R 7101 über Tadirhoust, Amallagou bis hinter Assoul. Immer entlang des Gheris Fluß in der Gheris Schlucht. Auf gut 95 km queren wir den Fluß bestimmt 20 mal, fahren durch wundervolle Landschaften, kehren auf einen Tee in der sehr schönen Auberge Amellagou bei Ali ein und finden dann irgendwo „im Nichts“ einen tollen und sehr ruhigen Übernachtungsplatz.  

From Goulmima we drive on the very lonely R 7101 going through Tadirhoust, Amallagou until behind the town called Assoul. Along the Gheris river in the Gheris Canyon. On about 95 kilometers we cross the river maybe 20 times, we drive through a wonderful landscape, drink a tea in Ali’s Auberge Amellagou and then in the middle of nowhere we find a great spot to spend the night.

Am nächsten Tag fahren wir zum Anfang der Todra Schlucht bei Tamtatouchte. Von hier aus können wir schon gut wandern, für unsere Hauptwanderung müssen wir jedoch noch 20 km weiter ganz tief in die Schlucht. Dort wandern wir dann wieder nach oben und geniessen den Blick in die Todra Schlucht und in die umliegenden Schluchten. Wir wandern auch durch ein sehr abgelegenes Nomadendörfchen … da fühlt man sich in der Zeit schon locker 300 Jahre oder mehr zurück versetzt. Tagsüber sind die Temperaturen immer noch sehr gut aber nachts hatten wir dann schon mal -5° C … bitter bitter kalt. Wir sind halt immer noch im Hohen Atlas und das macht sich gerade nachts bemerkbar.

The next day we drive to the „entrance“ of the Todra Canyon near the town Tamtatouchte. We are able to make some nice hikes and for our „main-hike“ we have to drive into the canyon for another 20 kilometers. From there we walk up to the rim and we have some spectacular sights into the Todra and other canyons. We also hike through a nomad village … you easily feel like put back at least 300 years. During the days the temperature still is quite nice but in the nights it gets colder and colder. We are still in the High Atlas Mountains.

Da wir jetzt schon hier sind, beschließen wir auch noch die Dades Schlucht zu besuchen. Auch dort soll es gut möglich sein, zu wandern. Wir bleiben dann auch noch über Silvester in bzw. am Anfang der Dades Schlucht bei den Doigts de Signe (auch Affenfinger genannt). Die Landschaft ist unbeschreiblich und die Wanderungen waren wirklich ein Highlight. Es ist schwer zu beschreiben und auch unsere Bilder können die Schönheit und die Besonderheit dieser Gegend nicht wirklich wiedergeben. 

Now we are here, we also decide to go to the Dades Canyon. Hiking should also be possible there. We stay there for a couple of days and spend New Year at the beginning of the canyon at a place called „Doigts de Signe“ (also called monkey´s fingers). The landscape is unbelievable and the hikes are a true highlight. It is really hard to describe and also our pics aren´t able to show the beauty of this area.

Jede der drei Schluchten war schön und jede war verschieden. Sollten wir jedoch ein ranking abgeben, so läge die Gheris Schlucht vorne, da diese kaum erschlossen und somit wunderbar einsam ist. Auf den zweiten Platz käme die Dades Schlucht mit ihren bizarren Felsformationen und die Todra würde den dritten Platz belegen. Sie ist auch sehr besonders, jedoch leider auch touristisch überlaufen, was natürlich auch den Weihnachtsferien in vielen Ländern geschuldet war.

We loved every one of the canyons/valleys and every one was very unique. If we would rank them, then probably the Gheris would be on the top, just because it is so lonely and quiet. The Dades would be in second place with its bizarre rock formations and the Todra would be in third place. That canyon of course is also very special but it also is quite touristic, so for us there were to many people.

Im neuen Jahr haben sich unsere und Gitti und Günthers Wege erst mal getrennt und wir sind weiter Richtung Westen gefahren. Zunächst bis kurz vor Ouarzazate, dort haben wir an einem See übernachtet. Frei stehen, scheint nicht mehr so ein Problem zu sein. Hier haben wir noch ein rumänisches Pärchen kennengelernt, die zwei wollen mit ihrem Motorrad bis nach Kapstadt. Ausserdem kamen später noch Wolfgang und Ruth, die mit ihrem schönen LN2 auch ein paar Wochen in Marokko unterwegs sind.

In the new year we said goodby to Gitti and Günther and we kept on going mainly west. Shortly before Ouazazate we found a nice lake, where we could camp. Here we met a Romanian couple traveling on their motorbike to Cape Town and a German couple with a mercedes truck spending a couple of weeks in Morocco. 

Auf der N13 geht es immer weiter westlich durch bizarre Filmkulissen Landschaften. In der Tat gibt es in Ouarzazate eine größere Filmindustrie – nicht zuletzt aufgrund der herrlichen Kulissen. Teilweise sieht es aus wie in Colorado, wir sehen wieder die lustigen Tajine Berge und natürlich immer wieder die „Rührteigberge“.

We head along the N13 west, through imposing movie sceneries. We found out, that there is quite a bit of film industry in Ouarzazate. It is not hard to guess why, with these crazy landscapes. Sometimes you could even think you are in Colorado. 

Jetzt sind wir bei sehr angenehmen Klima (tagsüber Mitte 20° und nachts nicht kälter als 6°) in der Safranstadt Taliouine angekommen. Wir werden hier noch ein wenig die Gegend mit den überall blühenden Mandelbäumen erkunden, um dann noch weiter westlich zu ziehen. Spätestens Mitte Januar wollen wir uns dann mit unseren Freunden aus Chefchauen in Tafraoute treffen und Karstens Geburtstag feiern.

Now we are, with very comfortable climatic conditions, in the saffron city Taliouine. We are surrounded by blooming almond trees … and we love it. In the next couple of days we will be going towards the coast and then mid January we will meet up with friends in Chefchauen to celebrate Karsten´s birthday.