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Der Mai ist für uns ein Monat der Gegensätzlichkeiten. An den pazifischen Stränden auf 0 Meter erleben wir Temperaturen jenseits der 40 Grad und bei den Vulkanen auf über 4.000 Meter erleben wir Temperaturen von 0 Grad. Was gefällt uns besser? Das lässt sich gar nicht so leicht sagen. Fakt ist, an den Stränden war es meist so heiß, dass wir uns nur frühmorgens und spätnachmittags draußen so richtig aufhalten konnten. Das ist schon eine Belastung – und wir waren täglich froh, unsere Klimaanlage zu haben. In den Bergen hingegen ist die Luft herrlich frisch aber jenseits der 4.000 m auch ungemein dünn – so wird jede Bewegung schon recht anstrengend und wir kommen super schnell ins Schnaufen. Im Grunde genommen finden wir beides faszinierend, sowohl die Ozeane als auch die Berge. Und je nachdem wo und wie lange wir irgendwo sind, zieht es uns wieder zu dem anderen. Geht es euch auch so?

Die herrlich frischen Tage in San José del Pacifico (auf 2.500 m) tun uns sehr gut und wir genießen den kleinen Ort mit den unendlichen Wander- und Laufmöglichkeiten, in Kombination mit den leckeren Restaurants und Cafes, sehr. Schweren Herzens verabschieden wir uns und wollen wieder über ganz tolle Abkürzungen an den Strand fahren. Die Abkürzungen sind abenteuerlich – jedoch landschaftlich echt der Knaller. Wir schaffen es bis hinter Puerto Escondido an den Strand und sind nach über sechs Stunden, die wir für die 173 km gebraucht haben, rechtschaffen müde.

Wir genießen noch ein wenig den Strand, können aber aufgrund der wuchtigen Wellen leider nicht in das erfrischende Nass springen. Die Wellen sind so mächtig und stark, dass es sich in der Nacht wie viele kleine Erdbeben anfühlt und Ewald erzittert ständig. IRRE – so was haben wir noch nicht erlebt.

Die nächsten Tage verbringen wir bei Ester in ihrem paradiesisch schönen Camp etwa 130 km südlich von Acapulco. Ihr liebreizender Hund begleitet uns auf unseren Strandspaziergängen und Strandläufen, Esther verwöhnt uns mit leckerem Essen, wir springen täglich mehrfach ins Schwimmbad und wir haben ausreichend Strom, um die Klimaanlage laufen zu lassen – so lässt es sich aushalten.

Und dann fahren wir nach Acapulco – mit gemischten Gefühlen. Unsere gemischten Gefühle werden zunächst auch noch weiter genährt. Es ist super heiß und schwül und im dichten Verkehr bewegen wir uns sehr langsam durch die Stadt. An einer Ampel werden wir von einem Polizisten angesprochen und er bedeutet uns, dass wir ihm folgen sollen. Bald schon halten wir, und nach kurzem (eigentlich freundlichen) Gespräch verlangt er 5.000 Pesos (230 Euro), weil wir angeblich irgendeine Genehmigung für Ewald nicht haben. Wir wollen das natürlich nicht bezahlen – denn wir riechen förmlich seinen korrupten Charakter. Nicht zuletzt auch, weil er uns nach einigem hin und her anbietet „nur“ 4.000 Pesos zu bezahlen. Wir rufen kurzerhand Ester an und sie gibt sich telefonisch als unsere Rechtsanwältin aus, nach 5 Minuten Diskussion überreicht uns der Polizist wieder unser Telefon und wir dürfen fahren – natürlich ohne zu bezahlen. Lieben Dank an unsere „Rechtsanwältin“ Ester. 

Wir sind trotzdem etwas genervt, viel Verkehr und die schwüle Hitze tun ihr übriges für unsere Laune. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in den Außenbezirken von Acapulco einen ruhigen Campingplatz, direkt am Strand gelegen, finden. Es ist Wochenende und wir hatten somit schon befürchtet, dass er voll sein könnte – außer uns ist aber nur noch ein Zelt auf dem ganzen Platz. Prima. Wir genießen den Strand und die Salzwasser-Duschen. Jetzt ist wieder alles gut.

Morgens können wir, wie gewohnt, barfuß am Strand laufen, doch tagsüber ist es wieder so heiß, dass wir uns viel in Ewald bei laufender Klimaanlage aufhalten (müssen). Am späten Nachmittag fahren wir mit „Collectivos“ (kleine Vans, die überall Halten und auf festen Routen fahren) in die Innenstadt. Wir erkunden die Stadt ein wenig zu Fuß und bewegen uns hauptsächlich an den städtischen Stränden und den Marinas. Es sind noch einige Zerstörungen von Hurrikan Otis zu sehen, der hier in der Gegend vor zwei Jahren gewütet hat. Viele verlassene Gebäude – jedoch haben die großen Ketten wie Hilton, Marriott usw. natürlich längst wieder ihre „Prunkbauten“ renoviert und geöffnet. Uns fällt auf, dass viele einheimische Touristen zu sehen sind. Wir sehen jedoch quasi keine „Weißbrote“ – Acapulco hat einfach scheinbar einen zu schlechten Ruf.

Dabei war Acapulco gerade in den 50er und 60er Jahren DER Ort der Reichen und Schönen. Überall in der Stadt hängen Plakate von Schauspielern und anderen Stars, wie Elvis Presley, Johnny Weissmuller, Liz Taylor … und zeugen von glamourösen Zeiten. Wir können uns gut vorstellen, warum es alle hier hin gezogen hat. Die Lage mit den Stränden, den wunderschönen Buchten und atemberaubenden Steilküsten ist einmalig.

Und dann gibt es da natürlich die Klippenspringer, die sich seit fast 100 Jahren todesmutig in die Fluten stürzen. Wir haben von Rita und Ulli (vielen Dank dafür) den Tip bekommen, einen Tisch im La Perla Restaurant zu reservieren, um gemütlich bei Essen und Trinken das Spektakel zu genießen. Es ist Samstag Abend und wir gehen auf gut Glück zum Restaurant und siehe da, wir bekommen tatsächlich einen fantastischen Tisch mit toller Aussicht. Das Essen ist im Großen und Ganzen in Ordnung und die Show ist gänsehautmässig aufregend und großartig. Wir erleben den Einmarsch der etwa 10 Springer, darunter eine Frau, und zunächst springen sie von der gegenüberliegenden Klippe ins Wasser und machen sich warm. Da würden wir schon NIE UND NIMMER runterspringen! Dann klettern sie am gegenüber liegendem Felsen in die Höhe (auch DAS würden wir nicht machen) um dann aus verschiedenen Höhen todesmutig zu springen. La Quedraba ist der Felsen von dem sich die Clavadistas aus bis zu 30 m Höhe runterstürzen. Sie müssen genau abpassen, wann sie springen, denn für ein Wellental wäre das Wasser zu niedrig – sie müssen immer eine Welle erwischen. So spannend – wir freuen uns jetzt doch sehr, dass wir nach Acapulco gefahren sind. 

ein kleines Video der Klippenspringer – a small video of the cliff divers

Nun verabschieden wir uns erst mal für längere Zeit von unserem Strandleben. Es zieht uns mit aller Macht in die Berge und wir lechzen nach kühler bzw. frischer Luft. Auch Zudecken würden wir uns nachts gerne mal wieder. Auf dem Weg in Richtung Mexico City verbringen wir eine Nacht an einem warmen Fluß mit vielen natürlichen Becken die recht erfrischend sind. Nach der langen heißen Fahrt, tut es auf jeden Fall gut, ins Wasser zu springen und wieder auf normale Körpertemperatur „abzukühlen“. Schade ist nur, dass der Ort ziemlich verdreckt ist … trotz vieler Mülleimer, scheint es den Mexikanern leider oft völlig egal zu sein, wie vermüllt es ist. Sie lassen ihre Millionen Chipstüten und Plastikbecher einfach ÜBERALL liegen. Und das viele Personal ist offensichtlich hier auch nicht sehr motiviert, da sind doch die smartphones wesentlich interessanter. Sehr schade.

Wir fahren weiter nach Tonatico, ein kleines Pueblo Magico auf etwa 1.600 m gelegen. Das Klima ist schon etwas angenehmer, jedoch noch immer erstaunlich heiß. Hier finden wir einen schönen Übernachtungsplatz in einem kleinen Park. Mit Schwimmbad und Duschen. Alles super sauber und eine super freundliche Atmosphäre. Wir fühlen uns wohl, erkunden den Ort, gewöhnen uns langsam wieder an die Höhe und das ALLERWICHTIGSTE: wir entsalzen Ewald. Nach den Wochen an den Stränden und der vielen Gischt ist das allerhöchste Zeit. Und als er dann so in der Sonne wieder wie eine Speckschwarte glänzt, fühlen wir uns auch ganz erleichtert. Wir haben uns manchmal nachts schon eingebildet zu hören, wie sich der bösartige Rost weiter in Ewalds kostbares Blech „einfrisst“.

Wir klettern mit Ewald weiter in die Berge und kommen in Toluca, der höchstgelegenen Stadt Mexikos, auf 2.750 m an. Wir befinden uns unweit von Mexiko City und sehen natürlich auch wieder die dreckige Dunstglocke am Himmel. Und doch fühlen wir uns sehr wohl, nachts wird es so frisch, dass wir uns endlich wieder zudecken können bzw. müssen. Cool! Toluca selbst ist einfach nur groß und wenig charmant, doch verfügt die Stadt über einen kleinen Nationalpark, in dem wir campen dürfen. Perfekt. Hier können wir wieder ordentlich einkaufen und aufstocken, Wäsche waschen lassen, Fahrradfahren und in Ruhe akklimatisieren. 

Schon seit Wochen haben wir keine Touristen von außerhalb des Landes, geschweige denn europäische Reisende, gesehen. Toluca liegt scheinbar nicht auf der „üblichen Reiseroute“ und daher sind wir abends erstaunt als ein deutscher Truckcamper in den Nationalpark kommt. Wir lernen schnell Elisa und Maik kennen und stellen fest, dass sie, wie wir auch, als nächstes Ziel den Vulkan Nevado de Toluca besteigen wollen. Sehr schön.

Doch zunächst erkunden wir die Umgegend und klettern auf die nahe gelegenen Hausberge im Nationalpark. In der Ferne sehen wir den Nevado de Toluca, ein riesiger Vulkan mit einer sehr großen Caldera, zwei Seen und mehreren Gipfeln, der Höchste misst 4.690 m. Das Ganze sieht sehr respekteinflössend aus.

Ewald bringt uns in der nächsten Etappe auf 3.700 m Höhe. Hier dürfen wir auf einer schönen Wiese, umgeben von wunderschönen Kiefernwäldern, campen. Mit vielen goldigen Hunden und einigen Kühen fühlen wir uns hier sehr wohl … wenn auch zunächst noch etwas kurzatmig auf der Höhe. Die nächsten Tage sind wettertechnisch durchwachsen, doch das macht gar nix, denn so können wir uns weiter an die Höhe gewöhnen. Mehrfach wandern wir auf über 4.100 m und es klappt doch noch ganz gut. Man bewegt sich halt nur langsamer als gewöhnlich 😆.

Dann wird das Wetter stabiler und wir fahren noch eine Etappe höher. Das ist dann unser höchster Stellplatz ever. Wir stehen auf 4.150 m Höhe und Ewald steckt das ganz locker weg. Wir nicht ganz so, besonders nachts ist es nicht so easy und der Schlaf wird etwas leichter. Wir erkunden die Caldera des Vulkans und sind begeistert. Neben der schieren Größe sind auch die beiden Seen Laguna del Sol und Laguna de la Luna sehr besonders. Dann ist mitten in der Caldera noch ein kleiner Vulkan, der wiederum auch eine kleine Caldera hat. IRRE!

Früh am nächsten Morgen gehen wir zunächst in die Caldera, um dann auf der Gegenseite durch eine super steile „Rutsche“ wieder auf den Rand der Caldera zu gelangen und ein wenig „Gipfelluft“ zu schnuppern. Es geht hier immerzu steil bergauf oder bergab und das ist schon ordentlich anstrengend. Doch sind wir mittlerweile super gut akklimatisiert und wir kommen sehr gut voran. Wir erreichen unseren höchsten Punkt auf 4.530 m, danach wird es uns zu technisch und zu ausgesetzt. Das wussten wir jedoch vorher und daher ist es gar nicht schlimm. Kasi versucht sich noch ein wenig als Bergsteiger und dann genießen wir unsere Vesper. Diese wird natürlich mit unseren treuen Begleitern der letzten Tage brüderlich geteilt. Franzi und Dickie (so haben wir sie genannt) sind immer an unserer Seite und es ist unglaublich, wieviel Meter (sowohl in der Weite als auch in die Höhe) diese Hunde tagtäglich zurücklegen. 

Wir sind sehr sehr begeistert vom Nevado de Toluca. Das ganze Gebiet ist sensationell und wir können gut verstehen, dass unsere Freundin Renate sagt, dass dieser Berg ihr Lieblingsberg in Mexiko ist. Wir müssen noch mal drüber nachdenken aber er könnte auch unser Liebling hier in Mexiko sein. Ist einfach sehr besonders.

Nach 6 wundervollen Tagen und Nächten verabschieden wir uns schweren Herzens vom Nevado. Die frischen Lebensmittel sind restlos aufgebraucht und demnächst ruft schon der nächste Berg. Wir verbringen noch eine Nacht in „unserem Park“ in Toluca und fahren dann weiter östlich.

Wir landen in dem wunderschönen Pueblo Magico Tepoztlan. Umgeben von Bergen und mit super engen Gassen hat der Ort sehr viel Charme. Bei der Einfahrt in den Ort verfahren wir uns leider und wir kämpfen uns über eine Stunde in Milimeterarbeit durch den alten Kern des Ortes. Es ist irre eng und wir kommen nur in mehreren Zügen um die Ecken. Wir haben eine laaaaaange Schlange hinter uns, doch keiner wird ungeduldig – ganz im Gegenteil, wir bekommen noch Hilfe angeboten. Sehr schön – wir sind dann aber echt froh, auf dem Campingplatz anzukommen. Nach einer kurzen Stärkung erkunden wir ein wenig den zauberhaften Ort, jetzt zu Fuß deutlich kommoder und lassen uns kulinarisch verwöhnen.

Am nächsten Tag steigen wir hoch zu der präkolumbischen Pyramide El Tepozteco. Dazu müssen wir fast 500 Höhenmeter über teilweise sehr steile Treppen überwinden. Die Pyramide wurde zwischen 1150 und 1350 erbaut und sie ist heute das Symbol für die nie vollendete Unterwerfung der Mexika-Stämme durch die spanischen Eroberer, die im Jahre 1522 in Tepoztlán ankamen. Die Anlage selbst ist klein und in unseren Augen wenig spektakulär. Spektakulär ist vielmehr die Lage und die Aussichten. 

Weil uns der Aufstieg so viel Spass gemacht hat und wir auch im Training für den nächsten Vulkan bleiben wollen, rennen wir am nächsten Tag vor dem Frühstück noch mal hoch. Wir sind erstaunt – wir sind nicht die Einzigen, die sich das frühmorgens antun. Wir begegnen noch so einigen anderen Läufern und Wanderern. Der Ort macht uns so viel Spaß mit seinem Charme, dass wir beschließen, noch etwas länger zu bleiben. Wir schlendern so durch die steilen Gassen und sehen bei einer Pizzeria, dass sie Masa madre (Sauerteig) anbieten. Also fragen wir, ob sie auch Sauerteigbrot verkaufen – leider nein, sie bieten nur Pizza mit Sauerteig an. Kein Problem, wir gehen weiter und nach wenigen Metern werden wir von der netten Dame eingeholt und sie sagt, dass sie uns gerne ein Brot backen. Wir sollen einfach in drei Stunden wieder kommen. Das machen wir natürlich auch und freuen uns über das leckerste Brot überhaupt. Wieder eine zauberhafte Begegnung.

Nun wird es aber definitiv wieder Zeit weiter in die Berge zu fahren. Wir sind uns nicht sicher, wie lange sich das Wetter noch hält – denn eigentlich hätte es mit der Regenzeit schon längst losgehen sollen. Die Regenzeit ist wichtig – doch freuen wir uns über die bisher trockenen Tage. Wir fahren Richtung Popocatépetl and Iztaccíhuatl und sind schon sehr gespannt, ob diesmal der Park offen ist und wir auch dort parken dürfen, wo wir gerne wollen.

Bereits vor einem Jahr waren wir in dieser wunderschönen Gegend, durften jedoch nicht in den eigentlichen Nationalpark. Der war aufgrund von Waldbränden und wegen zu großer Aktivität des Popo auf unbestimmte Zeit geschlossen. Und dann waren wir doch wandern und sind erwischt worden … vielleicht kann sich der eine oder andere erinnern.

Diesmal ist alles anders. Der Ranger ist freundlich und wir dürfen tatsächlich noch weiter hoch bis zu La Joya auf 3.970 m (der höchste Parkplatz und Ausgangspunkt für Wanderungen). Viele LKW-Wohnmobile werden wohl nicht hochgelassen, da der Weg schmal, ausgewaschen und teilweise ziemlich zugewachsen ist. Ewald ist jedoch zierlich genug und wir finden den Weg auch gar nicht so schlimm. Es ist immer nur eine Frage der Geschwindigkeit und dann ist fast alles für Ewald machbar. So brauchen wir für die gut 7 km eine Dreiviertelstunde.

Es ist in jeder Hinsicht atemberaubend hier oben – die Landschaft ist unbeschreiblich schön und die Luft dünn. Doch fühlen wir uns noch ganz gut akklimatisiert und die letzte Nacht beim Visitorcenter auf nur 3.680 m hat auch gut getan. 😆 Wir gehen bei bestem Wetter schon mal den Izta ein wenig an. Beim Portillo 2 nach etwa 450 Höhenmeter beschließen wir umzukehren. Wir sind konditionell gut drauf und ob der ganzen Gegend total euphorisch. 

Nachdem wir wieder bei Ewald angekommen sind und zum Glück gerade gemütlich bei Kaffee und Kuchen innen sitzen, ändert sich das Wetter in nur wenigen Minuten. Nach Sonne und Windstille zieht sekundenschnell ein Sturm auf, es wird dunkel und dann fängt ein heftiger Hagelsturm an. Echt krass und innerhalb unserer GFK Kabine erschreckend laut. Nach 15 Minuten ist der ganze Spuk zu Ende und der Berg ist weiß. Wir versuchen noch nicht so sehr über die Konsequenzen nachzudenken und freuen uns auf die morgige Wanderung.

Früh morgens gehen wir bewaffnet mit Steighilfen los und müssen diese wegen dem vielen Schnee/Eis auch schon bald anlegen. Trotzdem sind wir guter Dinge und es läuft ganz gut. Bis … ja bis Sandies Kopf in der Rutsche Richtung der Schutzhütte nicht mehr mitmacht. Gesungen hat sie schon den ganzen letzten Kilometer in der Schräge und brauchte auch oft Karstens Hand als weitere psychische Stütze – doch dann kommt der Punkt an dem nix mehr geht. Die Höhenangst ist einfach ein A-loch. Und der total vereiste/verschneite „Weg“ gibt uns beiden einfach kein Vertrauen mehr. Ein Blick nach links (Sandie wagt es kaum) – nichts als eine unendlich steile Rutsche ins Nichts – verheißt nichts Gutes. Also beschließen wir schweren Herzens, auf der Höhe von 4.550 m zu drehen.

Später auf unserem Rückweg kommt die Sonne raus, wärmt uns und wir sind schon wieder guter Dinge. Wir sehen sehr viele Erinnerungsplaketten und Kreuze auf unserem Weg … es hat wohl schon einige tragische Unfälle gegeben. Die 5.000 er Marke muss einfach noch ein wenig warten. In Südamerika knacken wir sie auf jeden Fall. 

Nach drei Tagen am La Joya bleiben wir noch eine Nacht am Visitorcenter und erkunden dort die Gegend ein wenig. Dann wird das Wetter weiter unstabil und wir beschließen die Shit-Piste nach Cholula runter zu fahren. Die Piste ist wie letztes Jahr etwas nervtötend aber langsam und geduldig sehr gut machbar. Fast noch nerviger ist es durch Cholula zu fahren. Es ist Freitag Nachmittag, Rushhour und gerade ist auch noch Schulaus und wie überall in der Welt holen auch hier hysterische (reiche) Muttis ihre Kinder vor der Schule ab und verstopfen so zusätzlich die Straßen. Nach insgesamt über drei Stunden für 45 km kommen wir an unserem überraschend schönen Campground mit grünen Wiesen, teilweise warmen Duschen und Wäscheservice an. Ein schöner Platz, um Cholula weiter zu erkunden und vielleicht fahren wir von hier aus auch mal nach Puebla – mit dem Taxi.

Die Regenzeit hat nun aber definitiv angefangen. Zum Glück bedeutet dies nicht, wie uns alle Locals versichern, dass es jeden Tag nonstop regnet. Es ist wohl vielmehr so, dass die Vormittage meist noch schön sind und es dann nachmittags/abends regnet. We will see und machen das Beste daraus. Fakt ist nun leider, dass wir uns keine höheren Berge mehr vornehmen können, denn wenn es hier auf 2.150 m regnet, dann schneit es weiter oben mit Sicherheit. Wir werden noch ein wenig für uns neue Wege und Orte erkunden ehe wir dann im Juni in Oaxaca ankommen. Dort haben wir allerhand Reparatur-, Optimierungs- und Wartungsarbeiten geplant. Wir halten euch wie immer auf dem Laufenden.

Bis dahin bleibt glücklich, gesund und gelassen.

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