Nun sind wir mit Ewald bereits in seinem 30. Land – wir zwei haben noch ein paar mehr auf unserer Liste – aber wir sind schon stolz auf Ewald durch wieviele Länder er uns schon geleitet hat. Bis zu unserem Europaaufenthalt im Sommer haben wir nun nur noch ein Land bzw. eine Grenze nach Costa Rica vor uns. Für unsere Verhältnisse sind wir seit Dezember letzten Jahres ganz schön zielstrebig unterwegs (hängt natürlich auch mit unseren Visas zusammen) und anstatt uns in chaotischem Zick Zack voran zu bewegen, geht es recht gradlinig Richtung Süd-Osten. Wir freuen uns aber auch schon drauf, wieder mal etwas länger verweilen zu können. Das hängt einerseits an den Touristenvisa, die wir bekommen, andererseits auch an der Camping Infrastruktur in den Ländern und natürlich daran, wie schnell es uns weiter zieht. Vielleicht finden wir in Costa Rica wieder einen Platz, wo man hängen bleiben kann – schauen wir mal.
We’re now in our 30th country with Ewald – us two have some more on our list – but we’re already proud of how many countries Ewald has guided us through. Until our trip to Europe this summer, we only have one more country, or rather, one more border to cross: Costa Rica. For us, we’ve been traveling quite purposefully since last December (which is, of course, also related to our visas), and instead of moving along in a chaotic zigzag pattern, we’re heading fairly directly southeast. We’re also looking forward to being able to stay in some places for a while. That depends partly on the tourist visas we get, partly on the camping infrastructure in the countries, and of course, on how quickly we want to move on. Maybe we’ll find a place in Costa Rica where we can stay longer – we’ll see.
Utila war ein schöner Zwischenurlaub von unserem Reiseleben. Und ja, viele denken wir sind doch immer im Urlaub, das wissen wir. Doch ist so eine Reise oft fernab vom Urlaub – es ist halt unser selbstgewählter Alltag. Ein Alltag der sich meist sehr frei anfühlt, wir aber auch unsere Routinen haben und wir es großartig finden, immer wieder neue Plätze für uns zu entdecken und mit der Natur ganz nah zu sein, aber auch mit den Einwohnern und der Kultur näher zu kommen. Es kann aber auch mal sein, dass wir keinen großartigen Übernachtungsplatz finden und wir vielleicht bei einer Tankstelle oder umgeben von Müll einen Platz haben – die Müllplätze kommen hier in Mittelamerika schon mal öfter vor. Auch muss man sich oft Gedanken zu alltäglichen Sachen machen, wo finden wir Diesel, wo können wir mal wieder „richtig“ einkaufen, wo finden wir einigermaßen gutes Wasser zum Auffüllen, was müssen wir für die Grenze vorbereiten … doch das macht uns Spaß und irgendwie klappt ja immer alles.
Utila was a lovely break from our travels. And yes, many people think we’re always on vacation, we know that. But a trip like this is often far from a vacation – it’s our self-chosen everyday life. An everyday life that usually feels very free, but where we also have our routines, and we find it wonderful to constantly discover new places and be close to nature, but also to get closer to the locals and their culture. Sometimes, though, we can’t find a great place to camp and might end up at a gas station or surrounded by garbage – garbage everywhere is quite common here in Central America. We also often have to think about everyday things: where do we find diesel, where can we do some proper shopping, where can we find reasonably good water to fill up on, what do we need to prepare for the border… but we enjoy it, and somehow everything always works out.
Wir verabschieden uns also von Utila und im schönsten Wetter geht es auf der Fähre zurück aufs Festland Richtung La Ceiba. Nach einer halben Stunde, wir haben die Wolken schon länger beobachtet, fängt es wie verrückt an zu schütten. Binnen Sekunden sind wir durchgeweicht und flüchten in den auf Kühlschrank Temperatur abgekühlten „Salon“ der Fähre. Im Hafen regnet es noch immer in Strömen und nach der sehr unorganisierten Gepäckausgabe beschließen wir, mit dem Taxi die 300 m bis zum Ewald zu fahren. Der Fahrer verlangt Wucherpreise – aber naja – als er dann aber noch 5 weitere Kunden einschließlich Gepäck in dem Kleinwagen mitnehmen will, flüchten wir zu Fuß. Zum Glück hatten wir noch nicht bezahlt und so marschieren wir durch knöcheltiefe Pfützen zu Ewald. Ewald und wir freuen uns, wieder vereint zu sein. Wir fahren noch ein kurzes Stück in die Stadt hinein und in einer Nebenstraße übernachten wir relativ ruhig. Am nächsten Morgen scheint die Sonne, wir laufen entlang des Malecon und gehen noch „richtig“ einkaufen.
So we say goodbye to Utila, and in beautiful weather, we take the ferry back to the mainland towards La Ceiba. After half an hour, having watched the clouds for some time, it starts pouring rain. Within seconds we are soaked through and flee to the ferry’s „salon,“ which is cooled to refrigerator temperature. It´s still pouring rain in the port, and after the very disorganized baggage claim, we decide to take a taxi the 1,000 feet to Ewald. The driver demands exorbitant fares—but oh well—when he then tries to squeeze five more customers, including their luggage, into the small car, we flee on foot. Luckily, we hadn’t paid yet, so we trudge through ankle-deep puddles to Ewald. Ewald and we were happy to be reunited. We drive a short distance into town and spend the night relatively quietly on a side street. The next morning the sun is shining, we run along the Malecón, and do some „proper“ shopping.
Wir fahren auf einer Matschpiste entlang des Rio Cangrejal bis zum Nationalpark Pico Bonito. Hier dürfen wir neben dem Visitorcenter stehen und wir machen eine schöne Wanderung durch den Regenwald und sehen auf dem Sendero el Apache zahlreiche Wasserfälle, Echsen und Frösche. Die Nacht ist auch herrlich ruhig – anfänglich hören wir nur sehr lustige Laute, vermutlich Frösche.
We drive along a muddy track beside the Rio Cangrejal to Pico Bonito National Park. Here we’re allowed to park next to the visitor center, and we take a beautiful hike through the rainforest, seeing numerous waterfalls, lizards, and frogs along the Sendero el Apache trail. The night is wonderfully quiet—at first, we only hear very funny sounds, presumably frogs.














Wir wollen noch weiter in den Osten von Honduras und fahren über die CA13. Im letzten Bericht hatten wir die fantastischen Straßen in Honduras erwähnt, das trifft aber definitiv nur auf den Westen zu. Hier im Osten sind die Straßen in einem desaströsen Zustand und wir kommen mit scharfkantigen teilweise Badewannen großen Schlaglöchern nur schleichend voran. Alle fahren in Schlangenlinien und es ist teilweise schon absurd. Auf der Karte entdeckt Karsten eine Abkürzung. Die RN113 – wir biegen ab und die ersten Kilometer sind super und wir denken schon, dass wir den heiligen Gral aller Straßen gefunden haben. Doch weit gefehlt. Die Straße verwandelt sich in die SCHLIMMSTE Schlaglochpiste Aller. Wir fahren mit durchschnittlich 3 km/h und berechnen, dass wir für die restlichen 35 Kilometer noch über 10 Stunden brauchen würden. CRAZY! Also wenden wir und weiter geht es auf der CA13. Wir befinden uns in der Osterwoche (Semana Santa), da hat jeder Urlaub und es ist einfach super viel los auf der Straße. Wir machen am Rand einer Stadt eine Zwischenübernachtung – es ist laut, die ganze Nacht – aber Ewald fühlt sich wohl, da direkt nebenan eine Kurzhauber Werkstatt ist und einige seiner Brüder dort stehen. Wir lernen am nächsten Tag den super netten Werkstattchef Jose kennen, er kann uns aber mit der Handbremse auch nicht helfen, da hier alle Kurzhauber Luftbremsen, also ein anderes Bremssystem, haben.
We want to continue further east in Honduras and drive along the CA13. In our last report, we mentioned the fantastic roads in Honduras, but that definitely only applies to the west. Here in the east, the roads are in a disastrous state, and we’re only crawling along, struggling over sharp-edged potholes, some as big as bathtubs. Everyone is driving in a zigzag pattern, and it’s sometimes quite absurd. Karsten spots a shortcut on the map: RN113. We turn off, and the first few miles are great; we think we’ve found the holy grail of roads. But we’re way off. The road transforms into the WORST potholed track ever. We’re driving at an average speed of 2 mp/h and calculate that we’d need over 10 hours for the remaining 23 miles. CRAZY! So we turn around and continue on the CA13. It’s Easter week (Semana Santa), so everyone’s on vacation and the roads are incredibly busy. We stop for the night on the outskirts of a town – it’s noisy all night – but Ewald feels comfortable because there’s a truck repair shop right next door and some of his brothers are parked there. The next day we meet the super friendly shop owner, Jose, but he can’t help us with the handbrake either, since all the „short nose“ trucks here have air brakes, a different braking system.











Wir kommen in Trujillo an und stellen uns zur Casa Alemana zu Günther und Paula. Günther ist vor Jahrzehnten aus Wernigerode ausgewandert und hat nun hier ein großes Hotel. Es ist schrecklich voll und schrecklich laut – aber das war uns ja klar – Semana Santa. Das Fest an dem alle sehr viel Alkohol konsumieren und quasi nonstop feiern. Der Strand ist an und für sich ganz schön und wir springen gerne ins Wasser aber nur früh am Morgen, wenn noch nicht so viel los ist mit Jet Skis, Booten und vielem mehr. Kasi bekommt von Günther ein sehr leckeres Schnitzel gebraten und ist selig. Gerne hätte uns Günther noch länger dabehalten – er scheint es zu genießen mal wieder deutsch zu quatschen – doch halten wir es bei diesem Trubel einfach nicht lange aus. Nach zwei Tagen flüchten wir in die Berge.
We arrive in Trujillo and head to Casa Alemana, Günther and Paula’s Hotel. Günther emigrated from Wernigerode (Germany) decades ago and now owns this hotel here. It’s terribly crowded and incredibly loud—but we knew that was coming—it’s Semana Santa, the holiday when everyone drinks a lot of alcohol and celebrates practically nonstop. The beach is quite nice, and we enjoy jumping into the water, but only early in the morning when it’s not yet so busy with jet skis, boats, and everything else. Günther cooks Kasi a delicious schnitzel, and he’s in heaven. Günther would have liked to keep us longer—he seems to enjoy chatting in German again—but we simply can’t stand the hustle and bustle for long. After two days, we escape to the mountains.















Der Osten von Honduras ist weniger bevölkert und über lustige kleine unbefestigte Straßen schlängeln wir uns durch eine schöne Landschaft mit spitz kegeligen Bergen und vielen Kühen. Manchmal könnte man meinen, dass wir in der Schweiz unterwegs sind. Wir fahren auch über die, von vielen gefürchtete RN35. Die macht uns und Ewald aber Spaß – schmal und teilweise steil mit ein paar Matsch Durchfahrten, aber fast keine Schlaglöcher. So gefällt es uns. Wir übernachten bei einem kleinen Comedor (kleines, offenes Lokal) und am nächsten Tag frühstücken wir bei unseren lieben Gastgebern und schon geht es weiter.
Eastern Honduras is less populated, and we wind our way along charming little dirt roads through a beautiful landscape of conical mountains and lots of cows. Sometimes you could almost think you were in Switzerland. We also drive along the RN35, which many fear. But Ewald and we enjoy it – narrow and sometimes steep with a few muddy sections, but hardly any potholes. Just the way we like it. We spend the night next to a small comedor (a small, open-air restaurant) and the next day we have breakfast with our lovely hosts before continuing on our journey.




Zwei lange Fahrtage liegen nun hinter uns und wir kommen in der Nähe von Danli auf dem „El Eden“ Camp an. Hier lässt es sich aushalten. Duschen, ein Pool, eine schöne Außenküche … einfach prima. Wir lassen ein paar Tage die Seele baumeln, erledigen aber auch einige Arbeiten in und um Ewald. Leider sitzt uns ja beständig das Visum im Nacken und so verabschieden wir uns schweren Herzens nach 3 Tagen und fahren ganz in die Nähe zur Grenze von Nicaragua. Rückblickend hat uns Honduras gut gefallen, auch wenn es, außer dem Tauchen auf Utila, keine echten Höhepunkte zu bieten hatte. Die Menschen sind sehr freundlich aber auch meist zurückhaltend und zum größten Teil sehr arm. Wir haben uns nie unsicher gefühlt und freies Stehen ist im ganzen Land (außer vielleicht in der einen oder anderen Stadt) kein Problem. Wir finden es auf jeden Fall sehr schade, dass die meisten Reisenden dem Land keine Chance geben und einfach von El Salvador in einem Tag „durchrauschen“.
Two long days of driving are now behind us, and we arrive near Danli at the „El Eden“ camp. It is a great place to stay. Showers, a pool, a nice outdoor kitchen… simply perfect. We relax for a few days, but also do some work in and around Ewald. Unfortunately, the visa issue is constantly looming, so with heavy hearts, we say goodbye after three days and drive near the border with Nicaragua. Looking back, we enjoyed Honduras, even though, apart from the diving on Utila, it didn’t offer any real highlights. The people are very friendly but also mostly reserved and, for the most part, very poor. We never felt unsafe, and wild camping isn’t a problem anywhere in the country (except perhaps in one or two cities). We definitely find it a shame that most travelers don’t give the country a chance and simply „rush through“ Honduras in a single day.






Die Grenze zu Nicaragua gilt bei vielen Reisenden als Tor zur Hölle und wir wollen möglichst früh morgens dieses Notwendige Übel hinter uns bringen. Wir sind bereits um 7 Uhr an der Grenze und was sollen wir sagen … um kurz vor 9 Uhr sind wir schon recht geschmeidig eingereist. Wir können es selbst kaum fassen. Am längsten hat die sehr gründliche Durchsuchung von Ewald gedauert. Es werden Drohnen, Waffen, Ferngläser, Nachtsichtgeräte, große Messer usw. gesucht und wir werden beide mehrfach danach befragt und mit (fast) reinem Gewissen, sagen wir, dass wir all das nicht haben. Bei den Offiziellen sorgt unsere Bilderwand mit Bildern von unseren Reisen und Familie und Freunden immer wieder für Begeisterung und Lacher, so haben sie sich hier an der Grenze sehr über unsere Eselbilder amüsiert. So ist die Laune von allen gelöst und wir sind entspannt.
The border with Nicaragua is considered by many travelers to be the gateway to hell, and we wanted to get this necessary evil over with as early as possible in the morning. We are already at the border at 7 a.m., and what can we say… by just before 9 a.m., we already are in Nicaragua. We can hardly believe it ourselves. The very thorough search of Ewald took the longest. They were looking for drones, weapons, binoculars, night-vision devices, large knives, etc., and we were both questioned about them several times. With (almost) a clear conscience, we said that we didn’t have any of those things. Our wall of pictures from our travels, family, and friends always elicits enthusiasm and laughter from the officials; here at the border, they were particularly amused by our pictures of donkeys. Everyone’s spirits were lifted and we’re relaxed.



Wir fahren über endlich wieder sehr gute Asphaltstraßen mit sensationellen 45 km/h. Das ist die landesweite Höchstgeschwindigkeit, so haben wir gehört. Wenn wir Leute fragen, wie schnell man fahren darf, sagen sie, dass wir auch schneller fahren können, wenn keine Polizei zu sehen ist. Sehr lustig – und dabei könnte man es hier locker mit 70-80 km/h rollen lassen. Also zockeln wir gemütlich, so sieht man auch alles intensiver, durch schöne Landschaften mit ärmlichen Häusern, vielen Ochsen- und Eselskarren, wenig Verkehr, bis jetzt wenig Müll (das relativiert sich später noch) zum Canon de Somoto (Schlucht von Somoto). Dort stellen wir uns zu Claudia an ihre Finca La Huerta. Sie und ihre Familie führen einen kleinen Bauernhof, züchten Kampfhähne und organisieren Touren durch den Canon. Wir verabreden eine Tour für den nächsten Tag und erkunden den Canon erst mal von oben. Eine schöne Wanderung durch eine ebenso schöne Landschaft – der erste Tag in Nicaragua hat uns schon begeistert.
We’re finally back on excellent asphalt roads, cruising along at a sensational speed of 28 mp/h. That’s the national speed limit, so we’ve heard. When we ask people how fast we’re allowed to drive, they tell us we can go faster if there are no police around. Very funny – and you could easily cruise along at 40-50 mp/h here. So we putter along at a leisurely pace, which allows us to appreciate everything more intensely, through beautiful landscapes with humble houses, lots of ox and donkey carts, little traffic, and so far, very little trash (that will change later) to the Canon de Somoto (Somoto Gorge). There, we stop at Claudia’s Finca La Huerta. She and her family run a small farm, raise fighting cocks, and organize tours through the canyon. We arrange a tour for the next day and explore the canyon from above first. A beautiful hike through equally beautiful scenery – our first day in Nicaragua has already thrilled us.






Am nächsten Tag werden wir auf der Ladefläche des alten Pickups zum „Eingang“ des Canons gebracht, dort wandern wir ein Stück und dann geht es über Felsen in den Fluß und schließlich wird geschwommen. Wir waren erst nicht so begeistert mit den Schwimmwesten aber jetzt ist es einfach schön, sich gemütlich treiben zu lassen. Es macht echt Spaß und die Schlucht ist teilweise atemberaubend schmal und steil. Wir sehen viele riesige Spinnen, Fledermäuse, Schmetterlinge … und spannend wird es, als wir eine Stufe ins tiefe sprudelnde Wasser runterspringen müssen. Zum Schluß sind wir noch mit einem Boot unterwegs bis wir letztendlich nach drei Stunden wieder bei der Finca ankommen. Claudia kocht uns noch ein leckeres Mittagessen und alles ist GROSSARTIG.
The next day, we drive in the back of an old pickup truck to the canyon’s entrance. We hike a short distance, then scramble over rocks into the river, where we finally start swimming. We weren’t initially thrilled about the life jackets, but now it’s simply wonderful to float along. It’s really fun, and the canyon is breathtakingly narrow and steep in places. We see many giant spiders, bats, butterflies… and things get exciting when we have to jump down a ledge into the deep, rushing water. Finally, we take a boat and we arrive back at the finca after three hours. Claudia cookes us a delicious lunch, and everything is fantastic.












Es ist Freitag und da wir gerne in Esteli eine Zigarrenfabrik besichtigen wollen (wir denken, dass das auch Samstags geht) fahren wir nach dem leckern Mittagessen weiter und kommen nachmittags in der geschäftigen Stadt an. Esteli ist umgeben von riesigen Tabakfeldern und überall sieht man die Trocknungsscheunen gefüllt mit Tabakblättern. Wir fragen bei der ersten Fabrik nach, ob wir eine Besichtigung machen können, werden jedoch abgewimmelt mit dem Hinweis, dass das erst wieder am Montag möglich ist. Wir fahren ein Stück weiter, hier gibt es zig Fabriken, und bei der nächsten kann Sandie das Herz des Wachmanns und des Managers erweichen, indem sie erwähnt, dass die Mama von Karsten früher selbst in einer Zigarrenfabrik gearbeitet hat.
It is Friday, and since we want to visit a cigar factory in Estelí (we thought it might be possible on Saturdays too), we continue our journey after lunch and arrive in the bustling town in the afternoon. Estelí is surrounded by vast tobacco fields, and drying barns filled with tobacco leaves are visible everywhere. We inquire at the first factory about a tour, but are turned away with the explanation that it wouldn’t be possible until Monday. We drive a little further; there are dozens of factories in the area, and at the next one, Sandie manages to soften the hearts of the security guard and the manager by mentioning that Karsten’s mother had previously worked in a cigar factory.
Wir parken mit Ewald auf dem kleinen Hof und werden direkt von einigen Bediensteten neugierig befragt. Der Manager meint noch, dass er jetzt am Freitag Nachmittag uns nicht so viel zeigen könnte … doch dann legt er los. Er ist selbst leidenschaftlicher Zigarrenraucher und liebt seinen Beruf. Er erklärt uns ALLES mit soviel Herzblut und Passion – es ist echt ansteckend und wir haben eine wundervolle und lehrreiche Tour. Von der Fermentierung, dem Vorsortieren, dem Stopfen, dem Pressen, dem Rollen, dem Veredeln, der mehrfachen Qualitätskontrolle bis hin zum Verpacken in den selbst hergestellten und lackierten Kisten. Alles erfolgt in dieser Fabrik und die Mitarbeiter machen alle den Eindruck, stolz darauf zu sein, hier zu arbeiten. Las Villas vermarktet sowohl Zigarren unter eigenem Namen, aber das weitaus größere Geschäft ist die Herstellung für Firmen weltweit, die dann die Zigarren unter eigenem label verkaufen. Zufällig ist zeitgleich ein Schweizer „Zigarrenhändler“ hier, der regelmäßig nach „seiner“ Herstellung schaut und neugierig ist, was wir denn hier so machen.
We park with Ewald in the small courtyard and are immediately approached by several employees, who ask us many questions. The manager initially says that he won’t be able to show us much on a Friday afternoon… but then he launches into his explanation. He himself is a passionate cigar smoker and loves his job. He explaines EVERYTHING with such enthusiasm and passion – it is truly infectious, and we have a wonderful and informative tour. From fermentation, pre-sorting, packing, pressing, rolling, finishing, and multiple quality control checks to packaging in the handcrafted and lacquered boxes. Everything takes place in this factory, and the employees all seem proud to work here. Las Villas markets cigars under its own name, but the far larger business is manufacturing for companies worldwide, who then sell the cigars under their own labels. As luck would have it, a Swiss cigar merchant is here at the same time; he regularly checks on „his“ factory and is curious about what we’re doing here.















Was für ein Tag, erst Canyoning, dann die mehr als zweistündige intensive Führung auf Spanisch bei „Las Villas“ – wir sind durch. Wir fahren noch ein Stück durch die total verstopfte Stadt (es ist halt Wochenende) und stellen uns todmüde zu einem Baseballstadion. Die Nacht ist einigermaßen ruhig.
What a day! First canyoning, then the more than two-hour intensive tour in Spanish at Las Villas—we’re exhausted. We drive a bit further through the completely congested city (it is the weekend, after all) and park, dead tired, near a baseball stadium. The night is reasonably quiet.


Am nächsten Tag müssen wir uns erst mal klar werden, wie wir weiter durch Nicaragua fahren wollen. Wir hatten ursprünglich vor, unsere Visa in Managua zu verlängern. Diesen Gedanken verwerfen wir aber kurzerhand nachdem wir uns mit den aktuellen klimatischen Verhältnissen beschäftigt haben. In der Gegend in und um Leon, mit all den schönen Vulkanen ist es derzeit knapp 40 Grad tagsüber und nachts 30 Grad. Wir sehen uns nicht bei den Temperaturen durch die Stadt stolpern und wir sehen uns auch nicht im schwarzen Sand die Vulkane bei der Hitze besteigen. Da wir das alles „links liegenlassen“ brauchen wir keine Verlängerung. Wir denken dass die knapp 3 Wochen, die wir noch haben reichen werden.
The next day, we first have to figure out how we want to continue our journey through Nicaragua. We had originally planned to extend our visas in Managua. However, we quickly abandon this idea after looking into the current weather conditions. In the area in and around León, with all its beautiful volcanoes, it’s currently almost 105 degrees during the day and 85 degrees at night. We can’t picture ourselves stumbling through the city in these temperatures, nor can we imagine ourselves climbing volcanoes in the black sand in this heat. Since we’re skipping all that, we don’t need to extend our stay. We think the nearly three weeks we have left will be enough.
Erleichtert, diese Entscheidung getroffen zu haben, fahren wir ganze 12 Kilometer weiter und stellen uns in 1.300 m Höhe in das Reserva Natural Tisey – La Estanzuela. Wir unternehmen ein paar längere und kürzere Wanderungen und genießen die Frische der Berge und die wunderbare Landschaft. Wir laufen auch zur Finca El Jalacate mit den Esculturas en piedra (Steinskulpturen). Don Alberto Gutierrez, geboren 1943, hat hier die meiste Zeit seines Lebens wie ein Eremit gelebt. Jetzt lebt seit ein paar Jahren seine Nichte bei ihm. Er hat vor fast 50 Jahren angefangen, als „er eine Stimme in sich gehört hat“, Skulpturen in die Felsen auf seiner Finca zu hauen. Sein Schaffensdrang hat bis heute nicht nachgelassen und er hat praktisch einen ganzen Berg freigelegt und viele Skulpturen aus dem Felsen herausgearbeitet. Er sagt, dass er durch Visionen und Spiritualität motiviert ist und er hat viele religiöse, politische und andere geschichtliche Szenen aber auch Tiere, historische Figuren und Alltagsszenen dargestellt. Sein Leitspruch ist „Paz, Armor y Felicidad“ (Friede, Liebe und Glück) und wir fühlen uns geehrt, Don Alberto kennenlernen zu dürfen.
Relieved to have made this decision, we drive about 8 miles further and park at an altitude of 4,500 feet in the Tisey-La Estanzuela Natural Reserve. We go on a few hikes, some longer, some shorter, and enjoy the fresh mountain air and the wonderful landscape. We also walk to the El Jalacate estate with its stone sculptures. Don Alberto Gutierrez, born in 1943, lived here like a hermit for most of his life. Now, his niece has been living with him for a few years. He began carving sculptures into the rocks on his finca almost 50 years ago, when he „heard a voice within him.“ His creative drive hasn’t waned to this day, and he has practically cleared an entire mountain, carving countless sculptures from the rock. He says he is motivated by visions and spirituality, and he has depicted many religious, political, and other historical scenes, as well as animals, historical figures, and everyday life. His motto is „Paz, Armor y Felicidad“ (Peace, Love, and Happiness), and we feel honored to have met Don Alberto.




















Leider können wir nicht für immer in den Bergen bleiben, also fahren wir weiter südlich und finden einen zauberhaften Übernachtungsplatz an einem See. Wir hatten auf I-overlander einen Stellplatz am Lago de Moyua gesehen und den wollen wir eigentlich anfahren. Uns kommt jedoch ein Krater und eine Walze entgegen und so fragt Kasi einfach kurzerhand bei einem anderen umzäunten Grundstück den Besitzer, ob wir da bleiben können. No Problema! Wir dürfen, sollen nur morgen das Tor wieder zumachen, denn er wohnt gar nicht hier. Er sagt wir dürfen Wasser und Strom haben und sein Jetski benutzen – brauchen wir alles nicht – aber ist das nicht unsagbar lieb? Wir erkunden noch die Umgegend und freuen uns hier zu sein.
Unfortunately, we can’t stay in the mountains forever, so we continue south and find a magical spot to camp by a lake. We had seen a campsite on iOverlander at Lago de Moyua, and that’s where we originally planned to go. However, we encounter a crater and a compactor, so Karsten simply asks the owner of another fenced property if we can stay there. No problem! We’re welcome, but he asks us to close the gate again tomorrow, as he doesn’t actually live here. He tells us we can use water and electricity and his jet ski – we don’t need any of it – but isn’t that incredibly kind? We explore the surrounding area and are happy to be there.







Am nächsten Tag fahren wir zum Volcan de Masaya. Man fährt mit dem Auto bis zum Kraterrand und schaut 5 Minuten (länger darf man nicht, wegen der Dämpfe) in den dampfenden Krater. Schon imposant aber nicht umwerfend. Viele kommen im Dunkeln her, dann kann man wohl die glühende Lava sehen – doch fahren wir grundsätzlich nicht im Dunkeln und am Eingang übernachten wollen wir auch nicht, da der unmittelbar an einer vierspurigen Straße gelegen ist. Wir wandern noch ein wenig durch den Vulkanpark und besuchen das erstaunlich gut gemachte Museum. Danach fahren zur Laguna de Masaya, wo wir auf einem sehr schönen Platz übernachten. Danke Roger. Noch immer ist die Hitze gut auszuhalten, da insbesondere Nachts eine frische Brise zu spüren ist und bei 25-27 Grad können wir ganz gut schlafen.
The next day, we drive to the Masaya Volcano. You drive right up to the crater rim and can look into the steaming crater for five minutes (you’re not allowed to stay longer because of the fumes). Impressive, but not breathtaking. Many people come here in the dark, apparently so you can see the glowing lava – but we generally don’t drive in the dark, and we don’t want to camp at the entrance either, as it’s right next to a four-lane road. We hike a bit more through the volcano park and visit the surprisingly well-done museum. Afterwards, we drive to Laguna de Masaya, where we spend the night at a very nice spot. Thanks, Roger! The heat is still quite bearable, especially at night when there’s a refreshing breeze, and we sleep quite well at 77-79 degrees.















Wir sind gerade wie im Urlaub unterwegs und es geht Schlag auf Schlag – wir fahren weiter zur Laguna de Apoyo. Dort stellen wir uns am Kraterrand zu einem Mirador. Runter zum See, soll es wohl nur mit kleineren Autos möglich sein. Nicht schlimm, wir genießen die Aussicht, Marschiren durch einen kleinen Park, bestellen uns in einem Cafe Frappuccinos und bekommen Cappuccinos – auch lecker.
We’re practically acting like we are on vacation right now, and it’s one thing after another – we drive on to Laguna de Apoyo. There, we park at a viewpoint on the crater rim. Apparently, driving down to the lake is only possible with smaller cars. No problem, we enjoy the view, walk through a small park, order Frappuccinos at a café, and get cappuccinos instead – also delicious.





Weiter gehts nach Granada am Nicaraguasee. Wir kommen genau in der Mittagshitze in dieser imposanten alten Kolonialstadt an und parken mit Ewald mitten in der fast schattenlosen Stadt vor einem verlassenen Hotel. Es ist HEISS – zum ersten mal ist es uns richtig heiß und wir fühlen uns leicht überfordert. Wir latschen kreuz und quer durch die Stadt, immer auf der Suche nach Schatten und setzen uns dann in einen schönen Innenhof und genießen einen Cocktail – der uns quasi aus den Socken wirft. Ha! Wir verweilen noch länger, im TV läuft die Championsleague und Kasi und andere Gäste zittern entweder mit Bayern oder Madrid. Lustig – mich kümmert es wenig. Aber der Innenhof ist schön und die Limonade nach dem Cocktail tut gut. Später gehen wir noch auf einen Glockenturm und bewundern die Stadt von oben.
Next stop: Granada on Lake Nicaragua. We arrive in this impressive old colonial city right in the middle of the midday heat and park with Ewald in the heart of the almost shadeless city in front of an abandoned hotel. It’s HOT – for the first time, it’s really hot for us, and we feel a bit overwhelmed. We wander all over the city, constantly searching for shade, and then sit down in a lovely courtyard and enjoy a cocktail – which practically knocks us off our feet. Ha! We linger a while longer; the Champions League is on TV, and Karsten and other guests are either rooting for Bayern Munich or Real Madrid. Funny – I couldn’t care less. But the courtyard is beautiful, and the lemonade after the cocktail is refreshing. Later, we go up a bell tower and admire the city from above.












Ewald steht noch immer in der brütenden Sonne als wir zurück kommen und wir müssen dringend Schatten finden. Wir fahren am Malecon des Nicaragua Sees entlang und finden etwas ausserhalb der Stadt einen schattigen Platz. Dann wird es spätabends sehr windig und endlich wird es im Ewald erträglich und wir können bei knapp unter 30 Grad gut schlafen. Wenn wir aus unseren Fenstern rechts schauen sehen wir Tonnen von Plastikmüll, schauen wir links raus sehen wir den schönen Nicaraguasee. Ein Land der Gegensätze.
Ewald is still standing in the blazing sun as we return, and we desperately need to find some shade. We drive along the Malecón of Lake Nicaragua and find a shady spot just outside the city. Then, late in the evening, it gets very windy, and finally, it becomes bearable in Ewald, and we can sleep well in just under 85 degrees. Looking out of our windows to the right, we see tons of plastic waste; looking to the left, we see the beautiful Lake Nicaragua. A land of contrasts.
Wir brauchen mal wieder ein paar Tage an einem Platz. Sowohl Ewald, als auch wir benötigen ein wenig Pflege. Wir lesen von einer Art Campingplatz in San Jorge. Dort fahren wir hin, es gibt herrliche kalte Duschen, Schatten unter Mangobäumen und einen Wäscheservice. Was will man mehr?
We need to stay in one place for a few days. Both Ewald and we need some TLC. We read about a kind of campground in San Jorge. We head there; it has wonderful cold showers, shade under mango trees, and a laundry service. What more could you want?
Durch ärmliche Gegenden fahren wir nach San Jorge, und wie wir erfahren, ist Nicaragua das ärmste mittelamerikanische Land mit einem durchschnittlichen Einkommen vom 240 US Dollar monatlich. Natürlich gibt es hier auch wieder eine super reiche Elite, die meist im unmittelbaren Zusammenhang mit der politischen diktatorischen Führung steht und die Schere zwischen Arm und Reich ist riesig. Doch machen die Menschen keinen unzufriedenen Eindruck, Es wird viel Musik gehört, gesungen, gelacht und die meisten scheinen mit dem „System“ zufrieden zu sein. Ist ja auch nicht alles schlecht … gut ist, dass eine Schulpflicht herrscht und in jedem, auch noch so kleinen Dorf, ist eine Schule zu finden. Alle Schulkinder bekommen täglich ein freies Mittagessen und das Gesundheitssystem ist für jeden zugänglich und kostenlos. Dafür ist halt die Demokratie offensichtlich und die Meinungsfreiheit vermeintlich etwas eingeschränkt. Wir werden dann diesen Bericht auch erst in Costa Rica veröffentlichen, nicht dass wir Ärger bekommen. Seit der freundlichen Grenzüberquerung, haben wir einige Grenzbeamte als follower. 😆
We drive through impoverished areas to San Jorge, and as we learn, Nicaragua is the poorest Central American country, with an average income of US$240 per month. Of course, there’s also a super-rich elite here, mostly directly connected to the political dictatorship, and the gap between rich and poor is enormous. But the people don’t seem dissatisfied. There’s a lot of music, singing, and laughter, and most seem content with the „system.“ It’s not all bad, after all… It’s good that school attendance is compulsory, and even the smallest villages have a school. All schoolchildren receive a free lunch every day, and the healthcare system is accessible and free for everyone. However, democracy is evident, and freedom of speech is supposedly somewhat restricted. We’ll only publish this report once we’re in Costa Rica, just in case we get into trouble. Since our friendly border crossing, we’ve gained a few followers from the border guards. 😆







Wir genießen jetzt erst mal die Tage in San Jorge mit einigen kalten Duschen am Tag und unseren frühmorgendlichen Läufen am Strand des Nicaraguasee. Spätnachmittags ist es am Strand auch sehr schön. Der Ausblick auf die 2 Vulkane der Insel Ometepe ist vielversprechend und die Anzahl und die Artenvielfalt der Vögel ist großartig.
For now, we’re enjoying our days in San Jorge, with a few cold showers a day and our early morning runs on the shores of Lake Nicaragua. The beach is also lovely in the late afternoon. The view of the two volcanoes on Ometepe Island is promising, and the number and diversity of birds is magnificent.





Jede Nacht wird wärmer und tagsüber ist es jetzt sowieso heiß. April ist halt der heißeste Monat hier in Zentralamerika – doch bis jetzt hatten wir wenigstens Nachts immer gut Wind. Der ist jedoch schlagartig in unserer dritten Nacht hier verschwunden und so haben wir eine ziemlich heiße und stickige Nacht. Zum Glück haben wir wenigstens unsere Ventilatoren und tagsüber können wir uns gut unter den Mangobäumen aufhalten. Wir sehnen uns jetzt aber nach ein wenig Kühle – das müssen wir zugeben.
Every night gets warmer, and during the day it’s already scorching hot. April is the hottest month here in Central America, after all—but until now, we’ve at least had a good breeze at night. However, that disappeared abruptly on our third night here, leaving us with a rather hot and stuffy night. Luckily, we have our fans, and during the day we can comfortably stay under the mango trees. We’re longing for a bit of coolness now, though—we have to admit it.
















Und die Kühle ist in Form einer klimatisierten Hütte auf Ometepe auch in Sicht. Nach einer einstündigen Fährfahrt, auf einer sehr alten, ausgelutschten Fähre, und einer kurzweiligen Taxifahrt mit einem sehr redseligen und lustigen Taxifahrer, kommen wir in der Finca Mystica auf der östlichen Hälfte von Ometepe an. Es ist einfach herrlich hier – ein echtes Paradies abseits der Straße und abseits von allem. Maximal 20 Gäste finden in den diversen liebevoll gebauten Hütten Platz – derzeit sind aber nur etwa 10-12 Gäste hier. Es ist erholsam ruhig, wir lernen eine liebe Familie kennen, mit denen wir immer zu Abend essen, und wir fühlen uns rundum wohl. Das Frühstück und Abendessen sind super lecker und ALLE Mitarbeiter einfach großartig. Also sollte mal jemand nach Nicaragua wollen (empfehlenswert), sollte Ometepe unbedingt auf dem Plan stehen und die Finca Mystika ist ein MUSS.
And that coolness is in sight in the form of an air-conditioned cabin on Ometepe. After an hour-long ferry ride on a very old, beat-up ferry, and an entertaining taxi ride with a very talkative and funny driver, we arrive at Finca Mystica on the eastern side of Ometepe. It’s simply wonderful here—a true paradise off the beaten track and away from everything. The various lovingly built cabins can accommodate a maximum of 20 guests—but currently, there are only about 10-12 guests. It’s wonderfully peaceful, we get to know a lovely family with whom we always have dinner, and we feel completely at ease. Breakfast and dinner are delicious, and ALL the staff are simply fantastic. So, if anyone is planning a trip to Nicaragua (highly recommended), Ometepe should definitely be on your itinerary, and Finca Mystika is a must-stay.











Die nächsten 2 Tage haben wir ein Quad gemietet und wir erkunden die komplette Insel. Wir fahren sowohl komplett um den Vulkan Maderas, als auch um den Vulkan Concepcion herum. Das sind einige Kilometer … und da viele Straßen unbefestigt sind, werden wir ganz gut durchgeschüttelt, obwohl die Federn des Quad einiges wegstecken. Wir erkunden den Wasserfall San Ramon, die altehrwürdige und leicht verfallene Finca Magdalena (Kaffeeanbau), den Mangrovenpark Charco Verde, einige Cafes und die wunderbaren natürlichen Bademöglichkeiten am Ojo de Agua. Am zweiten Tag werden wir von der Polizei gestoppt, leider haben wir unsere Führerscheine vergessen, und sie wollen erst 30 und dann 20 Dollar. Wir verlangen eine Quittung, sie verweigern, eine zu schreiben (ist ja klar), wir machen Bilder von den Polizisten, sie regen sich furchtbar auf, geben uns das Geld zurück und wir löschen die Bilder … argwöhnisch beobachtet. Dann ist das Kapitel beendet und wir fahren weiter. Dreimal sind wir nun in den letzten Jahren angehalten worden – doch zahlen mussten wir noch nie.
For the next two days, we rent a quad bike and explore the entire island. We drive all the way around both the Maderas and Concepción volcanoes. That’s quite a few miles… and since many roads are unpaved, we get quite a bumpy ride, even though the quad bike’s suspension can handle it. We explore the San Ramón waterfall, the venerable and slightly dilapidated Finca Magdalena (coffee plantation), the Charco Verde mangrove park, several cafes, and the wonderful natural swimming pools at Ojo de Água. On the second day, we are stopped by the police. Unfortunately, we forgot our driver’s licenses, and they demand first $30 and then $20. We ask for a receipt, but they refuse to write one (of course). We take pictures of the officers, they get incredibly upset, give us the money back, and we delete the pictures… all while being watched suspiciously. That is the end of that, and we continue on our way. We’ve been stopped three times in the last few years—but we’ve never had to pay a fine.



















Am dritten Tag auf Ometepe gehen wir mit Simion, unserem 71 jährigen Guide, der schon mehrfacher Uropa ist, auf den Maderas. Es gilt 1.250 Höhenmeter auf 7,5 Kilometer zu bewältigen. Es ist wolkig und wir sind nicht böse drum. Simion ist topfit und zeigt uns auf dem Weg hoch noch einige Felsgravuren, zwei Bergschildkröten, eine riesige Kröte und wir werden auf dem ganzen Weg hoch und runter von 2 Hunden (Lilly und Solito) begleitet. Zunächst ist es trocken und sehr warm, doch je höher wir kommen desto nässer und kühler wird es, bis wir die letzten 2 super steilen Kilometer quasi im Regenwald unterwegs sind. Über Wurzeln und Felsen und im Matsch müssen wir echt klettern, da sich die meisten Höhenmeter auf diesen Abschnitt befinden. IRRE!
On the third day on Ometepe, we hike up Maderas with Simion, our 71-year-old guide, who’s a great-grandfather several times. The hike involves an elevation gain of 4,100 feet over 5 miles. It is cloudy, which doesn’t bother us. Simion is in great shape and shows us some rock carvings, two mountain tortoises, and a giant toad along the way. We are accompanied the entire way up and down by two dogs (Lilly and Solito). At first it’s dry and very warm, but the higher we climb, the wetter and cooler it becomes, until we’re practically hiking through a rainforest for the last incredibly steep mile. We have to really scramble over roots, rocks, and mud, since most of the elevation gain is concentrated in this section. INSANE!

















Oben angekommen sehen wir dank der Wolken fast nix – genießen aber unsere leckeren Sandwiches, die wir von der Finca bekommen haben. Ab und zu können wir einen kurzen Augenblick auf den Kratersee, etwa 100m unter uns, erhaschen. Auf dem Weg runter, Simion springt wie eine Katze die 1.250 Höhenmeter herunter und wir haben Mühe mitzukommen. Wir erfahren viel über Flora und Fauna, sehen Kapuzineräffchen, Brüllaffen, Waldtruthähne, Papageien und vieles mehr. Eine großartige Wanderung mit dem erfahrenen und inspirierendem Simion. Nach sechs ein halb stunden sind wir wieder zurück an der Finca und genießen noch ein Abschlussbier zusammen. Danke Simion!
Once we reach the top, the clouds obscure our view, but we enjoy the delicious sandwiches we got from the finca. Every now and then, we catch a glimpse of the crater lake, about 100 meters below us. On the way down, Simion bounces down the 4,100 feet like a cat, and we struggle to keep up. We learn a lot about the local flora and fauna, see capuchin monkeys, howler monkeys, wood turkeys, parrots and much more. A fantastic hike with the experienced and inspiring Simion. After six and a half hours, we are back at the finca and enjoy a final beer together. Thanks, Simion!
Und schon sind die vier Nächte um, und wir fahren mit der Nachmittagsfähre wieder zurück nach San Jorge und finden Ewald wohlbehalten auf dem Hotel Campground. Immer wieder schön, „zuhause“ anzukommen. Wir gehen noch einmal zu unserem Lieblingscafe und kaufen ein paar Kleinigkeiten. In der Nacht fängt es an zu regnen – und wie – unsere Stühle werden naß und auch einige Klamotten. Damit hatten wir einfach nicht gerechnet, denn es ist noch viel zu früh für die Regenzeit. Aber wir nehmen es gelassen … bleibt uns ja auch nix anderes übrig.
And just like that, the four nights are over, and we take the afternoon ferry back to San Jorge, finding Ewald safe and sound at the hotel campground. It’s always wonderful to arrive „home.“ We go to our favorite café one last time and buy a few things. It started to rain during the night—a LOT! Our chairs get soaked, and some of our clothes too. We simply hadn’t expected that, as it’s much too early for the rainy season. But we take it in stride… we don’t really have a choice.
Nachdem wir noch etwas ausführlicher in Rivas eingekauft haben, beschließen wir unsere letzten Tage in Nicaragua am pazifischem Strand zu verbringen. San Juan del Sur sparen wir uns lieber aus, da es als Partygegend für Backpacker und Surfer gilt. Also nicht so unser Ding. Deshalb fahren wir über lustige Straßen ein paar Kilometer weiter zum Playa Maderas. Der Strand wurde uns als cooler Stellplatz empfohlen, doch sind wir ziemlich enttäuscht. Hier wird gerade eine neue Straße gebaut, der Baulärm ist unerträglich, gleichzeitig wummern einige Lautsprecher mit der üblichen nervtötenden Musik, der Strand ist ziemlich vermüllt und der ganze Vibe gefällt uns nicht wirklich.
After doing some more shopping in Rivas, we decide to spend our last few days in Nicaragua on the Pacific coast. We skip San Juan del Sur, as it’s known as a party area for backpackers and surfers. Not really our scene. So we drive a few miles further along some fun roads to Playa Maderas. The beach had been recommended to us as a cool spot to camp, but we are quite disappointed. A new road is being built, the construction noise is unbearable, and at the same time, loudspeakers are blaring the usual annoying music. The beach is quite littered, and we don’t really like the whole vibe.
Wir marschieren ein wenig am Strand und in der übernächsten Bucht ist es super schön und ruhig, sauber und gechillt. Wir fragen in einer fast leeren Beachbar, ob wir mit Ewald hier für eine Nacht parken dürfen, doch der Kellner ist etwas verunsichert und sagt erst mal nein und verweist uns auf einen öffentlichen Parkplatz. Kaum haben wir uns umgedreht kommt uns Juan Carlos, ja so heißt er wirklich, hinterher, stellt sich als Manager dieser Bar und eines Hotels in der übernächsten Bucht vor und sagt, dass wir natürlich hier campen dürfen. GROSSARTIG! Wir holen Ewald, werden noch auf Pizza und leckere Drinks eingeladen und erfahren, dass es hier in der Gegend neben den unzähligen Affen auch Faultiere geben soll. Kurzentschlossen buchen wir bei Juan Carlos für den nächsten Tag eine „Sloth-Tour“.
We walk along the beach for a bit, and in the next bay it is incredibly beautiful, quiet, clean, and relaxed. We ask at an almost empty beach club if we could park there for the night with Ewald, but the waiter seemes a bit unsure and initially says no, directing us to a public parking lot. As soon as we turn around Juan Carlos—yes, that’s really his name—comes running to us, introduces himself as the manager of this bar and a hotel in the next bay, and says that of course we could camp there. FANTASTIC! We fetch Ewald, are treated to pizza and delicious drinks, and learn that in addition to the countless monkeys, there were also sloths in the area. On a whim, we book a sloth tour with Juan Carlos for the next day.









Am nächsten Tag laufen wir am Strand, springen in die Fluten, genießen die Duschen des Beachclubs … kurzum genießen das Leben. Nachts hat es übrigens wieder heftig geregnet. Nachmittags marschieren wir zum Hotel, es ist super heiß und stickig und Kasi ist leider ein wenig erkältet. Zum Glück kommt uns Luis, unser Guide, ein wenig entgegen und wir werden den letzten Kilometer bis zum Hotel gefahren. Dort erfrischen wir uns erst mal und erfahren einiges über die Geschichte des Landes und auch über die Geschichte dieser wunderschönen Ecolodge „Morgan´s Rock“, mit insgesamt 18 luxuriösen Hütten. Hier können wir es uns auch vorstellen, mal ein paar Nächte zu verbringen. 😀
The next day, we run along the beach, jump into the waves, enjoy the showers at the beach club… in short, we enjoylife. It rained heavily again during the night, by the way. In the afternoon, we walk to the hotel; it is incredibly hot and humid, and Karsten unfortunately has a bit of a cold. Luckily, Luis, our guide, comes to meet us halfway and drives us the last mile to the hotel. There, we freshen up and learn a bit about the history of the country and also about the history of this beautiful ecolodge, „Morgan’s Rock,“ with its 18 luxurious cabins. We could definitely imagine spending a few nights here sometime. 😀
Und dann machen wir unsere Tour und schon nach 2 Minuten sehen wir unser erstes Zweifinger Faultier. Der Hammer. Natürlich gibt es auch jede Menge Affen aber der absolute Höhepunkt ist dann eine Mama mit Baby. Wir sind schockverliebt in diese Faultiere. Natürlich hat man sie schon auf Bildern und in Dokumentationen gesehen aber diese absolute Langsamkeit und scheinbar totale Gelassenheit mit eigenen Augen zu erleben – einzigartig. Vor Costa Rica hatten wir nicht mit einer solchen Begegnung gerechnet – wir können gar nicht fassen, was uns hier alles geboten wird und fühlen uns einfach nur dankbar.
Then we go on our tour, and after just two minutes, we see our first two-toed sloth. Amazing! Of course, there are also plenty of monkeys, but the absolute highlight is a mother with her baby. We are completely in love with these sloths. Of course, we’ve seen them in pictures and documentaries, but experiencing this absolute slowness and seemingly total serenity with our own eyes is unique. Before Costa Rica, we hadn’t expected such an encounter—we can hardly believe everything that’s on offer here and simply feel grateful.






Wir verbringen noch einen weiteren Tag in der Beachbar, damit sich Kasi noch ein wenig erholen kann – Fieber und 30 Grad im Ewald geht nicht so gut zusammen, dachte ich zumindest aber Karsten freut sich über die Wärme.
We’re spending another day at the beach club so Karsten can recover a bit more—a fever and 85 degrees Fahrenheit in Ewald don’t mix well, or so I thought, but Karsten is enjoying the warmth.
Wir haben Nicaragua sehr genossen und waren mehrfach positiv überrascht. Nun haben wir doch das Gefühl, dass die drei Wochen nicht genügt haben. Doch es ist mittlerweile einfach zu heiß und wir denken, dass wir im Oktober noch mal einen „Schlenker“ durch Nicaragua drehen. Es lohnt sich bestimmt und wir wollen gerne noch die „Indio Maiz“ Region und die Corn Islands erkunden – und wer weiß, vielleicht kommen wir auch noch mal hier hin.
We thoroughly enjoyed Nicaragua and were pleasantly surprised several times. Now we have the feeling that three weeks weren’t enough. But it’s simply too hot now, and we’re thinking of taking another detour through Nicaragua in October. It will definitely be worth it, and we’d like to explore the Indio Maiz region and the Corn Islands—and who knows, maybe we’ll even come back here.
In den nächsten Tagen geht es dann nach Costa Rica. Wir hoffen wieder auf einen geschmeidigen Grenzübergang, haben jedoch zu unserem Entsetzen schon gehört, dass die Ausreise aus Nicaragua wohl auch ätzend sein soll, mit Fahrzeugscannern, Durchsuchungen usw. Schauen wir mal. Wir sind auf jeden Fall schon sehr auf Costa Rica gespannt, haben wir doch sehr sehr unterschiedliche Sachen von dem wohl ziemlich touristischem Land gehört. Wir versuchen, wie immer, dem Land und den Leuten ohne Voreingenommenheit zu begegnen und lassen uns gerne (positiv) überraschen. Wir halten euch wie immer auf dem Laufenden und bis dahin:
In the next few days, we’re off to Costa Rica. We’re hoping for another smooth border crossing, but to our dismay, we’ve heard that leaving Nicaragua is also supposed to be a nightmare, with vehicle scanners, searches, and so on. We’ll see. We’re definitely very excited about Costa Rica, as we’ve heard very different things about this apparently quite touristy country. As always, we’re trying to approach the country and its people without prejudice and will be happy to be pleasantly surprised. We’ll keep you updated, as always, and until then:
bleibt glücklich, gelassen und gesund.
stay happy, relaxed, and healthy.
