Der Monat Januar ist abwechslungsreich – und zwar in vielerlei Hinsicht. Wir haben tagsüber Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad, wir machen Strandurlaub und sind kurze Zeit später auf 2.200 m Höhe in den Bergen, wir erleben schöne Unterwasserwelten, wunderbare Seen, Flüsse und atemberaubende Wasserfälle, genießen den Dschungel und auch ein wenig Kultur ist dabei. Der Monat ist also ganz nach unserem Geschmack und Ewald scheint einfach nur erfreut uns überall hinzubringen und uns ein gemütliches Heim zu bieten.
January is a month of variety – in many ways. We have daytime temperatures between 55 and 86 degrees, we enjoy beach holidays and then, a short time later, find ourselves at an altitude of 7,220 feet in the mountains. We experience beautiful underwater worlds, wonderful lakes, rivers, and breathtaking waterfalls, enjoy the jungle, and even get a taste of culture. The month is right up our alley, and Ewald seems genuinely happy to take us everywhere and provide us with a comfortable home.
In den letzten Tagen vom alten Jahr verabschieden wir uns nun erst mal für voraussichtlich ziemlich lange Zeit von Tule. Wir saugen bei unserer morgendlichen Laufrunde nochmal alles in uns auf und schon geht es endlich wieder mit Ewald weiter. Wir fahren die neue 175 von Oaxaca Richtung Porto Escondido und es läuft zumeist gut. Die Straße ist erst letztes Jahr fertig gestellt worden, ist aber in Teilen schon wieder eine Großbaustelle, da es einige Erdrutsche gegeben hat. Am späten Nachmittag kommen wir wieder am Pazifik an und freuen uns, einen wundervollen sauberen Strand vorzufinden und unsere Füße ins Wasser zu stecken. Zum Baden sind die Wellen hier etwas wild, was gibt es aber Schöneres als am Morgen direkt am Strand aufzuwachen und barfuß in der Dünung zu laufen? Der perfekte Tagesanfang.
In the final days of the old year, we say goodbye to Tule most likely for a long time. We soak everything in during our last morning run, and then it’s finally time to continue our journey with Ewald. We drive the new Highway 175 from Oaxaca towards Porto Escondido, and the drive is mostly smooth. The road was only completed last year, but parts of it are already a major construction site again due to several landslides. In the late afternoon, we arrive back at the Pacific Ocean and are delighted to find a wonderfully clean beach and dip our toes in the water. The waves are a bit rough for swimming, but what could be better than waking up right on the beach in the morning and running barefoot in the surf? The perfect start to the day.










Wir fahren weiter an der Küste entlang und nach 2 kurzweiligen Stunden kommen wir in San Agustin an. Hier, auf dem Campingplatz Don Taco, bei Frans und Anneke, werden wir schon wie Freunde begrüßt. Bereits zum dritten mal sind wir hier. Die Bucht ist einfach der Hammer, denn hier kann man nicht nur schwimmen sondern auch ganz wunderbar schnorcheln. Über Silvester ist der Platz gerammelt voll – Zelt an Zelt und die Wohnmobile stehen dicht an dicht. Doch das macht uns gar nichts aus – die Stimmung ist friedlich und sehr ruhig, nachts hört man keinen Mucks – und es ist leicht, hier die Zeit zu genießen. Auch Django begrüßt uns wieder und ist bei einigen morgendlichen Läufen dabei – doch wird er etwas faul und läuft nicht mehr jeden Morgen die gesamte Strecke. Schön ihn wieder zu sehen. Wir warten hier auch auf Post aus Deutschland, doch leider versagt die DHL auf ganzer Linie. Der Brief hat es in zwei (!) Wochen noch nicht mal geschafft, Rodgau zu verlassen und wurde dann wieder an den Absender zurück gesandt. Wir sind immer wieder von den deutschen Dienstleistungen TOTAL begeistert. Zum Glück, finden wir eine andere Lösung und der Brief ist gar nicht mehr nötig.
We continue driving along the coast and after two short hours, we arrive in San Agustín. Here, at the Don Taco campsite, Frans and Anneke welcome us like old friends. This is our third time here. The bay is simply amazing, offering not only swimming but also fantastic snorkeling. Over New Year’s, the campsite is packed – tents are right next to each other, and the RVs are parked bumper to bumper. But that doesn’t bother us at all – the atmosphere is peaceful and very quiet, you can’t hear a peep at night – and it’s easy to enjoy our time here. Django greets us again and joins us for some of the morning runs – although he’s getting a bit lazy and doesn’t run the entire route every morning anymore. It’s great to see him again. We’re also waiting for mail from Germany, but unfortunately, DHL is failing miserably. The letter didn’t even manage to leave Rodgau (Germany) in two (!) weeks and was then returned to the sender. We are constantly amazed by German service. Luckily, we found another solution, and the letter is no longer needed.
















Leider stellen wir fest, dass unsere Klimaanlage nicht mehr will. Also, gar nicht mehr – sie hat nun nach nur 2 Jahren aufgegeben. Wir haben die Ecoflow Wave immer empfohlen – das nehmen wir jetzt zurück. Die Haltbarkeit ist nicht überzeugend – und uns wird es schon ein wenig Angst und Bange wenn wir daran denken, dass wir zur heißesten Jahreszeit in El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica unterwegs sein werden. Das wird mitunter hart werden – HA!
Unfortunately, we’ve discover that our air conditioner has given up. Completely stopped working— after only two years. We always recommended the Ecoflow Wave—we take that back now. Its durability isn’t convincing—and we’re already feeling a bit apprehensive about traveling in El Salvador, Honduras, Nicaragua, and Costa Rica during the hottest time of year. That’s going to be tough at times—HA!
Bis jetzt ist das Klima aber sehr gut auszuhalten und nachts genießen wir die frischen Brisen vom Meer und müssen uns sogar mit einer (dünnen) Decke zudecken. Wir werden noch zum Geburtstag des heimlichen Chefs des Campingplatzes eingeladen und so feiern wir zu siebt den 9. Geburtstag von Don Taco – dem Hund von Anneke und Frans.
So far, though, the climate has been very bearable, and at night we enjoy the fresh ocean breezes and even have to cover ourselves with a (thin) blanket. We were invited to the birthday party of the campsite’s unofficial boss, and so seven of us celebrate Don Taco’s 9th birthday—Anneke and Frans’s dog.







Am nächsten Tag verabschieden wir uns nach neun sehr kurzweiligen Tagen und versprechen uns und auch Anneke und Frans, erst wieder zu kommen, nachdem wir zumindest in Ushuaia waren. Und so fahren wir über die kurvige, bergige und hoppelnde Küstenstraße weiter nach Concepcion Bamba. Auch dort sind wir nun zum dritten mal – aber es ist einfach ein perfekter Platz zum Übernachten und wir genießen es jedes mal. Hier erleben wir am nächsten Tag einen perfekten Morgenlauf: barfuß im Sand, aufgehende Sonne, viele Pelikane und eine herrliche Gischt.
The next day, after nine very enjoyable days, we say goodbye and promise ourselves, and Anneke and Frans, that we will not return until we’d at least been to Ushuaia. And so we continue along the winding, hilly, and bumpy coastal road to Concepción Bamba. This is our third time here—but it’s simply a perfect place to stay, and we enjoy it every time. The following morning, we experience a perfect run: barefoot in the sand, the sun rising, lots of pelicans, and a magnificent and refreshing ocean spray.




Wir fahren weiter durch die unschönsten Gegenden die Mexiko zu bieten hat und wundern uns überhaupt keine Flüchtlinge zu sehen. Natürlich haben wir mitbekommen, dass deutlich weniger Flüchtlinge nach Mexiko reingelassen werden – da sie weiter nördlich erst recht nicht in die USA gelassen werden – doch keinen einzigen mehr zu sehen, ist schon eigenartig. Letztes und auch vorletztes Jahr haben wir in diesem Abschnitt Tausende gesehen und es hat uns teilweise schier das Herz gebrochen. Ob wir das jetzt ohne Flüchtlinge besser finden? Schwer zu sagen … aber eigentlich nicht, denn wir können sowohl Kriegs- als auch die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge verstehen. Würde uns doch genauso gehen, wenn wir nicht so viel Glück mit unserem Geburtsort gehabt hätten.
We continue driving through some of the most desolate regions Mexico has to offer and are surprised not to see any refugees at all. Of course, we are aware that significantly fewer refugees are being allowed into Mexico—since they aren’t allowed into the US further north—but not seeing a single one is quite strange. Last year and the year before, we saw thousands in this stretch of the country, and it was heartbreaking at times. Do we feel better about it now without refugees? Hard to say… but actually, no, because we can understand both: war refugees and so-called economic migrants. We would feel the same way if we hadn’t been so lucky with where we were born.
Nach einer weiteren Zwischenübernachtung hinter einer Tankstelle – zumindest ruhig war es – erreichen wir San Cristobal de las Casas im Bundesstaat Chiapas. Auch hier waren wir schon mal aber das letzte mal nicht allzu begeistert. Doch jetzt gefällt es uns ganz zauberhaft hier auf 2.100 m Höhe und wir genießen die farbenfrohe Kolonialstadt, die zu Recht ein „Pueblo Magico“ ist. Das Wetter ist ziemlich frisch und wolkig, der Ort hat viel Charme, die Menschen sind reizend und wir lassen uns treiben.
After a overnight stop behind a gas station—at least it was quiet—we reach San Cristobal de las Casas in the state of Chiapas. We have been here before, but weren’t particularly impressed last time. But now we absolutely love it here at an altitude of 6,900 feet and are enjoying the colorful colonial city, which truly deserves its „Pueblo Mágico“ (Magical Town). The weather is quite cool and cloudy, the city has a lot of charm, the people are lovely, and we let ourselves drift along.


















Wir beschließen dem Nachbarort San Juan de Chamula und der berühmten Kirche einen Besuch abzustatten. Ja, richtig gelesen, normalerweise meiden wir Kirchen ja eher – aber diese soll besonders sein. Wir springen in ein Collectivo und werden direkt auf den Marktplatz mit angrenzender Kirche gebracht. Hier wohnen so um die 3.300 Menschen und es sind zumeist Maya vom Stamm der Tzotzil. Sie verteidigen stur und beständig ihre traditionelle Kultur und Religion gegen äußere Einflüsse. In der Kirche wird ein synkretischer Glaube gelebt, es werden christliche Heilige angebetet und die traditionellen Rituale durchgeführt. Leider dürfen keine Bilder in der Kirche gemacht werden … daher können wir nur versuchen, unsere Eindrücke zu beschreiben. Die Kirche hat keine Fenster und das Licht kommt von tausenden von kleinen Kerzen, die überall brennen. Die tausenden Kerzen erhellen die gesamte Kirche und strömen eine starke Hitze aus. Der Boden ist komplett mit Kiefernnadeln bedeckt, diese sollen schlechte Energien auffangen. Es wird niemals gepredigt und es finden überall familieninterne kleine Zeremonien statt. Die Familien kauern sich auf den Boden (Möbel gibt es keine) und stecken eine große Anzahl von Kerzen an, sie singen und rülpsen – dadurch sollen die bösen Dinge wie Krankheiten die Körper verlassen. Die Krankheiten werden auf mitgebrachte Hühner übertragen und diese dann getötet, um das Böse auszumerzen. Gerne wird auch Pox (Zuckerrohrschnaps) getrunken. Die Atmosphäre ist besonders und sehr ergreifend, aber auch bedrückend. Sehr schwer zu beschreiben. Wir waren auf jeden Fall tief beeindruckt.
We decide to visit the neighboring town of San Juan de Chamula and its famous church. Yes, you read that right; we usually tend to avoid churches—but this one is supposed to be special. We hop into a colectivo and are taken directly to the market square with the church next door. Around 3,300 people live here, mostly Mayans from the Tzotzil tribe. They stubbornly and consistently defend their traditional culture and religion against outside influences. A syncretic faith is practiced in the church; Christian saints are worshipped, and traditional rituals are performed. Unfortunately, photography isn’t allowed inside the church… so we can only try to describe our impressions. The church has no windows, and the light comes from thousands of small candles burning everywhere. These thousands of candles illuminate the entire church and radiate intense heat. The floor is completely covered with pine needles, which are said to absorb negative energy. There are never any sermons, and small, private family ceremonies take place everywhere. Families crouch on the ground (there is no furniture) and light a large number of candles, singing and burping—this is supposed to drive away evil things like diseases. The diseases are transferred to chickens brought along, which are then killed to eradicate the evil. Pox (sugar cane rum) is also frequently consumed. The atmosphere is unique and very moving, but also oppressive. Very difficult to describe. We were definitely deeply impressed.








Die nächste Etappe umfasst etwa 100 km und dauert fast 4 Stunden. Willkommen auf den Seitenstraßen in Mexiko – da ist es manchmal schwer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h zu erreichen. Aber der Weg hat sich mal wieder mehr als gelohnt. Wir sind nun bei den Wasserfällen „El Chiflon“. Das Besondere hier ist, dass es sich nicht nur um einen Wasserfall handelt, sondern um fünf Kaskaden, die vom San Vicente River in einem Tal gespeist werden, das von einer steilen Kalksteinschlucht geformt wurde. Der spektakulärste der fünf Wasserfälle ist die Cascada Velo de Novia (Brautschleier-Wasserfall), mit einer Höhe von über 120 Metern. Wir übernachten auf beiden Seiten des Flusses und erklimmen immer soweit wie möglich beide Seiten und sind ganz und gar begeistert. Auf unserer imaginären Wasserfall-Liste, hat es „El Chiflon“ direkt in die Top 3 (mindestens) geschafft.
The next leg of the journey covers about 60 miles and takes almost 4 hours. Welcome to the back roads of Mexico—it’s sometimes difficult to maintain an average speed of 12 mp/h. But the journey is once again more than worth it. We are now at the El Chiflon waterfalls. What’s special here is that it’s not just one waterfall, but five cascades fed by the San Vicente River in a valley carved by a steep limestone gorge. The most spectacular of the five waterfalls is the Cascada Velo de Novia (Bridal Veil Waterfall), with a height of over 400 feet. We camped on both sides of the river and climbed as far as we could on both sides, and we were absolutely thrilled. On our imaginary list of waterfalls, „El Chiflon“ has definitely made it into the top three (at least).











Momentan reihen sich für uns besonders schöne Plätze aneinander. Die nächsten Tage verbringen wir im Parque Nacional Lagunas de Montebello. Über 50 Seen in diesem Gebiet und bei den meisten handelt es sich wohl um ehemalige kollabierte Cenoten. Wir hatten eine ganz andere Vorstellung von dieser Gegend, Kasi meinte er hätte es sich wie die mecklenburgische Seenplatte vorgestellt – doch sieht es ganz anders aus. Die Landschaft auch durchschnittlich 1.500 m Höhe ist hügelig mit steilen Abhängen, die Wald ist dschungelartig und saftig grün und das Wasser der Seen changiert zwischen den tiefsten Blautönen und erfrischendem Türkis. Wir sind hier direkt an der Grenze zu Guatemala und können zu Fuß einfach ohne Kontrolle „rübermachen“. Wir erwandern insgesamt 5 Seen und erleben einen abwechslungsreichen Dschungelpfad mit zahlreichen herrlichen. Ausblicken. Wir bleiben drei Nächte und lernen Andrea und Beat aus Zürich kennen. Wir verbringen einen unterhaltsamen Abend zusammen und wir bekommen von ihnen einen Mitbewohner geschenkt. Oscarito (Oscarchen) ist ein Sauerteigabkömmling von ihrem Oscar. Wir sind schon gespannt, wie wir mit der Verantwortung umgehen können. Wir versuchen ihn immer zu füttern und freuen uns schon auf unser erstes selbstgebackenes Sauerteigbrot.
Currently, we’re experiencing a string of particularly beautiful places. We’re spending the next few days in the Lagunas de Montebello National Park. There are over 50 lakes in this area, most of which are likely former collapsed cenotes. We had a completely different idea of what this region would be like; Kasi said he’d imagined it to be like the Mecklenburg Lake District – but it looks quite different. The landscape, averaging 4,930 feet in altitude, is hilly with steep slopes, the forest is jungle-like and lush green, and the lake water shimmers between the deepest blues and refreshing turquoises. We’re right on the border with Guatemala here and can simply walk across without any checks. We hike to a total of 5 lakes and experience a varied jungle trail with numerous magnificent views. We’re staying for three nights and meet Andrea and Beat from Zurich. We spend a fun evening together, and they give us a new roommate as a gift. Oscarito is a sourdough starter from their Oscar. We’re already curious to see how we’ll handle the responsibility. We try to feed him regularly and are already looking forward to our first homemade sourdough bread.














Es wird usselig und regnerisch und wir fahren weiter nach Las Nubes. Das liegt wesentlich tiefer auf 500 m und somit ist es dort wärmer. Die Sonne lässt sich jedoch tatsächlich für drei oder vier Tage nicht richtig blicken. Las Nubes ist zunächst schwer für uns zu erreichen, wir fahren leider auf der falschen Seite des Flusses und die Hängebrücke am Ende des Holperweges ist leider ganz und gar nicht für Ewald geeignet. Also müssen wir drehen und 29 km und zwei Stunden später stehen wir genau auf der anderen Seite der Hängebrücke. Hier stehen wir fantastisch und hier feiern wir Kasis Geburtstag. Dank unseres Starlink ist er auch für all seine Lieben erreichbar und wir verleben im tiefen Dschungel mit dem herrlich türkisfarbenen Fluss, Stromschnellen und Wasserfällen schöne Tage.
The weather turns dreary and rainy, so we continue on to Las Nubes. It’s much lower in altitude at 1,700 feet, so it’s warmer there. However, the sun doesn’t really make an appearance for three or four days. Las Nubes is initially difficult for us to reach; unfortunately, we’re driving on the wrong side of the river, and the suspension bridge at the end of the bumpy road is definitely not suitable for Ewald. So we have to turn around, and 20 miles and two hours later, we’re standing on the other side of the suspension bridge. We have a fantastic spot here, and here we celebrate Kasi’s birthday. Thanks to our Starlink connection, he’s also reachable for all his loved ones, and we spend some wonderful days in the deep jungle with the magnificent turquoise river, rapids, and waterfalls.













Über immer schlechtere Straßen bewegen wir uns sehr langsam weiter und Ewald steckt alles wie immer mit stoischer Ruhe weg. In Las Guacamayas übernachten wir und sehen am nächsten Tag Aras und direkt an unserem Platz jede Menge Klammeraffen (Spider Monkeys) und Kasi entdeckt einen riesigen Käfer … so einen großen haben wir noch nicht gesehen. Der Ort ist zauberhaft und vermutlich kommen wir in ein paar Tagen hier wieder vorbei.
We continue very slowly on increasingly poor roads, and Ewald, as always, takes it all in stride with stoic calm. We spent the night in Las Guacamayas and the next day we see macaws and, right at our campsite, lots of spider monkeys. Kasi also spotted a huge beetle—we’d never seen one that big before. The place is enchanting, and we’ll probably come back again in a few days.









Auch für die nächsten 110 km brauchen wir gute vier Stunden, zum Glück haben wir es nicht eilig, und kommen ziemlich durchgerüttelt in Frontera Corozal am Grenzfluss Usumacinta an. Wir stellen uns direkt neben die Rezeption eines leicht heruntergekommenen Hotels und hier verabreden wir für morgen eine Bootsfahrt nach Yaxchilan. Nach einer ruhigen Nacht, geht es um 7 Uhr durch dichten Nebel mit dem Boot zur Maya Stätte. Die Bootsfahrt dauert etwa 45 Minuten und wir sehen zu beiden Seiten des Flusses nur schemenhaftes grau in grau. Unser Kapitän muss ganz schön aufpassen, den richtigen Weg zu finden.
The next 65 miles take us a about four hours, but luckily we aren’t in a hurry, and we arrive, quite shaken up, in Frontera Corozal on the Usumacinta River, which forms the border between Mexico and Guatemala. We park right next to the reception of a slightly run-down hotel and arrange a boat trip to Yaxchilan for the next day. After a peaceful night, we set off at 7 a.m. through thick fog by boat to the Mayan site. The boat trip takes about 45 minutes, and all we can see on both sides of the river is a shadowy gray. Our captain has to pay close attention to find the right course.









Hier ein wenig Info: Yaxchilan ist eine alte Maya-Stadt am Ufer des Usumacinta-Flusses (Grenzfluss zu Guatemala). Schon früh wurde hier gesiedelt, doch lange fristete dieser Ort den Status einer unbedeutenden Kleinstadt. Doch das änderte sich als am zweiten August im Jahre 320 n. Chr. Yat-Balam den Königsthron bestieg und eine lange Dynastie einleitete. In der Spätklassik war Yaxchilan einer der mächtigsten Maya-Staaten entlang des Usumacinta-Flusses. Es beherrschte kleinere Siedlungen wie Bonampak und stand in einer langen Rivalität mit Piedras Negras und zumindest zeitweise auch mit Tikal. Es war ein Rivale von Palenque, mit dem Yaxchilan 654 Krieg führte. Die Stätte ist besonders bekannt für ihre gut erhaltenen, skulptierten Steinstürze über den Eingängen der Hauptgebäude. Diese Stürze enthalten zusammen mit den vor den Hauptgebäuden errichteten Stelen Hieroglyphentexte, die die Dynastiegeschichte der Stadt beschreiben. Um 700 n. Chr. erreichte die Stadt unter dem König Schild-Jaguar II. die größte Macht. Der König K’inich Tatb’u Schädel III ist der letzte bekannte König im frühen neunten Jahrhundert.
Here’s some information: Yaxchilan is an ancient Mayan city on the banks of the Usumacinta River (the border river with Guatemala). Settlement began early, but for a long time it remained an insignificant small town. This changed when Yat-Balam ascended the throne on August 2nd, 320 AD, initiating a long dynasty. During the Late Classic period, Yaxchilan was one of the most powerful Mayan states along the Usumacinta River. It controlled smaller settlements like Bonampak and maintained a long-standing rivalry with Piedras Negras and, at least for a time, with Tikal. It was a rival of Palenque, with whom Yaxchilan waged war in 654. The site is particularly known for its well-preserved, sculpted lintels above the entrances of the main buildings. These lintels, along with the stelae erected in front of the main buildings, contain hieroglyphic texts describing the city’s dynastic history. Around 700 AD, the city reached its zenith under King Shield-Jaguar II. King K’inich Tatb’u Skull III is the last known king, reigning in the early ninth century.
Und nun kurz zu unseren Eindrücken – die Anlage ist direkt in die Top 5 gerückt. Wir sind ganz alleine, nur ein paar Arbeiter sind mit weiteren Ausgrabungen in der großen Anlage beschäftigt, und am Anfang ist die Anlage noch von Nebel umgeben. Direkt bei der Ankunft werden wir vom allgegenwärtigen Gebrüll der Affen begrüßt. Das ist mystisch und die Gebäude in Verbindung mit den riesigen Bäumen und den Tieren werfen uns schier um. Bei unserem Picknick haben wir das Glück, nicht nur Affen und allerlei Vögel beobachten zu dürfen, sondern auch zwei Tukane – großartig! Hier lassen wir wie gewohnt die Bilder sprechen. Wir konnten die Anlage 2,5 Stunden genießen und sind dann im Sonnenschein mit dem Boot zurück zu Ewald geschippert. Auf dem Rückweg hatten wir noch das Glück, ein Krokodil zu sehen.
And now, a quick word about our impressions – this site has immediately moved into our top five. We were completely alone; only a few workers were busy with further excavations in the vast complex, and in the early morning the site was shrouded in mist. Upon arrival, we were greeted by the ever-present howling of monkeys. It was mystical, and the buildings, combined with the enormous trees and the animals, simply overwhelmed us. During our picnic, we were lucky enough to observe not only monkeys and all sorts of birds, but also two toucans – fantastic! As usual, we’ll let the pictures speak for themselves. We were able to enjoy the site for two and a half hours and then took a boat back to Ewald in the sunshine. On the way back, we were even fortunate enough to spot a crocodile.




















Am Nachmittag gehen wir noch in dem ziemlich toten Ort Frontera Corozal essen. Leider ist es nicht ganz so gut – ist aber auch einfach nix los – aber wir werden satt und es bleibt alles bei uns. Der Ort ist einfach zu abgelegen für mehr Tourismus – er macht alles, nur keinen prosperierenden Eindruck. Die Locals sind alle lieb und nett und man würde ihnen ein bisschen mehr Geschäft gönnen. Ist aber halt ein langer und nicht immer erfreulicher Weg hierher.
In the afternoon, we went to eat in the rather deserted town of Frontera Corozal. Unfortunately, the food wasn’t great – but we did get our fill. The place is just too remote for more tourism – it certainly doesn’t give the impression of being prosperous. The locals are all lovely and friendly, and you’d wish they had a bit more business. But it’s a long and not always pleasant journey to get here.
Wir beschließen, hier zu drehen und wieder den gleichen Holperweg verbunden mit Milliarden Schlaglöchern, weggebrochenen Straßen, Verwerfungen und Trillionen Topes zurück zu fahren. Die Übernachtungsplätze sind ja sehr schön und wir erholen uns zunächst wieder von einer 4 Stunden Fahrt in Las Guacamayas (die Aras). Der Ort ist so ungewöhnlich sauber und goldig und gefällt uns einfach.
We decide to turn around and drive back along the same bumpy road, riddled with potholes, broken sections of road, fault lines, and countless speed bumps. The campsite are lovely, and we recover from a four-hour drive to Las Guacamayas (the Macaws). The place is unusually clean and charming, we simply like it.









Für den nächsten Tag haben wir uns eine Etappe von über 150 km vorgenommen – die sind nach 5,5 Stunden geschafft und wir sind noch mehr geschafft. Das war dann doch etwas zu viel und wir haben mal wieder (und wir sollten es ja mittlerweile besser wissen) die Straße mit ihren Fantastillionen Topes unterschätzt. Wir stehen jetzt glücklich wieder am gleichen Platz wie vor nicht allzu langer Zeit. Wir werden hier am Lago Tziscao noch einen Waschtag einlegen und diesen Bericht fertig schreiben.
For the next day, we had planned a leg of over 90 miles – which we completed in 5.5 hours, leaving us very exhausted. It was a bit too much, and once again (and we really should know better by now) we underestimated the roads with its countless speed bumps. We’re now happily back in the same spot as not so long ago. We’ll do some laundry here at Lago Tziscao and finish writing this report.

In den nächsten Tagen wollen wir noch einen weiteren Naturpark mit Flüssen und Seen besuchen und dann queren wir in La Mesilla die Grenze nach Guatemala. Wir werden abseits der touristischen Pfade ein wenig das Hochland der Cuchumatanes erkunden – soweit das mit Ewald möglich ist und dann vermutlich wieder einen Abstecher in unsere Lieblingsstadt Antigua machen. Dann geht es grob immer weiter Süd-östlich auf, für uns drei, neuen Pfaden. Wir freuen uns schon und halten Euch wie immer auf dem Laufenden.
In the next few days, we want to visit another nature park with rivers and lakes, and then we’ll cross the border into Guatemala at La Mesilla. We’ll explore the Cuchumatanes region a bit off the beaten track – as far as Ewald can go – and then probably make another detour to our favorite city, Antigua. Then we’ll continue roughly southeast on new paths for the three of us. We’re already looking forward to it and will keep you updated as always.
Bis dahin, bleibt glücklich, gesund und gelassen.
Until then, stay happy, healthy, and relaxed.
