Mittelamerika ist wirklich schön. Bisher hat uns jedes Land positiv überrascht und es ist uns unverständlich, warum so viele Reisende entweder in einer affenartigen Geschwindigkeit durch hetzen oder es sogar ganz auslassen. Selten sind uns so viele gute, herzliche und lächelnde Menschen begegnet und die Natur mit ihren Bergen, aktiven und inaktiven Vulkanen, die Seen, Flüsse, die Küsten und die Ozeane sind unglaublich abwechslungsreich. Wir fühlen uns jederzeit willkommen und gut aufgehoben und sogar das Klima meint es derzeit noch sehr gut mit uns. So sitzen wir jetzt gerade hier umgeben von Nebelwäldern und Bergen und es regnet – ja echt, das hatten wir seit 3 Monaten nicht mehr. So richtigen Regen – IRRE. Wir hoffen, dass es noch nicht der Beginn der Regenzeit ist, aber Bewohner haben uns versichert, dass es hier in der Gegend immer soviel regnet und ein Blick ins üppige Grün bestätigt das auch. Wir sind übrigens während wir diesen ersten Teil schreiben quasi mitten in Honduras und stehen bei einer Brauerei. Auch nicht schlecht – doch jetzt erst noch mal zurück nach El Salvador.
Central America is truly beautiful. Every country so far has positively surprised us, and we can’t understand why so many travelers either rush through at breakneck speed or skip it altogether. We’ve rarely encountered so many kind, warm, and smiling people, and the natural landscape—with its mountains, active and inactive volcanoes, lakes, rivers, coasts, and oceans—is incredibly diverse. We feel welcome and well cared for at all times, and even the weather is currently being very kind to us. We’re sitting here right now, surrounded by cloud forests and mountains, and it’s raining—yes, really, we haven’t had rain in three months. Real rain—it’s insane! We hope it’s not the start of the rainy season yet, but locals have assured us that it always rains this much in this area, and a glance at the lush greenery confirms it. By the way, as we write this first part, we’re practically in the middle of Honduras, standing by a brewery. Not bad either—but now back to El Salvador.
Wir verbringen noch ein paar unglaublich ruhige Nächte beim Vulkan Santa Ana. Wir dachten eigentlich, dass am Wochenende einiges los sein wird, doch am Freitagabend ist es totenstill und wir fühlen uns, als wären wir die einzigen Menschen in diesem ganzen Gebiet. Großartig. Zweimal laufen wir morgens zum Mirador, das sind genau 4 Kilometer den Berg hoch, und schauen uns den leicht dampfenden Volcan de Izalco von oben an. Dann wollen wir eigentlich noch die Räder rotieren – wir stehen auf der Wiese ziemlich gerade und denken, dass das eine gute Gelegenheit wäre. Doch mit nur einem Wagenheber und zugegebenermassen sehr viel Holz gestaltet sich das Ganze doch etwas umständlich und wackelig. Also verschieben wir das noch mal.
We’re spending a few more incredibly peaceful nights near the Santa Ana volcano. We actually thought it would be quite busy over the weekend, but on Friday evening it was completely silent, and we felt like we were the only people in the entire area. Amazing. Twice in the morning we hiked up to the Mirador, exactly 4 kilometers up the mountain, and admired the slightly steaming Volcán de Izalco from above. Then we wanted to rotate the wheels – we were parked on the grass, which was pretty level, and thought it would be a good opportunity. But with only one jack and, admittedly, a lot of wood, the whole thing proved rather awkward and wobbly. So we postponed it.





Am Samstag ist dann doch etwas mehr los. Wir sehen viele Wandergruppen und beschließen, diesen wunderschönen Flecken Erde zu verlassen. Noch sind wir ja ganz im Westen von El Salvador und haben noch nicht wirklich viel von diesem kleinen Land gesehen. El Salvador ist in etwa so groß wie Hessen oder etwa halb so groß wie die Schweiz. Das kleinste Land Mittelamerikas weist zugleich mit seinen 6,5 Millionen Einwohnern die größte Bevölkerungsdichte auf. Lange Zeit galt El Salvador, aufgrund der grassierenden Bandenkriminalität, als weltweit gefährlichstes Land mit einer Mordrate von 103 Tötungen pro Hunderttausend Einwohner im Jahr 2015. Das war ein trauriger und einsamer Rekordwert. Heute liegt die Rate bei 2,1 (Deutschland im Vergleich hat eine Rate von 0,7). Der 2019 gewählte Präsident ist in weiten Teilen der Gesellschaft äusserst beliebt. Er hat „aufgeräumt“ und für ein sicheres Land gesorgt. Und tatsächlich fühlen wir uns sehr sicher. Doch können einige Handlungen des Präsidenten zumindest kritisch hinterfragt werden – er regiert zunehmend autoritär und hat nun schon mehrfach die Verfassung zu seinen Gunsten angepasst. Er ist ein enger Freund des orangen Tyrannen … und allein das sagt schon viel aus. Doch wollen wir nicht urteilen – die Menschen scheinen zu großen Teilen glücklich mit der Politik zu sein und sind sehr stolz auf ihr Land und die Entwicklung.
On Saturday, there was definitely a bit more going on. We saw many hiking groups and decided to leave this beautiful corner of the world. We were still in the far west of El Salvador and hadn’t really seen much of this small country yet. El Salvador is about the size of the German state of Hesse or about half the size of Switzerland. The smallest country in Central America also has the highest population density, with 6.5 million inhabitants. For a long time, El Salvador was considered the most dangerous country in the world due to rampant gang violence, with a murder rate of 103 homicides per 100,000 inhabitants in 2015. That was a sad and solitary record. Today, the rate is 2.1 (Germany, by comparison, has a rate of 0.7). The president, elected in 2019, is extremely popular across large segments of society. He has „cleaned house“ and ensured a safe country. And indeed, we feel very safe. However, some of the president’s actions can at least be questioned critically—he is ruling with increasing authoritarianism and has already amended the constitution several times in his favor. He is a close friend of the Orange Tyrant… and that alone speaks volumes. But we don’t want to pass judgment—the people seem largely happy with the political situation and are very proud of their country and its progress.
Wir fahren weiter nach Sacacoyo und treffen dort, auf einer wunderschönen Finca, wieder auf Pat und Neil. Elli und ihr Mann haben hier ein kleines Paradies für Reisende geschaffen mit einem wunderschönen Freisitz mit Blick ins heiße Tal. Hier auf 650 m Höhe weht immerzu eine Brise und es lässt sich gut aushalten. Wir dürfen die Waschmaschine nutzen und Luna, die 3 Monate alte „Rattenfängerin“ ist immer zugegen. Dank Neils Wagenheber gelingt es uns hier auch die Räder zu rotieren. Nach einem halben Tag und ganz ohne zu Fluchen ist die Sache erledigt. Unglaublich. Wir verbringen ein paar gemütliche Tage auf der Finca und mögen auch das kleine Örtchen. Hier essen wir auch unsere ersten Pupusas … DAS Nationalgericht von El Salvador. Es handelt sich dabei um Teigtaschen, meist aus einer Mischung aus Mais- und Reismehl, gefüllt mit Käse und allen möglichen anderen Zutaten, die gebraten werden und mit einer Salsa und Krautsalat serviert werden. Sehr lecker. Unsere Lieblingspupusas, sind die mit Spinat und Knoblauch aber auch alle anderen sind äusserst schmackhaft und stopfend.
We continue on to Sacacoyo and meet up with Pat and Neil again at a beautiful finca. Elli and her husband have created a little paradise for travelers here, with a beautiful patio overlooking the hot valley. At 650 meters above sea level, there’s always a breeze, making it quite pleasant. We’re allowed to use the washing machine, and Luna, the three-month-old „pied piper,“ is always around. Thanks to Neil’s jack, we even manage to turn the wheels. After half a day, and without a single curse, it’s done. Incredible! We spend a few relaxing days at the finca and also enjoy the little village. Here we eat our first pupusas… the national dish of El Salvador. They’re pastries, usually made from a mixture of corn and rice flour, filled with cheese and all sorts of other ingredients, fried, and served with salsa and coleslaw. Delicious! Our favorite pupusas are the ones with spinach and garlic, but all the others are extremely tasty and filling.










Nach schönen Tagen in Sacacoyo ziehen wir weiter und verabschieden uns erst mal für vermutlich längere Zeit von Pat und Neil. Die zwei wollen von El Salvador wieder zurück nach Guatemala und Mexiko. Wir hoffen nur, dass es diesmal nicht 8 Jahre dauert, bis wir uns wieder sehen. Wir fahren auf der CA1 Richtung San Salvador – die Strecke ist fast eine komplette Baustelle mit unendlich vielen Arbeitern. Während man in Deutschland manchmal auf 10 km Autobahn-Baustelle nur weniger Arbeiter sieht – vielleicht 2 bis 3 – sehen wir hier hunderte wenn nicht sogar tausende Arbeiter. Keiner macht sich kaputt, doch scheint es gut voran zu gehen.
After a wonderful few days in Sacacoyo, we moved on and said goodbye to Pat and Neil for what will probably be a long time. They’re planning to return to Guatemala and Mexico from El Salvador. We just hope it won’t be another eight years before we see each other again. We drove along the CA1 towards San Salvador – the road was practically one big construction zone with countless workers. While in Germany you might only see a few workers – maybe two or three – on a 10-kilometer stretch of highway, here we saw hundreds, if not thousands. No one was overexerting themselves, yet progress seemed to be good.



Wir stellen uns etwas außerhalb von San Salvador in die Berge zur Finca Utatlan. Wieder sind wir die einzigen Besucher und es ist einfach nur schön. Von hier aus erkunden wir den Mirador und das dortige Pupusaangebot. Wir werden weder von der Aussicht noch kulinarisch enttäuscht. Mit Uber fahren wir in die Innenstadt und erkunden das historische Viertel von San Salvador. Selten haben wir eine so saubere und aufgeräumte Innenstadt (weltweit) gesehen und die Polizeipräsenz ist immens. Es ist alles ganz schön, mit den Kirchen, Plätzen, Nationalpalast aber irgendwie schon fast zu steril. Rund um die Plazas scheinen Straßenverkäufer verboten zu sein und uns fehlt ein wenig das echte Leben. Bemerkenswert ist die neue Bibliothek, das futuristische Gebäude bietet auf 7 Etagen für jede Altersgruppe die unterschiedlichsten Themenbereiche an. Eine unglaubliche Auswahl an Büchern aber auch riesige Spielkonsolen, Spielplätze, Ruhebereiche mit Knautschkissen und unterschiedlichsten Möbeln. Alles hochmodern … und irgendwie ziemlich leer. Wo sind die ganzen Menschen, die hier 24 Stunden sich vergnügen könnten? Verwirrt sind wir auch über die chinesische Fahne vor dem Eingang. Wir erfahren später von locals, dass die Bibliothek von China finanziert wurde, und nicht nur die Bibliothek – auch das neue Krankenhaus, das neue Stadion und vieles mehr. Das kommt nicht so gut an und wir lernen, dass viele die Bibliothek quasi boykottieren.
We parked at Finca Utatlan, a little outside of San Salvador, in the mountains. Once again, we were the only visitors, and it was simply beautiful. From there, we explored the Mirador viewpoint and the pupusa (a type of snack) on offer. We weren’t disappointed by either the view or the food. We took an Uber into the city center and explored San Salvador’s historic district. We’ve rarely seen such a clean and tidy city center (anywhere in the world), and the police presence was immense. It’s all quite beautiful, with the churches, squares, and National Palace, but somehow it feels almost too sterile. Street vendors seem to be banned around the plazas, and we miss a bit of real life. The new library is remarkable; the futuristic building offers a wide variety of themed areas for all age groups across seven floors. There’s an incredible selection of books, but also huge game consoles, playgrounds, and quiet areas with squishy cushions and all sorts of furniture. Everything is ultramodern… and somehow quite empty. Where are all the people who could be enjoying themselves here 24 hours a day? We’re also puzzled by the Chinese flag in front of the entrance. We later learn from locals that the library was financed by China, and not just the library—the new hospital, the new stadium, and much more as well. This doesn’t go down well, and we learn that many people are essentially boycotting the library.



















Ein besonderes Erlebnis bietet uns noch die Iglesia El Rosario – ja schon wieder ein Kirche. Sie wurde in 1971 fertiggestellt und Ruben Martinez hat hier ein architektonisches Juwel erschaffen. Von außen mutet es wie ein halbrunder Betonbunker an und innen ist es dann einfach unglaublich. Das Gebäude ist nord-südlich ausgerichtet und lässt so den ganzen Tag über das Sonnenlicht durch die hunderte Buntglasfenster herein. Wir fühlen uns wie in einem Regenbogen. Echt einen Besuch wert.
Another special experience awaits us at the Iglesia El Rosario—yes, yet another church. It was completed in 1971, and Ruben Martinez created an architectural gem here. From the outside, it looks like a semicircular concrete bunker, but inside it’s simply incredible. The building is oriented north-south, allowing sunlight to stream in through the hundreds of stained-glass windows all day long. We feel like we’re inside a rainbow. Definitely worth a visit.



Wir lassen uns noch ein wenig treiben und entdecken, dass nur wenige Schritte außerhalb der hygienischen Innenstadt es wieder typisch mittelamerikanisch zu geht. Zum Glück. Wir ubern wieder auf unseren Berg zurück und genießen die Stille.
We wander around a bit longer and discover that just a few steps outside the pristine city center, things are back to typical Central American life. Thankfully. We head back up our mountain and enjoy the peace and quiet.




Wir beschließen, noch eine Wanderung zu machen. So gehen wir über den Mirador weiter zum Parque Balboa, dort soll es die größte Dichte an Pupusaständen geben. Doch sind wir zu früh und noch keiner hat auf. Nur en einem Stand bekommen wir Milchkaffee und heiße Schokolade. Wir wandern weiter zum Puerta del Diablo und dann noch in den Ort Panchimalco. Dieser Ort soll eigentlich noch sehr ursprünglich sein, aber leider ist es hier genau so „modern“ wie fast überall in El Salvador. An dieser Stelle vermissen wir das traditionelle Guatemala wirklich.
We decide to go for another hike. So we continue past the Mirador viewpoint to Parque Balboa, where there’s supposed to be the highest concentration of pupusa stands. But we’re too early, and none of them are open yet. We only manage to get a latte and hot chocolate at one stand. We hike on to the Puerta del Diablo (Devil’s Gate) and then into the town of Panchimalco. This place is supposed to be very authentic, but unfortunately, it’s just as „modern“ as almost everywhere else in El Salvador. At this point, we really miss traditional Guatemala.
















Bei Temperaturen um 35°C lechzen wir nach einem Milchshake. Mittlerweile ist es ordentlich heiß und wir werden belohnt. Eine schöne Wanderung und nach knapp 18 Kilometers kommen wir wieder glücklich bei Ewald zuhause an.
With temperatures around 35°C, we’re craving a milkshake. It’s gotten really hot, and we’re rewarded. A lovely hike, and after almost 18 kilometers, we happily arrive back at Ewald’s house.
Wir fahren weiter und müssen eine Tiefebene durchqueren. Es ist irre heiß und schwül und wir können es kaum abwarten wieder in die Höhe zu kommen. Zum Glück liegt das nächste Ziel auf etwa 1.200 m und das Klima ist prima. Berlin heißt der Ort und an unserem Stellplatz gibt es sogar einige Berliner Bären. Der Ort ist uns sofort sympathisch und wir stürzen uns in das Leben. Am Plaza findet ein Jahrmarkt statt und die Stimmung ist zugleich friedlich und ausgelassen. Wir probieren unterschiedliche Restaurants und Kaffees aus und verwöhnen uns. Wir gehen seit Guatemala wieder viel lieber essen, denn das Essenangebot begeistert uns – in Mexiko ist uns das Essengehen auf Dauer einfach zu langweilig geworden, da es scheinbar immer das Gleiche (mit vielen verschiedenen Namen) gibt.
We continue our journey and have to cross a lowland area. It’s incredibly hot and humid, and we can hardly wait to get back up into the mountains. Luckily, our next destination is at about 1,200 meters, and the climate is perfect. The place is called Berlin, and there are even some Berlin bears at our campsite. We immediately take to the place and dive right in. A fair is taking place in the plaza, and the atmosphere is both peaceful and lively. We try out different restaurants and cafes and treat ourselves. Since Guatemala, we’ve been enjoying eating out much more, as the food is fantastic – eating out in Mexico just got too boring for us in the long run, since it always seems to be the same thing (with many different names).
















Von Berlin aus fahren wir mit dem Bus nach Alegria, ein sehr goldiges Örtchen, und wandern auf den Tecapa Vulkan und dann umrunden wir den Kratersee komplett auf einem Stelen Grad. Wir lernen ganz oben interessante Kaffeeplantagen Besitzer kennen und unterhalten uns lange. Es ist wirklich einfach hier mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen – meist sind sie gar nicht schüchtern und neugierig was wir hier so machen.
From Berlin, we took a bus to Alegria, a very charming little town, and hiked up the Tecapa volcano, then circled the crater lake completely on a ridge of stilts. At the top, we met some interesting coffee plantation owners and chatted for a long time. It’s really easy to connect with the locals here – they’re usually quite open-minded and curious about what we’re doing.













Ungern verlassen wir Berlin, denn jetzt müssen wir wieder in die Tiefebene. In San Miguel gehen wir einkaufen und decken uns ordentlich mit Lebensmitteln ein – es ist so heiß – und kurzerhand entschließen wir uns, an den Strand zu fahren. Nach etwa 40 km kommen wir in einer kleinen Bucht bei Playa El Cuco an und hier können wir uns in die pazifischen Fluten stürzen. HERRLICH! Wir stehen unter Palmen und anderen Bäumen und so lässt es sich bei einer schönen Prise mehr als prima aushalten. Wir lernen hier auch Tycha und Stephen kennen. Die zwei sind jedes Jahr 3 Monate mit ihrer russischen „Gazelle“ unterwegs. Sehr cool und wir verbringen eine schöne Zeit zusammen.
We’re reluctant to leave Berlin, as we now have to head back down to the lowlands. In San Miguel, we do some shopping and stock up on groceries – it’s so hot! – and then spontaneously decide to drive to the beach. After about 40 km, we arrive at a small bay near Playa El Cuco, where we can plunge into the Pacific waves. Wonderful! We stand under palm trees and other trees, and with a pleasant breeze, it’s more than comfortable. We also meet Tycha and Stephen here. The two of them travel for three months every year in their Russian „Gazelle“ campervan. Very cool, and we have a great time together.








Nach unserem kleinen Strandurlaub (erst unser zweiter für dieses Jahr 😆) geht es weiter über die katastrophale CA2. Hier rollen hunderte von China Trucks (Shakman) stündlich über die ramponierte Piste und versorgen die Baustelle des neuen Flughafens. Schon bald wird diese Ecke von El Salvador mit seinen ruhigen schönen Stränden nicht mehr so ruhig sein. Hier soll richtig ins Tourismusgeschäft eingestiegen werden. Wie gut, dass wir es noch zu entspannten Zeiten erleben durften.
After our little beach vacation (only our second this year 😆), we continue on along the disastrous CA2 highway. Hundreds of Chinese Shakman trucks rumble along the battered road every hour, supplying the construction site of the new airport. Soon, this corner of El Salvador with its tranquil, beautiful beaches won’t be so tranquil for much longer. This is where they’re really getting into the tourism business. How lucky we were to experience it during a more relaxed period.
Dann biegen wir ab und eine abenteuerliche Fahrt beginnt. 8 km zum Teil übelste Piste mit einer Höhendifferenz von 1.200 m gilt es zu überwinden. Im ersten Gang in der Untersetzung meistert Ewald die teilweise mehr als 20 prozentigen Steigungen mit Bravour. Am Anfang bin ich (Sandie) skeptisch, ob wir das überhaupt schaffen – es ist echt so irre steil, dass es mir schon fast schlecht wird. Aber Karsten und Ewald bleiben cool oder tun zumindest so – HA! Aber wir schaffen es, natürlich. Und oben am Mirador „Fin del Mundo“ ist es einfach unbeschreiblich. Wir bleiben 2 Nächte und erleben fantastische Sonnenaufgänge und überhaupt eine ganz zauberhafte Zeit hier oben. Es ist mitten in der Woche und wir haben den Volcan de Chonchagua quasi ganz für uns alleine. Der Blick auf die Inseln und gleich drei Länder, El Salvador, Honduras und Nicaragua ist unbeschreiblich. Schaut einfach die Bilder an.
Then we turn off, and an adventurous drive begins. We have to conquer 8 km of sometimes treacherous track with an elevation gain of 1,200 m. In first gear, low range, Ewald masters the gradients, some exceeding 20 percent, with flying colors. At first, I (Sandie) am skeptical whether we’ll even make it – it’s so incredibly steep that I almost feel sick. But Karsten and Ewald stay cool, or at least pretend to – HA! But we make it, of course. And up at the Mirador „Fin del Mundo“ (Finest of the World) is simply indescribable. We stay for two nights and experience fantastic sunrises and a truly magical time up here. It’s midweek, and we practically have the Chonchagua Volcano all to ourselves. The view of the islands and three countries – El Salvador, Honduras, and Nicaragua – is breathtaking. Just look at the pictures.




















Unser nächster Übernachtungsplatz ist weit weg von der Romantik der letzten Tage. Wir parken zwischen LKWs auf einem riesigen Parkplatz und verleben eine ziemlich warme Nacht. Wir stehen am nächsten Tag ganz früh auf und sind schon kurz vor 7 Uhr an der Grenze nach Honduras. Vier Stationen muss man hier erledigen, Ewald aus El Salvador abmelden, uns abmelden, uns neue Stempel in Honduras holen und für Ewald ein TIP machen lassen. Das alles schaffen wir in einer Stunde und können es kaum fassen, als wir schon um 8 Uhr auf der vielleicht besten mittelamerikanischen Straße in Honduras unterwegs sind. Das Land ist uns spontan sympathisch.
Our next overnight stop is a far cry from the romance of the past few days. We park among trucks in a huge parking lot and spend a rather warm night. We get up very early the next day and are at the Honduran border shortly before 7:00 a.m. There are four things to do here: deregister Ewald from El Salvador, deregister ourselves, get new stamps in our Honduran passports, and have a TIP (Tax Identification Point) issued for Ewald. We manage all of this in an hour and can hardly believe it when we’re already driving along what might be the best Central American road in Honduras by 8:00 a.m. We instantly fall in love with the country.




In der alten Hauptstadt Comayagua stellen wir uns vor den Zentralfriedhof und erkunden die Stadt. Es ist ordentlich was los, denn es ist Samstag und somit Markttag. Wir laufen zum alten Plaza Major und sind ganz angetan von den alten kolonialen Gebäuden. Alles ganz goldig. Wir genehmigen uns einen Shake und Kaffee und beobachten eine chinesische Reisegruppe. Zurück am Ewald lernen wir Roman mit seinem Land Rover Defender kennen. Er sammelt so einige Autos und ist begeistert von Ewald. Schon nach wenigen Minuten lädt er uns ein auf seinem Grundstück in der „gated community“ zu verbringen. Er meint auch, dass es hier nicht ganz so sicher wäre. Wir nehmen die Einladung gerne an, da sich immer mehr Jugendliche hier treffen und einiges an Alkohol konsumieren – das würde keine ruhige Nacht werden.
In the old capital, Comayagua, we park in front of the central cemetery and explore the city. It’s quite busy, as it’s Saturday, market day. We walk to the old Plaza Mayor and are quite taken with the old colonial buildings. Everything is so charming. We treat ourselves to a milkshake and coffee and watch a Chinese tour group. Back at Ewald’s place, we meet Roman with his Land Rover Defender. He collects quite a few cars and is enthusiastic about Ewald. After just a few minutes, he invites us to spend the night on his property in the gated community. He also mentions that it’s not entirely safe there. We gladly accept the invitation, as more and more young people are gathering there and consuming a fair amount of alcohol – it wouldn’t be a peaceful night.










Roman ist leider selbst nicht zuhause aber der Wachmann lässt uns rein und wir verbringen eine ruhige Nacht. Großartig. Wir fahren weiter in den Nationalpark Cerro Azul. Ein Nebelwald auf etwa 1000m Höhe und das Klima ist prima. Noch immer müssen wir uns fast jede Nacht mit einer dünnen Decke zudecken. Yippie. Als wir ankommen, es ist Sonntag, ist der Parkplatz voll. Doch wir finden einen tollen Platz auf einer grünen Wiese und ab abends und die nächsten Tage haben wir den Park wieder quasi für uns alleine. Immer mal wieder kommen wir im Restaurant mit Einheimischen ist Gespräch und bekommen Tipps. Auch in Honduras fühlen wir uns willkommen. Die Menschen sind lieb und hilfsbereit. Reisen ist nicht schwer in diesen Ländern – so kommt es uns auf jeden Fall vor. Wir genießen den Park ausgiebig und unternehmen mehrere Wanderungen und springen ins kalte Wasser unter dem Wasserfall. So lässt es sich sehr gut aushalten.
Unfortunately, Roman isn’t home himself, but the security guard lets us in, and we spend a quiet night. Fantastic. We continue on to Cerro Azul National Park. A cloud forest at an altitude of about 1000 meters, and the climate is wonderful. We still have to cover ourselves with a thin blanket almost every night. Yippee! When we arrive, it’s Sunday, and the parking lot is full. But we find a great spot on a green meadow, and from that evening onward, and for the next few days, we practically have the park to ourselves again. Every now and then, we chat with locals at the restaurant and get some tips. We also feel welcome in Honduras. The people are kind and helpful. Traveling isn’t difficult in these countries – at least that’s how it seems to us. We’re thoroughly enjoying the park, going on several hikes, and jumping into the cold water under the waterfall. It’s a very pleasant time.


















Wir fahren 25 km weiter am Lago de Yojoa entlang. Wir wollen uns eigentlich in einen Ecopark stellen … doch der Zugang ist definitiv für Ewald nicht möglich. Gleich mehrere Dinge stellen sich in unseren Weg: zahlreiche sehr tief hängende Stromkabel und diverse Bäume. In den vergangenen Wochen mussten wir immer wieder feststellen, dass wir sehr froh sind, dass Ewald nur knappe 3,4 m hoch ist. Wir haben schon Reisende mit knapp 4 m hohen Gefährten getroffen und die wären definitiv nicht an viele Stellen gekommen an denen wir waren. Doch hier scheitern auch wir mit unserem zierlichen Ewald. Also fahren wir ein Stück zurück und können bei einer Brauerei stehen (auch nicht schlecht!). Der Eingang zum Parkplatz ist auch super eng aber Ewald schlängelt sich durch. Und das Beste, neben dem Bier, ist, dass es hier fantastische heiße (!) Duschen gibt. Herrlich … schon länger haben wir keine ausführliche heiße Dusche mehr genießen dürfen. Natürlich haben wir in Ewald auch eine heiße Dusche – doch wenn andere Duschen angeboten werden, nutzen wir diese meist. Und meist sind das kalte Duschen, was auch nicht so schlimm ist bei den Temperaturen hier.
We drive another 25 km along Lago de Yojoa. We actually wanted to park in an eco-park… but access is definitely impossible for Ewald. Several things block our way: numerous very low-hanging power lines and various trees. Over the past few weeks, we’ve repeatedly realized how glad we are that Ewald is only a mere 3.4 m tall. We’ve met travelers with vehicles nearly 4 m high, and they definitely wouldn’t have been able to reach many of the places we’ve been. But even we, with our petite Ewald, are thwarted here. So we drive back a bit and find a spot at a brewery (not bad at all!). The entrance to the parking lot is also incredibly narrow, but Ewald manages to squeeze through. And the best thing, besides the beer, is that they have fantastic hot (!) showers. Wonderful… we haven’t enjoyed a proper hot shower in ages. Of course, we also have a hot shower in Ewald – but if other showers are available, we usually use them. And most of the time, they’re cold showers, which isn’t so bad given the temperatures here.











Hin und wieder regnet es, aber das ist gar nicht so schlimm, denn der Regen ist ja zum Glück warm. Als es dann aber nach der zweiten Nacht doch beständiger und immer mehr regnet, beschließen wir, weiter zu fahren. Wir wollen nach San Pedro Sula und uns dort auch zu einer Brauerei stellen – da haben wir Gefallen dran gefunden. Doch die Stadt hat molochartige Ausmasse, es regnet stark und noch dazu verpassen wir die Abfahrt zur Brauerei … also beschließen wir kurzentschlossen, einfach weiter zu fahren. Macht nicht sooooo viel Spass in der Matsche herumzulaufen. Nach weiteren kurzweiligen 90 km kommen wir in Tela, an der Karibikküste an und hier können wir in einer gated Community direkt am Strand stehen. Wir erkunden nochmal kurz den Strand und mümmeln uns dann im Ewald ein.
It rains on and off, but that’s not so bad, since the rain thankfully is warm. However, after the second night, when it becomes more persistent and heavier, we decide to move on. We want to go to San Pedro Sula and stop at a brewery there – we’ve really taken a liking to them. But the town is sprawling, it’s raining heavily, and to top it all off, we miss the turnoff to the brewery… so we decide on the spur of the moment to just keep going. Walking around in the mud isn’t exactly fun. After another pleasant 90 km, we arrive in Tela, on the Caribbean coast, where we can park in a gated community right on the beach. We briefly explore the beach again and then snuggle up in Ewald.



Das Wetter wird besser und wir können endlich mal wieder barfuß am Strand laufen. Der Strand ist eigentlich ganz schön aber leider auch ganz schön vermüllt. Einige locals versuchen den Strand zu reinigen, das ist aber eine echte Sisyphusarbeit. Doch schon am nächsten Tag ist es (kurzfristig) deutlich sauberer am Strand. Doch steht jetzt das Wochenende an und leider müssen wir immer wieder beobachten, dass die locals sehr gerne ihren Müll vom mitgebrachten Essen und Getränken einfach am Strand lassen. Wird sich schon jemand drum kümmern 😢. Das wird noch lange dauern, bis sich das Bewusstsein hier in Mittelamerika ändert. Nicht nur in Bezug auf die Vermüllung … auch der Verkehr ist speziell um Ortschaften eine echte Katastrophe – sowohl in Bezug auf den Krach, als auch die Auspuffgase.
The weather improves, and we can finally run and walk barefoot on the beach again. The beach is actually quite beautiful, but unfortunately, it’s also quite littered. Some locals are trying to clean it up, but it’s a real Sisyphean task. But the very next day, the beach is noticeably cleaner (at least temporarily). However, the weekend is approaching, and unfortunately, we keep seeing locals simply leaving their trash from food and drinks on the beach. „Someone will take care of it“, they seem to think 😢. It will take a long time for attitudes to change here in Central America. It’s not just about the litter… the traffic, especially around towns, is a real disaster – both in terms of noise and exhaust fumes.









Wir genießen noch ein paar Tage Tela und lernen noch die 2 Reisenden Ralf und Jeanette kennen, wir hatten sie schon mal in Antigua getroffen. Lustigerweise treffen wir uns in der gleichen Bar zum Sundowner.
We enjoy a few more days in Tela and meet up with two other travelers, Ralf and Jeanette, whom we had already met in Antigua. Funnily enough, we meet at the same bar for sundowners.



Nachdem wir Tela verlassen haben, fahren wir nach La Ceiba. Dort stellen wir uns direkt an den Fährhafen. Der bewachte Parkplatz gehört zur Fährgesellschaft, ist kostenlos und noch besser ist, dass wir die Nacht vor der Fährfahrt hier übernachten dürfen. Nach einer ruhigen Nacht bringt unser Wächter Oscar unsere Taschen liebenswürdigerweise zur Fähre und schon nach einer Stunde landen wir auf Utila. Unser Hotel, Zimmer, Pool und Tauchschule machen einen guten Eindruck und wir fühlen uns direkt sehr wohl.
After leaving Tela we drive on to La Ceiba. There, we park right by the ferry terminal. The guarded parking lot belongs to the ferry company, is free, and even better, we’re allowed to stay there the night before our ferry crossing. After a peaceful night, our security guard, Oscar, kindly takes our bags to the ferry, and just an hour later we land on Utila. Our hotel, room, pool, and dive center make a great impression, and we immediately feel very comfortable.









Leider ist der Verkehr in der „Innenstadt“ mit den zahlreichen TukTuks und Mopeds in den engen Gassen crazy. Sobald man sich aber ein wenig raus bewegt, ist alles ruhig. Zum Glück. Wir erkunden direkt mal den Pumpkin Hill (der einzige Hügel auf der Insel) mit seinem unglaublich dünnen Leuchtturm. Und auch die nächsten Tage, bleibt uns keine Ecke, die irgendwie zu Fuß erreichbar ist, verborgen. Wir erkunden die einzige Süsswasser Cenote der Insel und suchen ohne Erfolg das Wrack eines angeblich abgestürzten Flugzeuges. Und natürlich machen wir ausführliche Frappuccino Tests. Auch kulinarisch lassen wir uns ordentlich verwöhnen und genießen es, täglich bekocht zu werden. Doch zum Ende hin vermissen wir doch unser Essen im Ewald.
Unfortunately, the traffic in „downtown“ Utila is crazy, with its numerous tuk-tuks and motos in the narrow streets. But as soon as you venture a little further out, everything is quiet. Thankfully. We immediately explore Pumpkin Hill (the only hill on the island) with its incredibly thin lighthouse. And over the next few days, we don’t miss a single corner that’s even remotely accessible on foot. We explore the island’s only freshwater cenote and search, unsuccessfully, for the wreck of a supposedly crashed plane. And, of course, we extensively test the Frappuccinos. We also treat ourselves to some serious culinary delights and enjoy being cooked for daily. But towards the end, we do miss our own homemade food in Ewald.




















Das Tauchen begeistert uns zunächst nicht so sehr. Natürlich sind die Unterwasser Landschaften fantastisch und die Sicht ist schon einmalig. Doch fragen wir uns, wo die ganzen Fische sind. Wir sind vermutlich einfach zu verwöhnt. Doch am zweiten Tauchtag wird es deutlich besser, es fängt schon damit an, dass wir mit Rauzahn Delfinen schnorcheln. Sie kommen hautnah an uns ran und bleiben sehr lange in unserer Nähe. Einfach ein großartiges Erlebnis. Und die Tauchgänge sind dann auch sehr schön mit tanzenden Adlerrochen und vielen anderen schönen Sichtungen. Also revidieren wir unsere Meinung. Das Tauchen ist doch schön hier – auch wenn wir den einen oder anderen etwas langweiligeren Tauchgang hatten.
The diving doesn’t initially impress us that much. Of course, the underwater landscapes are fantastic, and the visibility is truly exceptional. But we wonder where all the fish are. We’re probably just too spoiled. However, things improve significantly on the second day of diving, starting with snorkeling with rough-toothed dolphins. They come right up to us and stay close for a very long time. Simply a fantastic experience. And the dives are also very beautiful, with dancing eagle rays and many other wonderful sightings. So we revised our opinion. The diving here is indeed beautiful – even if we had one or two slightly less exciting dives.
















und hier noch ein kurzer Film:
Wir haben unsere Zeit auf Utila genossen, doch jetzt freuen wir uns wieder auf unser „normales Leben“ im Ewald. Wir sind uns noch nicht ganz sicher wie die Route weiter geht in Honduras. Vermutlich aber weiter an der Küste entlang Richtung Osten, ehe wir dann südlich fahren müssen, um in den nächsten Wochen nach Nicaragua zu fahren. Wir sind gespannt und halten Euch auf dem Laufenden. Und bis dahin …
We enjoy our time on Utila, but now we’re looking forward to returning to our „normal life“ in Ewald. We’re not quite sure yet how our route continues in Honduras. Most likely, we’ll continue along the coast heading east before we have to travel south to Nicaragua in the coming weeks. We’re excited and will keep you updated. And until then…
bleibt glücklich, gesund und gelassen.
stay happy, healthy, and relaxed.

Wie? In Mexiko gibt es immer das Gleiche zu essen? Das ist doch wunderbar 🤣
Vielen lieben Dank für die tollen Einblicke 😘
Wir sehen uns bald aufm Berg 🤗