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Hier sind wir nun – in Costa Rica. Wir waren anfangs doch etwas skeptisch was dieses Land angeht (Karsten sogar noch mehr als Sandie), hatten wir doch viel Negatives – also überraschend viel Negatives über Costa Rica gehört und gelesen. Viele Reisende berichteten von den völlig überlaufenen Parks und von den horrend hohen Preisen, einige fühlten sich regelrecht abgezockt. Von anderen haben wir aus quasi erster Hand von Einbruchversuchen und Diebstählen gehört. Das alles klang zunächst nicht sehr einladend. Doch wie so oft, man muss es einfach selbst erleben und erfahren, um sich eine echte Meinung bilden zu können. Und nun können wir sagen, dass Costa Rica auch ein großartiges Mittelamerikanisches Land ist. Wir haben noch keine Kriminalität erlebt (klopf auf Holz) und wir erfahren hier eine echt außergewöhnliche Gastfreundschaft. Noch nie wurden wir so oft eingeladen auf Privatgrundstücken zu bleiben, die Natur ist unbeschreiblich grün und fruchtbar, die Hügel und Berge sind steil, die Tierwelt einfach außergewöhnlich. Wir können uns aber vorstellen, dass es eine gewisse Kriminalität gibt, zum einen sind die Preise wirklich recht hoch – so hoch, dass wir uns oft fragen, wie es die Einheimischen sich leisten können, in den großen Supermärkten einkaufen zu gehen. Dann sind da die reichen Expats und die vielen Touristen, die ihren Teil dazu beitragen, dass die Preise so hoch sind. Der gemeine Tourist aus den USA und Europa gibt hier viel Geld aus und die hohe Nachfrage führt zu immer höheren Preisen. Verrückt – so beschweren sich die Reisenden, die länger im Land sind auch gerne über die hohen Preise. Aber seien wir ehrlich, die Preise sind höher als in Honduras und Nicaragua, doch lange nicht so hoch wie in den USA oder Europa. Wir finden das nicht schlimm, also für uns nicht schlimm – nur für die Unterschicht der Einwohner ist es wirklich schlimm und das ist traurig und schlecht zur gleichen Zeit. 

Wir genießen jede Minute hier. Wir versuchen uns in jedem Land auf die Gegebenheiten einzulassen und die gegebenen Dinge zu nehmen wie sie sind. Beschweren ist wirklich nicht unser Ding. Also leben wir sehr gerne mit dem Motto von Costa Rica: Pura Vida!

Die letzten Tage in Nicaragua haben wir in „unserer“ privaten Beachbar am Strand verbracht. Heiße Tage und recht warme Nächte – doch meist dank einer Brise vom Meer ganz gut auszuhalten. Am 89. Tag unseres 90 Tage Visums fahren wir dann noch ein kurzes Stück weiter Richtung Grenze, um uns gut für den nächsten Morgen zu positionieren. Auf dem Weg bremsen wir noch bei einer französischen (!) Käserei an und decken uns ordentlich ein. Sehr lecker. Wir verbringen die letzte Nacht in Nicaragua auf einem Trucker Parkplatz kurz vor der Grenze und am nächsten Morgen sind wir schon um 7 Uhr an der Grenze. Wir machen es kurz, auch dieses mal läuft alles sehr geschmeidig und nach insgesamt 8 zu absolvierenden Stationen für die Ausreise und Einreise, rollen wir schon vor 9 Uhr über Costa Ricas Straßen.

Wir fahren zunächst mal in die nächst größere Stadt, um ein paar Lebensmittel einzukaufen und dann dem berühmten Overlander Platz Cabanas Canas Castilla, der seit Jahrzehnten von Schweizern betrieben wird. Hier kommen wir erst mal die nächsten drei Tage in Costa Rica an. Wir parken direkt neben einem fantastischen Baum, der uns vor der Sonne und auch vor den gelegentlichen Schauern schützt. Wir sind begeistert vom Tierspektakel. Ein Zweizehenfaultier ist unser Nachbar und am späten Nachmittag und Abend werden wir von zahlreichen Brüll, Kapuziner- und Klammeraffen unterhalten. Tukane und Mot-Mots fliegen umher, die Affen werfen Mangos auf Ewalds Dach, im Dunkeln muss man aufpassen nicht auf eine Kröte zu treten und auf unseren Wanderungen begleitet uns Simba, der altdeutsche Schäferhund. Was für eine Show. Hier treffen wir auch tatsächlich mal kurz 2 andere Overlander, eine holländische Familie und ein brasilianisches Pärchen. Sonst halten sich unsere Reisebegegnungen stark in Grenzen – wir glauben, dass momentan nicht viele hier unten unterwegs sind. Erwähnenswert ist vermutlich noch, dass jetzt absolute Nebensaison ist, denn im Mai fängt die Regenperiode an. Davon merken wir aber glücklicherweise noch nicht viel.

Nach äusserst erholsamen Tagen in der Nähe von La Cruz fahren wir nach Liberia, um mal wieder so richtig einzukaufen. Mit vollen Kühlschränken geht es weiter in die Berge, dort wollen wir in den Nationalpark Rincon de la Vieja. Der Nationalpark liegt im Gebirge Cordillera de Guanacaste und hat zwei Eingänge, der westliche soll sehr touristisch und ein bisschen „Walt Disney World“-mäßig sein, und dann ist da noch der wenig besuchte östliche Eingang. Wir wollen natürlich zum östlichen, sind uns aber aufgrund spärlicher Informationen nicht sicher, ob wir mit Ewald bis dahin kommen werden. Also fragen wir bei einem nahegelegenen Hotel, ob wir auf dem schön geraden Parkplatz bleiben können. Die Hotelmitarbeiter sind super lieb und gegen kleines Geld dürfen wir nicht nur dort kampieren sondern auch das Schwimmbad und die Duschen mitbenutzen. Aufgrund der Nebensaison haben wir die luxuriöse Anlage fast für uns alleine – großartig. Auch hier bekommen wir großes Kino in Form von vielen Oropendolas, wunderschöne gelbe Vögle, die rings um uns ihre Hängenester haben, geboten.

Wir packen unsere Räder aus und fahren in den Nationalpark, puh ganz schön hart und nein, für Ewald wäre das nix hier gewesen, da es einfach zu zugewachsen ist. Ab der Rangerstation geht es zu Fuß weiter und wir sehen neben schönen Wasserfällen zahlreiche Morpho Azules, sehr große samtblaue Schmetterlinge (die leider sehr schwer zu fotografieren sind – einfach zu flatterhaft). Unser eigentliches Ziel ist der warme Fluß, den wir nach 4 Kilometern erreichen. So schön. Wir springen natürlich rein und weichen uns ein. Die Natur ist einfach unbeschreiblich und macht uns unglaublich viel Spaß. Auf dem Rückweg begegnen uns ein paar einzelne Besucher und wir freuen uns einmal mehr, das meiste ganz alleine genießen zu dürfen.

Über kleinste lustige Nebenstraßen fahren wir weiter etwa 14 Kilometer zu den heißen Quellen, die es hier am Vulkan Maravilla wie Sand am Meer gibt. Wir besuchen die Yökö Hot Springs und obwohl es Sonntag ist, sind nur wenige Menschen dort. Wir bleiben zwei Nächte und weichen uns zahlreiche male ausgiebig ein und haben die Becken quasi für uns alleine. Es ist nun nicht mehr ganz so warm, seit dem wir uns in den Bergen aufhalten und bei 27 Grad Celsius Lufttemperatur lässt es sich sehr gut im heißen Wasser aushalten.

Schön sauber fahren wir ein paar Tage später noch 7 Kilometer weiter hoch Richtung Nationalpark Miravalles. Der ist angeblich geschlossen, und kurz vorher gibt es einen privaten Park „Cuipilapan“ – wunderschön und hier stehen wir (wieder) ganz alleine. Zunächst sind wir über die Preisgestaltung etwas verwirrt und unser Host Jesus ist super lieb und hilfsbereit aber wahrlich kein Mathegenie. Aber nach einigem Hin und Herr sind wir alle zufrieden und wir genießen die nächsten Tage mit ausgedehnten Wanderungen in einer märchenhaft schönen Landschaft. Wie immer sehen wir viele Affen, unsere direkten Nachbarn sind große Leguane und die Vogelwelt ist laut und bunt. Wir laufen auch hoch zum Nationalpark, können kein geschlossen Schild entdecken aber auch sonst keine Menschenseele und erkunden ein wenig den sehr schönen Wanderweg.

Dann finden wir wieder mal eine fantastische Abkürzung und Ewald muss auf sehr engen Gässchen über super steile Berge nach Bijagua hoch und runter kriechen. Hier bleiben wir etwas außerhalb auf dem kleinen Parkplatz der Finca Verde und werden direkt von einer Horde Brüllaffen begrüßt. Hier unternehmen wir unsere erste Nachttour, ein Pärchen aus Nicaragua führt uns und die zwei sind begeisterte Naturliebhaber, vermitteln uns ganz viel Wissen (schön langsam auf Spanisch), und sehen Dinge, die wir nie und nimmer selbst entdeckt hätten. Es fängt schon gut an, Kasi fragt, was das denn für ein Wespennest im Baum direkt über Ewald ist. Die Antwort haut uns um, kein Nest … es ist ein Dreifinger-Faultier, eine Mama mit Baby. Minutenlang beobachten wir die zwei. Ist ja nicht schwer, denn sie bewegen sich ja nicht viel. Aber sie sind einfach unglaublich gut getarnt. Perfekter Anfang. Dann bewegen wir uns nicht viel in einer relativ kleinen Gartenanlage sehen wir die coolsten Frösche überhaupt, einige Schlangen und lustige Stabinsekten. Die 2,5 Stunden vergehen wie im Fluge und es ist schön, zu erleben, dass unsere Guides ebenso begeistert sind wie wir.

Schon am nächsten Tag steht eine weitere Nachttour an. Wir wollen gerne einen Tapir sehen und das Tapir Valley Reservat bietet naturnahe Touren an. Wir sind gespannt. Zunächst sind wir nicht ganz so begeistert, besonders Sandie ist ein wenig ungeduldig. Doch nach einer Zeit sehen wir wieder einige lustige Frösche und Schlangen und erfreuen uns an den Reptilien. Wir wandern weiter und nach 2,5 Stunden bekommt unser Guide einen Funkspruch, dass ganz auf der anderen Seite des (recht großen) Reservates ein Tapir gesichtet wurde. Wir marschieren strammen Schrittes „nach hinten“ und werden mehr als belohnt. Wir begegnen der zweijährigen Tapirdame „Gaia“, sie ist in diesem Reservat geboren und Besucher gewöhnt. Sie kommt ganz dicht und beschnüffelt, während Sandie sie filmt, das Telefon. Mehrere Minuten können wir sie beobachten. Unsere Herzen hüpfen. Das sind Momente, die man nie wieder vergisst.

Wir fahren 6km weiter nach Rio Celeste. Dort wollen wir den Nationalpark Vulkan Tenorio besuchen. Wir müssen online die Eintrittskarten buchen (wie übrigens immer hier in Costa Rica) und sogar ein Zeitfenster wählen. Das kann ja heiter werden. Wir wählen gleich 8 Uhr in der früh und radeln am nächsten Tag von unserem Campingplatz zum Eingang. Wir sind die Ersten und mit uns kommt nur ein anderes Pärchen rein. Perfekt – so können wir die Naturwunder in aller Ruhe genießen. Zunächst marschieren wir zum Wasserfall (der wievielte in unserem Leben wird er wohl sein?) und dann zu einem Mirador, an dem wir vor lauter Nebel und Wolken nix sehen. Der eigentliche Höhepunkt dieses Parkes ist die unglaubliche milchig-türkise Farbe des Flusses. Es treffen zwei klare Flüsse zusammen, die reaktante Mineralien enthalten und dann entsteht im neuen Fluß durch Aluminosilikate, die das Sonnenlicht brechen, diese unglaubliche Farbe. COOL. Auf dem Rückweg begegnen uns dann Horden von Besuchern und wir können uns nun gut vorstellen, dass manche 2 Stunden warten müssen, um den Wasserfall zu sehen. IRRE.

Wir bleiben ein paar Tage in der Gegend und genießen auch die warmen Duschen auf unserem klitzekleinen Campingplatz. Einfach herrlich nach den vielen kalten Duschen mal wieder warm zu duschen. Dann machen wir uns auf dem Weg zu Kattia und Arturo. Die zwei haben wir vor über einem Jahr in Guatemala am Lago Atitlan kennengelernt. Sie waren gerade auf einem 6 monatigen Roadtrip nach Kanada unterwegs und haben uns zu sich nach Costa Rica eingeladen. Wir waren immer lose im Kontakt und nun sind wir auf dem Weg zu ihnen.

Die zwei wohnen hoch in den Bergen oberhalb des Lago Arenal. Wunderschön gelegen fast mit einem 360 Grad Blick. Wir verbringen eine großartige Zeit miteinander, obwohl wir uns nur kurz in Guatemala kennengelernt haben, weiß man meist doch sofort ob es passt. Und mit denen zwei passt es ganz wunderbar. 

Wir unternehmen mehrere Wanderungen gemeinsam und sehen vermutlich mehr als wir jemals erhofft haben. Und das Beste ist, dass wir komplett abseits der touristischen Pfade unterwegs sind – ein riesiger Vorteil, wenn man mit locals unterwegs ist. Auf dem Rückweg der einen Wanderung am Vulkan Tenorio, wir sind ganz alleine hier, erleben wir eine bestimmt zehnminütige Begegnung mit einem Tapir. Kasi hat ihn zuerst entdeckt und ruft „ein Tapir“ darauf erwiderte Arturo „nein, das ist eine Kuh“ 😆. Aber es ist ein Danta (Tapir)! Die Dame ist sehr groß und mächtig (vermutlich 250 – 300 kg) und wir können unser Glück kaum fassen, dass wir sie so lange beobachten können. Viele Einheimische haben noch nie einen Tapir gesehen und auch Kattia hat erst einen und Arturo nur einen in einem Zoo gesehen. Wir sind so begeistert, dass wir uns zurückhalten müssen nicht lauf zu schreien und zu hüpfen. 

Wir fühlen uns selig, mit Kattia und Arturo unterwegs sein zu dürfen. Die zwei sind unglaublich lieb und zugleich haben beide spannende Geschichten bzw. Historien. Arturo´s Familie stammt aus Alabama und ist zur Zeit des Korea Krieges zusammen mit 8 weiteren Familien nach Costa Rica ausgewandert. Sie gehörten der Quaker Glaubensgemeinschaft an und diese sind hundertprozentige Pazifisten und haben sich somit der damals herrschenden Wehrpflicht in den USA entzogen. Und warum Costa Rica? Ganz einfach, Costa Rica ist ein pazifistischer Staat und verfügt über keine Armee. Der Gedanke gefällt uns sehr gut. Die Familien sind mit einfachen Fahrzeugen in drei Monaten hierher gefahren und haben sich hoch in den Bergen niedergelassen und Monteverde gegründet. Hier ist Arturo zu Welt gekommen. Sie waren Milchbauern und hatten eine eigene Käserei und ein eigenes Sägewerk. Alles musste durch den Dschungel über schlammige „Wege“ mit Ochsenkarren und später mit 4*4 Fahrzeugen angekarrt werden. Später gründeten die Familien eine Schule – das alles ist bis heute vorhanden. Im Alter von 18 ist Arturos Familie erneut ausgewandert, diesmal nach Kanada. Und über 40 Jahre später, vor etwa 7 Jahren, ist er dann wieder zurück zu seinen Wurzeln – nach Costa Rica.

Monteverde ist gar nicht weit weg und so fahren wir gemeinsam, nicht über die normalen Routen sondern über super Spass machende Offroad Stecken nach Santa Elena und Monteverde. Wir fahren durch atemberaubend schöne Landschaften und nach ein paar kurzweiligen und lustigen Stunden kommen wir in dem geschichtsträchtigen Ort an. Für uns ist das Ganze nun noch viel interessanter, sind wir doch mit einem Sohn der Gründungsväter unterwegs. Wir besuchen auch seine Verwandten auf dem Friedhof und stellen fest, dass sehr viele Menschen hier weit über 90 geworden sind … es scheint eine sehr gesunde Gegend zu sein. 

Dann steht im Nachbardorf Tierras Morenas ein Volksfest an – da müssen wir natürlich hin. Wir stürzen uns ins Getümmel, essen lecker Churros, trinken Bier und schauen den vielen Tänzern zu, die zur Musik der großen Musikkapelle tanzen. Das Dorf an sich ist winzig, doch die Leute kommen aus der ganzen Umgegend hierher. Der Höhepunkt ist die Ochsenkarren Parade – was für ein herrliches farbenfrohes lautes Spektakel. Wir genießen es, einzutauchen und die Stimmung zu genießen.

Als nächstes fahren wir zu Viert Richtung Süden in die Nähe von Cana (wieder über klitzekleine steile Wege) zum Cerro Pelado. Die Landschaft ist hier komplett anders. Alles ist sehr trocken und alle warten händeringend auf die Regenzeit. Wir meistern gemeinsam die Wanderung und oben am Rim ist es unglaublich windig. So windig, dass man teilweise Angst haben muss weggeweht zu werden. Doch für unser Picknick finden wir ein ruhiges Plätzchen. Die Aussichten sind atemberaubend und es kündigt sich ein wundervoller Sonnenuntergang an. Diesen genießen wir dann in einem kleinen Restaurant und später kehren wir noch in die ein oder andere Cantenilla auf diverse Getränke und weiteres Essen ein. Wenn wir uns verabschieden, werden wir sicherlich das eine oder andere Kilo mehr auf den Rippen haben 😆.

Doch ehe wir uns verabschieden machen wir noch weitere Ausflüge – wir legen auch an der sehr heißen und schwülen Küste einen Badetag ein. Es ist sehr schön, mal wieder im Pazifik zu Planschen – doch bei dem Klima, sind wir froh, nicht dauerhaft mit Ewald dort zu sein. 

Und dann ist es endlich soweit – wir können unsere reparierte Markise in Tilaran abholen. Schon länger fahren wir mit einem ziemlich zerstörten Aussensack unserer Markise herum. Die Markise ist noch sehr gut, doch der Sack ist komplett hinüber … und das nach nur 18 Jahren. Garantie haben wir wohl keine mehr. Kattia und Arturo kennen zum Glück in der Gegend jeden und haben uns einen Sattler in Tilaran empfohlen. Also nicht nur empfohlen, nein wir bringen die Markise zusammen hin und 10 Tage später können wir unsere, wie neue, Markise schon wieder abholen. Das Einfädeln der etwas dickeren Kedernaht war nicht ganz einfach aber mit vereinten Kräften und etwas Allzweckfett haben wir es geschafft. Yippie – auf die nächsten 18 Jahre!

Dann kommt der Tag des Abschied nehmens. Kattia und Arturo sind uns echt ans Herz gewachsen, doch ist es nicht so schlimm, denn schon im Oktober oder November wollen wir uns wieder treffen und gemeinsam Costa Rica weiter erkunden. Es sind nun nur noch 8 Tage bis zum Abflug – also müssen wir mal ein wenig „in die Puschen“ kommen. 

Wir fahren an der nördlichen Seite des Lago Arenal entlang und bemerken, dass nicht nur die Straße deutlich besser ist, es ist auch wesentlich touristischer. Wir haben das Glück, einen kurzen Blick auf den Vulkan Arenal zu erhaschen – der ist nämlich die allermeiste Zeit in Wolken. Wir fahren ganz auf die Südseite des Vulkans und finden einen schönen ruhigen Platz. Am nächsten Tag durchstreifen wir sämtliche mehr oder weniger existierenden Wanderwege und müssen uns teilweise ganz schön durch den Regenwald kämpfen. Wir sehen Wildschweine, Koatis und einige Wald Truthähne und keinen anderen Menschen und am Aussichtspunkt angekommen, sehen wir den Vulkan leider nur in Wolken. Egal – eine schöne Wanderung.

Weiter geht es nach La Fortuna, die „Touri Hauptstadt“ von Costa Rica. Wir haben eigentlich nicht so viel Lust drauf, aber jetzt in der Nebensaison wird es schon gehen, denken wir – und so ist es auch. Der etwas außerhalb liegende Campingplatz ist ganz prima und auch hier haben wir ein Faultier als Nachbar. Nun hat auch definitiv die Regenzeit angefangen und es ist fast immerzu wolkig und hin und wieder regnet es ordentlich. Der Regen ist aber schön warm. Nur bekommen wir nicht viel Sonnenenergie (also quasi keine) in unsere Batterien mit so wenig Solar und sind nun froh, auf einem Campingplatz mit Stromanschluß stehen zu können. Wir erkunden ein wenig den Ort, ein Restaurant reiht sich ans andere, dazwischen Souvenirläden und Touranbieter. Aber auch das eine oder andere leckere Cafe lockt uns – also alles gut.

Als nächstes fahren wir noch mal ein Stück hoch in die Berge und dort ist die Luft so viel besser. Wesentlich weniger Luftfeuchtigkeit und nur 24 Grad. Herrlich – da ist es uns doch glatt frisch genug, um mal wieder heiße Quellen zu genießen. Und die finden wir bei den Termales del Bosque – eine wunderschöne natürliche Anlage mitten im Regenwald – und wir haben sie ganz für uns alleine. Wir dürfen sogar auf dem Parkplatz übernachten und so genießen wir einige Stunden die acht unterschiedlich warmen Becken.

Die Zeit drängt so langsam und wir können es nicht mehr vor uns herschieben – wir müssen Richtung San José, die Hauptstadt Costa Ricas, von wo wir am Samstag nach Deutschland fliegen werden. Wir fahren über die Berge auf lustigen steilen Straßen und kommen in den Randbezirken der super vollen Stadt an. An so viel Verkehr waren wir schon lange nicht mehr gewöhnt und wir finden es furchtbar. Aber so werden wir schon mal ein wenig auf Deutschland eingestimmt. Wir fahren erst mal zum Zolllager und haben einen guten Eindruck. Hier können wir Ewald beruhigt die nächsten Monate abstellen. Die letzten Tage stehen wir in einem privaten Garten – die Familie lässt Overlander hier gegen ein Entgelt campen. Sehr komfortabel, mit Duschen usw. in einem recht ruhigen Viertel. Hier heißt es nun wieder … the same procedure as every year. Wir bereiten Ewald auf die Einlagerung vor und arbeiten unsere todo Liste akribisch ab. Zum Glück spielt das Wetter ganz gut mit und wir bekommen alles trockenen Fußes erledigt.  

Nun sind wir quasi schon auf dem Weg Richtung Europa. Wir haben die Zeit in Costa Rica und überhaupt in ganz Mittelamerika sehr genossen. Immer wieder fragen wir uns, wie man diese fantastischen Länder nicht auf seiner Reiseliste haben kann. Jedes Land bietet viel und die Menschen sind in ihrer Gastfreundlichkeit unübertroffen. Jetzt sind wir gespannt auf unseren Heimaturlaub in Europa und freuen uns auf unsere Freunde und Familien. Wir halten Euch wie immer auf dem Laufenden und bis dahin

bleibt gesund, glücklich und gelassen.

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