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Jetzt sind wir seit mehr als 2 Monaten in unserer alten Heimat und die Zeit fliegt nur so dahin. Es ist einfach immer schön mit unseren Freunden und unseren Familien zusammen zu kommen. Auch wenn wir mit allen ab und zu mal von unterwegs per Videocall „zusammenkommen“, ist das doch nicht ganz das Gleiche und richtig blöd ist der Zeitunterschied. So sitzen wir meist noch beim Frühstück, wenn unser gegenüber schon ein Aperol Spritz genießt. Jetzt, in der gleichen Zeit und am gleichen Ort ist es viel schöner, persönlicher und viiieeeel intensiver. Danke an unsere Liebsten.

Die Einlagerung von Ewald in Costa Rica war letztendlich noch recht spannend, da doch noch einige behördliche Erledigungen zu tun waren. Aber nach nur 5-6 Stunden und einigem Hin und Her war Ewald sicher verstaut und wir konnten uns kulinarisch in einem Fast Food Restaurant verwöhnen lassen und die letzte Nacht im Hotel verbringen. Die Flüge, drei an der Zahl, waren kurzweilig und alles lief geschmeidig. Und schwups hat uns traditionsgemäß Tom am Flughafen abgeholt und kurz später gab es eine leckere Brotmahlzeit mit einigem Prosecco mit unseren lieben Freunden. Auch das hat nun schon eine jahrelange Tradition.

Wie jedes Jahr kümmern wir uns erst mal um einige Sachen hier – auch wenn alles tipptopp (danke Tom) in Ordnung ist. Und dann feiern Karstens Eltern diamantene Hochzeit – 60 Jahre ist die Hochzeit her. Das ist mehr als bemerkenswert – und gemeinsam mit Ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln begehen sie diesen besonderen Tag in Darmstadt. Wie viele Pärchen wohl diamantene Hochzeit feiern? Wir denken, dass das etwas sehr Besonderes ist.

Noch ist das Wetter ziemlich durchwachsen und wir frieren – Temperaturen unter 20 Grad sind wir einfach nicht mehr gewohnt. Doch ein paar Tage später, pünktlich zu unserem ersten mehrtägigen Ausflug mit Horst, wird das Wetter deutlich besser. Wir fahren nach Enkirch, wo wir uns mit Heike und Peter, Franky und Tina und Michael treffen. Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Belgien, genauer, nach Poupehan, in der Nähe von Bouillon, zu einem Bluesfestival. Hier stoßen noch Ellen und Perry und Holger und Ingrid zu uns. Wir waren schon mal vor 2 Jahren hier auf dem Festival und hatten schreckliches Wetter. Diesmal ist das Wetter perfekt, die Stimmung sowieso und die Musik fantastisch. Neben der Musik und den kulinarischen Köstlichkeiten, machen wir schöne Wanderungen und eine Kayaktour auf dem Semois Fluß … kurzum wir verbringen eine herrliche Zeit.

Auf dem Weg zur Familie nach Gouda in den Niederlanden, treffen wir uns spontan mit Heather, Jon und Ivan. Wir haben uns fast vier Jahre nicht mehr gesehen. Die drei waren einfach viel schneller unterwegs als wir, JEDER ist schneller als wir unterwegs. Also die drei haben nun bereits schon Südamerika bereist und vor einiger Zeit nach Europa verschifft. Wir denken, dass wir uns noch mal im September treffen und darauf freuen wir uns schon.

Die Familienzeit in Gouda und in Krimpen aan den Ijssel ist wieder super kurzweilig. Wir werden als Tante und Onkel schwer in Beschlag genommen und schlüpfen gerne neben Friseur, Tänzer, Kletterer, Sänger in alle möglichen Rollen – wir haben echt großen Spaß! Wie immer werden wir unglaublich verwöhnt und wie jedes mal verlassen wir Gouda bestimmt zwei bis drei Kilo schwerer. 

Dann steht unser erster Urlaub an. Wir fahren mit Horst über Freinsheim und Ulm zu unseren Freunden Renate und Hans nach Geltendorf in Bayern. Wir verbringen wie immer eine großartige Zeit mit den Beiden. Wir hatten das große Glück, vor nun 20 Jahren, Renate in Grönland kennen zu lernen. Dort war sie unser Guide und sie war so fit, dass sie (im Nebel) nicht merkte ob es bergauf oder bergab ging – unser großes Vorbild. Seit ein paar Jahren machen wir gemeinsame Radtouren – immer hart und lustig. Diesmal sind wir rund um den Ammersee und die 70 km wurden mit Spritzern und Eis sehr versüsst. Dann haben wir uns noch ein wenig kulturell weitergebildet und das (sehrt empfehlenswerte) Buchheim Museum besucht. Danke, ihr zwei Lieben, für die fantastische Zeit und wie immer für das fantastische Essen.

Wir fahren weiter und wandeln auf den Routen aus Karstens Kindheit. Seit vielen Jahren schwärmt er vom Schloß Herrenchiemsee und vom Königssee. Auf der Fahrt, hoffe ich, dass ihn seine Erinnerungen nicht trügen und das alles ihn noch immer so begeistert. Wir finden einen prima Stellplatz in Prien am Chiemsee. Wir packen die Räder aus und fahren zur Fähre. Wir setzen bei perfektem Wetter zur Herreninsel über und wandeln über die Insel. Natürlich machen wir auch eine Führung im Schloß. Der Ludwig war einerseits visionär aber auf der anderen Seite auch ein großer Träumer. Die (fertiggestellten) 25 Zimmer im Stile des Versailler Schlosses im Rokoko Stil sind mehr als imposant, sehr golden, sehr aufwendig und einfach atemberaubend. Unser interner Witz während der Führung war: Ganz schön, nur ein wenig schlicht – LACH! Wir besuchen auch noch die Fraueninsel und kehren in einen Biergarten ein. Nach einer weiteren Radtour von Gstadt am Chiemsee nach Prien kommen wir glücklich und müde bei Horst an. Ein rundum gelungener Tag.

Am nächsten Tag fahren wir in die Nähe von Berchtesgaden nach Unterau und finden glücklicherweise bei einem Campingplatz noch ein Plätzchen für uns. Es ist Hochsaison und alles ist ausgebucht. Irre – das sind wir nicht gewohnt und mit buchen haben wir es nicht so. Das Wetter ist heute fantastisch und so packen wir direkt wieder die Räder aus und fahren zum Königssee. Der Blick auf den Watzmann ist großartig und der wird uns auch die nächsten Tage immerzu begleiten. Zunächst bin ich etwas enttäuscht, da ich gedacht habe, dass wir den See mit den Rädern umrunden könnten. Doch das Terrain lässt diese Idee nicht zu. Daher geht es wieder mal mit dem Boot weiter. Es ist super touristisch aber auch spektakulär schön. Die Echowand begeistert uns und bei St. Bartholomä steigen wir aus. Es ist viel los und spontan beschließen wir, zur Eiskapelle zu wandern. Nach wenigen hundert Metern haben wir den Weg für uns allein. Bei der leider eingestürzten Eiskapelle handelte es sich um einen Hohlraum im Inneren eines (noch permanenten) Firneisfeldes. Der Klimawandel befindet sich auf der Überholspur und das Eis wird wohl schon bald komplett verschwunden sein.

Auf dem Abstieg sehen wir noch eine Gruppe von 5 Gämsen und unten angekommen erfrischen wir uns noch im Biergarten. Auf dem Weg zurück zu Horst rundet eine weitere Einkehr in einem Biergarten den Tag ganz wunderbar ab. Am nächsten Tag marschieren wir zum Obersalzberg und besuchen hier das Dokumentationszentrum. Diese Dauerausstellung samt Bunkeranlage bringt uns die Geschichte des Obersalzberges und die Zeit des Nationalsozialismus auf sehr intensive und gut gemachte Weise sehr nahe. Auch dieses Museum sollte jeder mal besucht haben.

Später regnet es im Strömen und nach einem sehr schnellen Abstieg zum Campingplatz machen wir es uns im Horst gemütlich. Ist nicht so ganz leicht unsere Kleidung und Schuhe wieder trocken zu bekommen – aber bis zum übernächsten Tag muss es klappen, denn da geht unsere Wanderung los.

Am nächsten Tag treffen wir uns mit Michaela und Peter auf dem Schiestlhof, außerhalb von Schladming, in Österreich. Wir haben dort einen prima Bauernhof gefunden, wo Horst die nächsten 5 Tage stehen bleiben darf. Wir verbringen noch eine Nacht dort und werden am nächsten Morgen von Annemarie und Markus (unsere Gastgeber) mit einem leckeren Frühstück verwöhnt. Wir fühlen uns ordentlich gestärkt und zu Viert fahren wir nach Schladming.

Tag 1 unserer Wanderung auf dem Schladminger Höhenweg beginnt und wir Vier sind mit unseren vollgepackten Rucksäcken hoch motiviert. Das Wetter ist und bleibt zum Glück stabil, wir haben in den folgenden Tagen alles: Sonne, Wolken, Wind, Nebel und zum Glück KEINEN Regen. Also alles gut. Die erste Etappe führt uns über knackige 12,7 km und 1.000 Höhenmeter in 6 Stunden zur Giglachseehütte. Dort erwartet uns herrliches Wetter und wir genießen unsere Kaltgetränke und lecker Essen auf der Terrasse auf 1955m Höhe. Ein sehr gelungener Auftakt.

Am zweiten Tag haben wir mit 8,25 km und 715 Höhenmetern in weniger als 4 Stunden unsere kürzeste Etappe. Die Keinbrechthütte ist sehr rustikal, das Abendessen jedoch (im Gegensatz zum Frühstück) hervorragend. Zum Glück haben wir direkt einen guten Draht zum eigenwilligen Wirt „Fischi“, denn er teilt uns ein Vierbettzimmer zu. Normalerweise hätten wir nur ein Massenlager gehabt. Schon wieder ein wunderbarer Tag.

Am nächsten Tag geht es auf teilweise sehr spannenden seilgesicherten Passagen über 12 Kilometer mit knapp 1.000 Höhenmeter in sechs Stunden zur Gollinghütte. Das Gelände ist von Tag 1 an immer ganz schön steil. Und natürlich geht es auch oft sehr steil also sozusagen senkrecht in die Tiefe. Bei diesen Passagen hat dann jeder so seine eigene Technik. Karsten ist hochkonzentriert und schweigsam, Sandie singt mehr oder weniger laut und Michaela und Peter kümmern sich rührend und angstfrei um uns. Wir Vier sind sozusagen ein Dreamteam. Auch in der Gollinghütte gibt es wieder lecker Essen und wir bekommen ein 6-Bett Zimmer für uns Vier alleine zugeteilt. Wir sind Glückshasen.

Die heftigste Etappe erwartet uns auf dem Weg zur Preintalerhütte. Über 1.100 Höhenmeter auf knapp 10 km. Wir brauchen für diese in Teilen sehr ausgesetzte Strecke unsere gewohnten 6 Stunden. Es ist auf dem Weg zum Greifenberggipfel auf 2.618 m super windig und neblig und wir ziehen wie ein gut geölter D-Zug nach oben. Der Weg runter ist irre steil und ausgesetzt und ich muss neue Strophen für meine Lieder erfinden. Der weitere Weg über die spektakuläre Seenplatte ist einfach nur schön. Leider ist es nicht warm genug, um in die Seen zu springen – das werden wir nächstes mal nachholen.

Die letzte Etappe führt uns über 13 km noch mal 800 m hoch und dann schmerzhafte 1.400 m runter bis zum steirischen Bodensee. Wir haben es geschafft und sind glücklich und stolz auf uns. Landschaftlich war diese Wanderung für uns alle Vier unübertrefflich. Nicht einmal Strommaste, Antennen oder Ortschaften hat man auf der gesamten Wanderung gesehen. Die Berge sind markant und sehr grün, die Blumenwiesen und auch die Murmeltiere und Gämsen haben uns sehr begeistert. Schon jetzt wissen wir, dass wir eine jährliche Hüttentour als eine neue Tradition einführen werden. Danke ihr Lieben für die zauberhafte Zeit.

Auf dem Weg heim, bremsen wir noch bei unseren Freunden Gitti und Günther in der Nähe von Miesbach an. Die zwei haben wir zuletzt im Mai 2019 gesehen und umso schöner, dass wir mal zeitgleich in Deutschland sind und wir uns mal wieder getroffen haben. Vielen Dank euch zwei für die tolle Gastfreundschaft.

Zuhause angekommen planen wir schon unsere nächsten Ausflüge nach Frankreich, an die Mosel und noch mal nach Holland. Auch in der Zwischenzeit verbringen wir Zeit mit unseren Liebsten und wurschteln uns so durchs Leben. Es gibt immer einiges zu tun. Mal schauen was wir noch alles erleben dürfen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Bis dahin wünschen wir euch Glück, Gelassenheit und Gesundheit.

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