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Die letzten Tage in Deutschland waren richtig schön. Der goldene Oktober hat sich meist von seiner besten Seite gezeigt und wir verbringen noch einige Tage und Stunden mit Freunden und Familie. Nun sind wir wieder vereint mit unserem treuen Gefährten Ewald und sind wieder „zuhause“ angekommen. Es fühlt sich so gut an und wir sind glücklich. Das Klima ist warm bis heiß und wir brauchen nur Shorts und T-Shirts. Noch sind wir ein wenig mit kleinen Reparaturen, Austausch- und Reinigungsarbeiten beschäftigt – aber wir befinden uns schon wieder in unserem normalen „flow“. Früh ins Bett gehen, gegen 5 Uhr aufstehen und laufen, baden (wenn möglich im Ozean oder Pool), frühstücken, Gegend erkunden, Arbeiten an und um Ewald, frühes Abendessen … wir stehen so früh auf um die Sonne optimal „zu nutzen“. Denn die geht gegen 5 Uhr auf, aber auch schon gegen 17.30 Uhr unter. Übrigens ist eigentlich gerade Regenzeit – davon merken wir aber nicht viel, tatsächlich regnet es fast gar nicht. El Nino lässt grüßen, in manchen Gegenden regnet es sintflutartig und in anderen gar nicht. Verrückt.

Anfang Oktober gehen wir spontan mit Rabea und Hardy auf den Vetzberg, zu einem Frühschoppen. Was sollen wir sagen, ein schöner Tag mit lieben Freunden, leckeren Getränken und lecker Essen. Und die Sonne scheint! Weil es uns so gut gefallen hat, gehen wir ein paar Tage später wieder, diesmal Abends, in das gleiche Lokal auf dem Vetzberg (Nachbarburg zu „unserer“ Burg, dem Gleiberg). Diesmal begleiten uns Michaela und Peter, unsere Wander- und Reisefreunde, die wir in 2019 in den Smoky Mountains kennen gelernt haben. Wir freuen uns, dass sie es noch mal geschafft haben, uns ein paar Tage zu besuchen und wir verbringen gemütliche Tage zusammen.

Eigentlich wollten wir dann Mitte Oktober den Geburtstag von unserer lieben Freundin Heike feiern. Doch leider muss sie kurzfristig operiert werden und liegt flach. Unsere Clique beschließt jedoch einmütig, wie auch als Kasi im Krankenhaus lag, dass wir in ihrer Nähe sein wollen. Also treffen wir uns alle in Bodenheim und campen noch mal 2 Tage gemeinsam. Am Geburtstag bringen wir ihr alle gemeinsam ein Ständchen, was aber vielleicht eine kleine Überforderung war, denn damit hat sie nicht gerechnet. Wir anderen haben auf jeden Fall viel Spaß und freuen uns über das wirklich gute Wetter – wir können sogar morgens draußen frühstücken (mehrschichtig angezogen 😆). 

Kasi geht auch dieses Jahr wieder mit seinen Grundschulkollegen wandern. Eine Tradition, die tapfer aufrecht gehalten wird, schließlich kennen sie sich alle seit über 50 Jahren. Dann feiert Mone, Karstens Schwester, ihren 60. Geburtstag und wir feiern ordentlich mit. Ein schöner Tag beziehungsweise Abend mit vielen bekannten Gesichtern, die wir aber teilweise Jahrelang nicht mehr gesehen haben. Hat echt Spass gemacht.

Die Verabschiedungen sind wie immer herzlich und wir freuen uns schon, euch alle nächstes Jahr wieder zu sehen. Tom bringt uns, auch ganz traditionell, zum Flughafen. Diesmal fliegen wir zum ersten mal von Terminal 3 in Frankfurt. An sich ganz schön, erstaunlich leise und unaufgeregt, mit kurzen Wegen, doch müssen fast alle Passagiere ihre Koffer und Taschen beim „Sperrgut“ abgeben. Scheinbar sind die Transportbänder bei den checkin Schaltern noch nicht für größere Gepäckstücke nutzbar. Lustig und peinlich zu gleich.

Wir landen nach einem entspannten und kurzweiligen Flug, über Amsterdam, in San José, der Hauptstadt Costa Ricas und werden gewohnt freundlich empfangen. Besonders erstaunt sind wir, dass wir ÜBERHAUPT kein Problem mit unserem Gepäck hatten. Wir haben wirklich mit einigen Schwierigkeiten und Diskussionen gerechnet – weil wir einige große Teile für Ewald im Gepäck haben. So zum Beispiel ein Federspeicher-Bremszylinder und der sieht aus wie eine Bombe – echt wahr. Auch mal schön, so ganz ohne zusätzliche Kontrollen den Flughafen verlassen zu dürfen. Wir können es erst gar nicht fassen.

Wir gehen erst mal ins nahe gelegene Hotel und am nächsten Morgen fahren wir mit Uber erst mal zur nächsten Versicherungsniederlassung, um eine neue Police für Ewald zu erhalten. Die alte Versicherung ist nur noch 4 Tage gültig. Alles funktioniert prima und wir denken, dass wir uns am besten noch etwas Bargeld beschaffen. Das Geld bekommen wir auch am Automaten, doch leider nicht mehr unsere Karte. Wir sind ja schon gebrannte Kinder und versuchen immer nur direkt bei Banken während Öffnungszeiten abzuheben, so auch diesmal und so erhalten wir zum Glück nach etwa einer Stunde „Bürokratie“ unsere Karte zurück. Dann fahren wir zum Zoll-Lager und nun beginnt der nächste bürokratische Irrsinn. Es dauert laaaaaaaaaaaange, wir gehen von einem Büro zum anderen, fahren zwischendurch noch mal zum Zoll, laufen wieder hin und her, warten – Ewald haben wir noch immer nicht gesehen – und nach über 5 Stunden halten wir endlich unser neues TIP (quasi das Visa für Ewald) in den Händen. Alle warren immerzu freundlich und hilfsbereit und es fällt einem schwer, Ungeduld zu zeigen – doch die letzte halbe Stunde hat dann doch etwas an Sandies Nerven gezerrt.

Dann gehen wir endlich zu Ewald. Wir packen ihn aus und er springt sofort an. Der Gute. Wir fahren zum Hotelparkplatz, wir hatten wohlweislich eine zweite Nacht gebucht, und sind echt geschafft. Nach einem leckeren Abendessen im nahegelegenen Denny´s fallen wir ins Bett und schlafen bis zum nächsten Morgen um 5 Uhr. Nach Sport und Frühstück räumen wir Ewald ein und wir dürfen auch direkt am Hotel Wasser fassen. Prima. Und dann kann es endlich losgehen. Nach einem teuren Stop bei Walmart – aber wir brauchen ja einfach alles, fahren wir, zunächst sehr stockend im Großstadtverkehr, bis zum pazifischen Strand. Dort finden wir etwa 50 km östlich von Jaco, einen kleinen Campground direkt am Strand. Herrlich. 

Wir verbringen hier die nächsten Tage und feiern auch Sandies Geburtstag am Strand. Ganz so, wie sie es am liebsten mag, zu zweit mit dem ein oder anderen Prosecco und lecker Essen. Wir fühlen uns ganz wohl hier. Morgens laufen wir barfuß am sehr leeren, kilometerlangen Strand, doch ist es schon ziemlich schwül und heiß. Normalerweise geht am Meer ja immer ein Lüftchen, doch derzeit nicht. Auch die locals sind darüber etwas verwundert – und so ist es schon arg warm und „babschig“. Außerdem gibt es viele Stechviecher, die werden ja normalerweise auch weggeweht. So beschließen wir, nach 3 wunderschönen Tagen mit epischen Sonnenuntergängen, in höhere Gefilde zu fahren. Kurz hinter Miramar fahren wir auf den Pura Vista Campground von Reimer. Er ist in Vancouver geboren, in Berlin aufgewachsen und vor etwa 8 Jahren hierher ausgewandert. Sehr lustig und ganz anders als wir … wir stellen unten mal ein Bild ein, was andere Gäste in sein Gästebuch gemalt haben – das erklärt alles. Wir führen aber lustige und interessante Gespräche UND er hat hier definitiv ein kleines Paradies für Camper geschaffen.

Wir sind ganz alleine und genießen das herrliche Klima auf circa 700 Meter Höhe. Nachts decken wir uns sogar mit einer dünnen Decke zu. Wir haben eine warme Dusche, einen Pool und eine grandiose Aussicht. Hier können wir uns entspannt um ein paar notwendige Arbeiten an Ewald kümmern. Beobachtet werden wir von unglaublich vielen Vögeln und Schmetterlingen. Alles ist so schön bunt hier. Die morgendlichen Läufe sind knackig und herausfordernd aber das mögen wir ja. Kurz – hier kann man es gut ein paar Tage aushalten.

In den nächsten Tagen wollen wir mal mit der Fähre auf die Halbinsel Nikoya. Diese Gegend ist eine der fünf blauen Zonen (blue zones) weltweit, mit der höchsten Dichte an älteren Menschen über neunzig und einhundert Jahren. Wir wollen mal schauen, was die Menschen bei guter Gesundheit so alt werden lässt. Angeblich hat es auch etwas mit der Wasserqualität zu tun. Das Trinkwasser hat wohl hohe Konzentrationen an Calcium und Magnesium. Mal sehen, ob wir uns ein paar Liter davon abfüllen können. Danach werden wir vermutlich noch mal unsere Freunde Kattia und Arturo besuchen. Anschließend wollen wir die karibische Seite von Costa Rica kennen lernen. Wir halten euch wie immer auf dem Laufenden. Bis dahin …

bleibt glücklich, gelassen und gesund.

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